Tankkosten: Der aktuelle Benzinpreis und Dieselpreis in Deutschland
Von Redaktion

Preisschock an der Zapfsäule: Der Krieg in Nahost hat die Spritpreise auf ein sehr hohes Niveau katapultiert. Warum Benzinpreis und Dieselpreis so stark ansteigen und welche Maßnahmen jetzt helfen sollen.
Update: Neue Spritpreisregel startet am 1. April
Diesel kostet derzeit 2,283 Euro, Super E10 2,078 Euro je Liter
Rohölpreis auf Achterbahnfahrt
Autofahrende in Deutschland müssen weiterhin mit hohen Kraftstoffpreisen zurechtkommen. Laut der aktuellsten ADAC Preiserhebung von Sonntag, 29. März, kostet Diesel derzeit 2,283 Euro, Super E10 2,078 Euro je Liter.
Im Laufe der vergangenen Woche erreichten die Preise beider Kraftstoffsorten ihre jeweiligen Jahreshöchststände: Super E10 kostete am Freitag, 20. März, 2,086 Euro, Diesel am Montag, 23. März, im Schnitt 2,310 Euro. Damit lag der Dieselpreis nur noch 1,1 Cent unter dem Allzeithoch vom März 2022.
Krieg in Nahost: Warum sind die Spritpreise so hoch?
Ein Grund für den teuren Sprit ist der hohe Ölpreis. Weil der Iran eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker, die Straße von Hormus, blockiert, war der Ölpreis seit Kriegsbeginn dramatisch gestiegen. Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent lag Anfang März kurzzeitig sogar bei 120 US-Dollar. Nach tagelanger Achterbahnfahrt stieg er in der Nacht auf Montag, 30. März, erneut auf fast 117 US-Dollar.
Zum Vergleich: Am Freitag, 27. Februar, vor dem Beginn des Irankriegs, kostete ein Barrel Rohöl noch rund 72 US-Dollar.
Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche
Wann werden Benzin und Diesel billiger?
Angesichts der großen Unruhe und Verunsicherung im Markt ist eine Prognose äußerst schwierig, so ADAC Kraftstoffexperte Christian Laberer. Der Ölpreis ist in normalen Zeiten der zentrale Treiber für Veränderungen der Spritpreise. Nach einer kurzen Entspannung in der letzten März-Woche steigen die Preise für Super E10 und Diesel wieder an.
Österreich-Modell: Preiserhöhung nur einmal am Tag
Eine Maßnahme der Bundesregierung zur Senkung der Spritpreise soll zum 1. April Entlastung für Autofahrende bringen: die Einführung des sogenannten Österreich-Modells, bei dem die Spritpreise nur einmal am Tag angehoben, jedoch beliebig oft gesenkt werden dürfen.
Die einmalige Preisanhebung soll um 12 Uhr mittags eines jeden Tages erfolgen. Damit wäre der günstigste Zeitpunkt zum Tanken künftig kurz vor 12 Uhr – die bisherige Empfehlung, abends zu tanken, wäre dann überholt. Dennoch bleibt der ADAC skeptisch, ob sich durch das Österreich-Modell tatsächlich niedrigere Preise erzielen lassen.
ADAC fordert Absenkung der Energiesteuer
Der ADAC spricht sich dafür aus, vorübergehend die Energiesteuer auf Kraftstoffe abzusenken. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen.
Keine Engpässe beim Sprit zu befürchten
Um die Märkte zu beruhigen, geben Deutschland und die anderen 31 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) nun einen Teil der nationalen Ölreserven frei.
Bei den jüngst befürchteten Sprit-Engpässen handelt es sich laut Bundeswirtschaftsministerium einen "Worst Case", also anhaltende militärische Eskalation im Nahen Osten, kombiniert mit einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus. Derzeit gelangt jedoch weiterhin Rohöl ohne Einschränkungen nach Deutschland und die Lieferketten funktionieren – wenn auch zu deutlich höheren Preisen.
Engpässe gibt es deshalb aktuell nicht. Entspannung könnte nach Ansicht von ADAC Kraftstoffexperten eintreten, wenn die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) ab April ihre Fördermengen erhöht. Zusätzlich verfügt Deutschland über strategische Ölreserven, die eine Versorgung für rund 90 Tage selbst ohne jegliche Importe sicherstellen.
Da die Importe bislang allerdings weiterlaufen und die Reserven noch gut gefüllt sind, ist die Versorgung in Deutschland für mehrere Monate gesichert. Sollten sich die globalen Lieferbedingungen verschlechtern, würden die Preise zwar (weiter) stark steigen, gleichzeitig aber wohl auch der Verbrauch von Benzin und Diesel sinken. Deshalb ist davon auszugehen, dass die physische Versorgung – im Gegensatz zum Preisniveau – auch längerfristig stabil bleibt.
Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich
Wie die ADAC Auswertung der Spritpreise in Deutschland im Wochenvergleich zeigt, ist der Preis für Diesel-Kraftstoff seit der vergangenen Woche massiv gestiegen. Ein Liter Diesel kostet im bundesweiten Mittel derzeit 2,288 Euro – das sind 12,6 Cent mehr als in der Vorwoche.
Auch Super E10 hat sich erneut deutlich verteuert, wenn auch in geringerem Maße als Diesel. So liegt der Preis für einen Liter Super E10 im Schnitt derzeit bei 2,074 Euro – ein Plus von 3,2 Cent.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.