Spritkosten: Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich kaum verändert
Von Sabrina Doschek

Die Spritpreise haben sich im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert. Dennoch sind sie nach wie vor zu hoch, zumal der Ölpreis wieder kräftig anzieht. Und auch das Niedrigwasser wirkt preistreibend. Die Infos zum aktuellen Benzin- und Dieselpreis.
Wochenvergleich: Super E10 um 0,3 Cent, Diesel um 0,4 Cent günstiger
Rohölpreis zieht binnen Wochenfrist kräftig an, Dürre treibt Kosten zudem nach oben
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Benzin und Diesel kaum verändert
Die Kraftstoffe haben sich im Wochenvergleich kaum verändert: Laut aktueller ADAC Auswertung der Spritpreise in Deutschland kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Durchschnitt 2,125 Euro und damit 0,3 Cent weniger als vor einer Woche. Für einen Liter Diesel werden aktuell im Schnitt 2,200 Euro fällig, was einem Rückgang von 0,4 Cent entspricht.
Rohölpreis steigt im Vergleich zur Vorwoche deutlich an
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent, entspricht 159 Liter, liegt derzeit bei rund 89 US-Dollar und damit etwa zehn US-Dollar mehr als in der Vorwoche. Dies spiegelt sich in der wöchentlichen Entwicklung der Kraftstoffpreise bislang zwar nicht wider, das Preisniveau ist aus Sicht des ADAC allerdings dennoch deutlich zu hoch. Seit dem Wochenende legen die Kraftstoffpreise zudem wieder merklich zu.
Hohe Spritpreise: Auch die Dürre in Deutschland spielt eine Rolle
In Teilen Deutschlands kommt zudem auch die aktuelle Dürre als Preistreiber für den Sprit hinzu. Normalerweise spielt unter anderem der Rhein eine wichtige Rolle für den Transport von Öl und Sprit auf Tankschiffen. Weil dies durch die derzeit extrem niedrigen Pegelstände stark eingeschränkt ist, fallen dort höhere Logistikkosten an.
Die Kraftstoffversorgung in Deutschland erfolgt jedoch nicht ausschließlich über die Binnenschifffahrt, sondern zusätzlich zu großen Teilen über Seehäfen, Pipelines, Schiene und Straße. Für die bundesweite Preisentwicklung stellt das Niedrigwasser nach Einschätzung des ADAC daher lediglich einen von mehreren Einflussfaktoren dar, der sich wie dargestellt regional unterschiedlich stark äußern kann.
Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.
Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?
Verstoß gegen 12-Uhr-Regel: Niedersachsen kündigt Strafen an
Niedersachsen geht als erstes Bundesland gegen Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise vor. Weil Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben dürfen, wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 1900 Verwarnungen gegen etwa 250 Tankstellen ausgesprochen. Für Verstöße im April blieb es noch bei Verwarnungen.
Für Verstöße seit Mai kündigt das Bundesland jedoch reguläre Bußgeldverfahren an. Möglich sind Strafen von bis zu 100.000 Euro. Zudem fordert Niedersachsen, die Kontrolle und Verfolgung von Verstößen künftig zentral beim Bund anzusiedeln.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.