Tanken: Dieselpreis sackt im Vergleich zur Vorwoche ab

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Von Sabrina Doschek

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Auf einer Anzeigetafel einer Tankstelle stehen bei Sonnenaufgang die aktuellen Preise für Benzin und Diesel. (Wischeffekt durch Langzeitbelichtung.) Seit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran liegen die Benzin- und Dieselpreise über 2 Euro pro Liter.
Hohe Spritpreise: Tanken bleibt für Autofahrende teuer. Kommt jetzt die Entlastung?© dpa/Jens Kalaene

Der Krieg in Nahost hat Rekordpreise bei Benzin und Diesel verursacht. Die Bundesregierung hat daraufhin eine Senkung der Energiesteuer verkündet. Doch der geplante Tankrabatt könnte sich verzögern. Plus: die aktuellen Spritpreise im Tages- und Wochenverlauf.

  • Ölpreis steigt im Vergleich zur Vorwoche auf rund 98 US-Dollar

  • Dieselpreis sinkt gegenüber Vorwoche um 15,7 Cent je Liter, Preis für Super E10 um 4,8 Cent

  • Bundesregierung einigt sich auf Entlastung, aber Tankrabatt könnte sich verzögern

Tagesverlauf: Preise für Diesel und E10 sinken nur langsam

An den sechs Tagen nach Einführung des sogenannten Österreich-Modells (1. April 2026) hatte der Dieselpreis im Tagesdurchschnitt jeweils ein neues Allzeithoch erreicht. Zuletzt sind, erstmals seit fast zwei Wochen, sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel etwas billiger geworden.

Am Dienstag, 21. April, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,129 Euro, der Preis für Super E10 hingegen im Durchschnitt 2,059 Euro.

Am Ostermontag, 6. April, erreichte E10 mit 2,192 Euro je Liter den höchsten Stand des Jahres. Zum höchsten E10-Preis aller Zeiten, am 14. März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, fehlte an diesem Tag nur noch 1 Cent.

Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche

Der Rohölpreis als wichtigster Faktor bei der Bewertung der Kraftstoffpreise liegt mit rund 98 US-Dollar (ca. 83 Euro) für die Sorte Brent zwar über dem Niveau der Vorwoche. Vor dem Hintergrund des Ölpreises und des aktuellen Dollarkurses ist der Benzinpreis nach Ansicht des ADAC allerdings immer noch zu hoch und sollte stärker sinken, als dies in den letzten Tagen der Fall war. So lag der Preis von Super E10 vor gut einem Monat niedriger, obwohl der Ölpreis höher und das Wechselkursverhältnis schlechter war.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Diesel hat sich im Vergleich zur Vorwoche nochmals sehr deutlich verbilligt: Wie die aktuelle ADAC Auswertung vom Dienstag, 21. April, zeigt, ist der Preis für Diesel gegenüber der Vorwoche um 15,7 Cent je Liter, Super E10 um 4,8 Cent gesunken. So kostete Super E10 am Dienstag, 21. April, 2,059 Euro, vor einer Woche lag der Preis noch bei 2,107 Euro. Für Diesel mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer am Dienstag 2,129 Euro (Vorwoche: 2,286 Euro) bezahlen. Seit dem Allzeithoch (2,447 Euro/Liter) vor rund zwei Wochen ist der Dieselpreis damit um 31,8 Cent gesunken.

Bundesregierung beschließt Entlastungsmaßnahmen

Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise hatte die Koalition am Montag, 13. April, Entlastungsmaßnahmen beschlossen. So soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für einen Zeitraum von zwei Monaten um rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden. Zudem soll es Arbeitgebern ermöglicht werden, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. Eine ähnliche Prämie gab es in der Corona-Pandemie.

Der ADAC begrüßt die befristete Senkung der Energiesteuer um 17 Cent, mit der die Bundesregierung eine Forderung des Clubs aufgenommen hat, fordert aber auch, dass sich die vollen 17 Cent an den Zapfsäulen niederschlagen.

Hohe Spritpreise: Tankrabatt könnte sich verzögern

Ob sich der Start des Tankrabatts durch die Steuersenkung im Mai unmittelbar und vollumfänglich auf die Kraftstoffpreise auswirken wird, ist fraglich. Laut ADAC ist davon auszugehen, dass die Kraftstoffpreise erst sukzessive um den Steuerentlastungsbetrag von 16,7 Cent je Liter sinken werden.

2022, als schon einmal ein Tankrabatt gewährt wurde, sind die Preise nicht sofort in voller Höhe der Steuersenkung gefallen. Ein Grund dürfte sein, dass viele Tankstellen noch Kraftstoff in ihren Tanks lagern, der mit der bisherigen, höheren Energiesteuer eingekauft wurde.

Umgekehrt erwartet der ADAC aber auch, dass mit Wegfall des Tankrabatts die Kraftstoffpreise nicht umgehend wieder um den vollen Betrag der Steuersenkung steigen werden – denn dann ist zum Teil noch einige Tage lang der günstiger versteuerte Kraftstoff in den Tanks.

Versorgungsengpässe rund um den 1. Mai sind jedoch unwahrscheinlich: Das sei auch beim Tankrabattmodell von 2022 befürchtet worden, aber dann nicht eingetreten.

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Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Die Erfahrungen nach den ersten drei Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

Mitarbeit: Katharina Dümmer

Mit Material von dpa.