Diese Corona-Varianten sind im Oktober 2026 aktuell
Von Redaktion

XFG Stratus, Nimbus und Cicada: Welche Corona-Varianten sind aktuell aktiv? Was bringen Tests, Impfung, Maske? So ist die Lage im Herbst 2026.
Höchste Infektionszahlen in Rheinland-Pfalz
7-Tage-Inzidenz aktuell in Deutschland steigend
Alte Tests funktionieren auch bei neuen Corona-Varianten
Corona-Impfung: Neuer Impfstoff und Stiko-Empfehlungen für Erwachsene
Der internationale Gesundheitsnotstand wegen Sars-CoV-2 ist seit Mai 2023 beendet. Corona gibt es aber weiterhin, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einer Atemwegserkrankung mit vergleichsweise geringer Krankheitslast in der Allgemeinbevölkerung. Für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen bleibt es aber relevant.
Anders als bei der klassischen Grippe gibt es bislang keine ausgeprägte reine Wintersaison – die stärkste Corona-Aktivität lag zuletzt eher zwischen Spätsommer und Jahresende. Gleichzeitig gingen Arztbesuche, schwere Krankenhausfälle und Todesfälle über die vergangenen drei Saisons deutlich zurück. Die Überwachung des Virus bleibt wichtig, insbesondere um neue Varianten und mögliche Veränderungen der Krankheitsschwere früh zu erkennen.
Fallzahlen: Corona-Inzidenzen in Deutschland
Fachleute sehen bezüglich des Coronavirus weiterhin eine sehr breite Grundimmunität aus Impfungen und Infektionen in Deutschland. Laut Infektionsradar des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner) derzeit in Rheinland-Pfalz am höchsten (1,9). In Mecklenburg-Vorpommern ist sie mit derzeit 0,5 am niedrigsten.
Auf ganz Deutschland bezogen ist die Inzidenz in den vergangenen Wochen steigend. Die Viruslast von SARS-CoV-2 im Abwasser ist aktuell ebenfalls steigend.
Covid-Infektionen: Hohe Dunkelziffer
Trotz steigender Werte im Herbst ist die Krankheitslast durch Covid-19 deutlich geringer als während der Pandemie sowie im Vergleich zu den Vorjahren. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (Saisonbericht zu akuten respiratorischen Erkrankungen in der Saison 2025/26) sank die Zahl schwerer Atemwegserkrankungen im Krankenhaus mit Covid-19-Diagnose von rund 84.000 in der Saison 2023/24 auf etwa 27.000 in der Saison 2025/26. Mehr als 80 Prozent dieser schweren Fälle betrafen Menschen ab 60 Jahren.
SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin ganzjährig, zeigte zuletzt aber vor allem vom Spätsommer bis zum frühen Winter eine stärkere Aktivität. Die gemeldeten Inzidenzen bilden das tatsächliche Infektionsgeschehen wegen der geringeren Testaktivität nur eingeschränkt ab. Fachleute schätzen die Dunkelziffer der Covid-19-Infektionen deshalb als relativ hoch ein.
Stratus, Nimbus, Cicada: Wie gefährlich sind die Varianten?
Neue Varianten, aber keine neue große Krankheitswelle: Seit 2025 wechselten die dominierenden Omikron-Abkömmlinge mehrfach. Wichtig waren und sind bis heute vor allem XFG ("Stratus"), NB.1.8.1 ("Nimbus") und BA.3.2 ("Cicada"). Ende 2025 dominierte kurz BA.3.2, Anfang 2026 wieder NB.1.8.1.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das von den Varianten ausgehende Risiko ebenfalls als gering ein und es werden keine signifikanten Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen erwartet.
Corona: Welche Symptome sind aktuell?
Typische Symptome von XFG Stratus können neben Fieber, Husten und Kopfschmerzen auch Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Durchfall sein. Die Viren der Stratus-Variante vermehren sich vor allem in den oberen Atemwegen und können sich dadurch schneller verbreiten. Bei den Varianten Nimbus und Cicada klagten Erkrankte teilweise über rasierklingenartige Halsschmerzen.
Sind alte Corona-Tests noch brauchbar?
Antigentests (Schnelltests) auch aus dem letzten Jahr können weiterhin genutzt werden, solange ihr Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist und sie bei der empfohlenen Temperatur gelagert wurden. Es gibt bisher keine Hinweise, dass die Tests bei den neuen Varianten nicht funktionieren könnten. Nach Ablauf der Haltbarkeit wird die Aussagekraft zunehmend unzuverlässiger.
Gut zu wissen: Corona-Selbsttests sind in Apotheken, häufig auch in Drogerie- oder Supermärkten erhältlich. Ärztinnen und Ärzte können – unabhängig davon, ob ein positiver Schnelltest vorliegt – bei spezifischen Symptomen einen PCR-Test veranlassen.
Covid-Impfung: Angepasste Impfstoffe erhältlich
Regelmäßig werden Corona-Impfstoffe an die aktuell zirkulierenden Virusvarianten angepasst, um einen möglichst wirksamen Immunschutz zu gewährleisten. Für die jetzige Impfsaison hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen, die Vakzine auf die Omikron-Untervariante XFG auszurichten.
Die Hersteller reagierten und passten ihre Impfstoffe entsprechend an: Die neuen Präparate sind seit 1. September 2026 in Deutschland verfügbar.
Covid-Impfung: Stiko passt Empfehlungen für Erwachsene an
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte bereits im Juli 2026 die Impfempfehlungen angepasst: Gesunde Erwachsene müssen künftig nicht grundsätzlich eine Basisimmunisierung gegen Covid-19 vornehmen. Regelmäßige Auffrischimpfungen sollen nur noch für bestimmte Risikogruppen erfolgen, standardmäßig nun erst ab einem Alter von 75 Jahren.
Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, verfügen inzwischen mehr als 95 Prozent der Erwachsenen durch Impfungen, Infektionen oder eine Kombination aus beidem über einen breiten Immunschutz, der gesunde Menschen in der Regel ausreichend vor schweren Krankheitsverläufen schützt. Die bisherige Empfehlung, für eine Basisimmunität mindestens drei Kontakte mit dem Coronavirus (durch Impfung oder Infektion) nachzuweisen, entfällt damit. Das gilt auch für Frauen im gebärfähigen Alter sowie für Schwangere ohne besondere Risiken.
An der Empfehlung für jährliche Auffrischimpfungen bei besonders gefährdeten Personen hält die Stiko jedoch fest. Diese sollen weiterhin gegen Herbst erfolgen. Dazu zählen neben Menschen ab 75 Jahren Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, Bewohner und Bewohnerinnen sowie Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal.
Impfung rettete mehr als 1,4 Millionen Menschenleben
Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) senkten Covid-Impfungen die pandemiebedingte Sterblichkeit in Europa um mindestens 57 Prozent und retteten mehr als 1,4 Millionen Menschenleben. Meldungen über Todesfälle nach Impfungen sind zudem Verdachtsfälle und belegen keinen ursächlichen Zusammenhang.
Länder mit hohen Impfquoten wie Schweden, Belgien und Dänemark verzeichneten tendenziell niedrigere Sterblichkeitsraten. Seit 2023 liegt die Sterblichkeit in Europa wieder im Normalbereich, 2026 sogar leicht darunter.
Wann sollte man eine Maske tragen?
Maskenpflichten für öffentliche Verkehrsmittel oder andere öffentliche Bereiche gibt es in Deutschland nicht. Für immungeschwächte Personen kann die Maske ein sinnvoller Schutz sein. Wer sich und andere schützen möchte, bleibt bei einer akuten Atemwegsinfektion drei bis fünf Tage zu Hause, reduziert Kontakte, niest bzw. hustet in die Armbeuge und wäscht regelmäßig die Hände.
Mit Material von dpa.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.