Tankkosten: Der aktuelle Benzinpreis und Dieselpreis in Deutschland
Von Redaktion

Preisschock an der Zapfsäule: Der Krieg in Nahost hat die Spritpreise auf ein sehr hohes Niveau katapultiert. Warum Benzinpreis und Dieselpreis so stark ansteigen und warum es fraglich ist, ob die neuen Maßnahmen helfen.
Neue Spritregel ist in Kraft – Preise schnellen in die Höhe
Rohölpreis auf Achterbahnfahrt
ADAC fordert Absenkung der Energiesteuer
12 Uhr Mittag: Spritpreise schnellen in die Höhe
Autofahrende in Deutschland müssen auch trotz der neuen Preisregel mit hohen Kraftstoffpreisen zurechtkommen. Wie eine erste Auswertung der Kraftstoffpreise um kurz nach 12 Uhr am heutigen 1. April zeigt, kletterte der Preis im Vergleich zu kurz vor 12 Uhr für Super E10 um 7,6 Cent auf 2,175 Euro, der Dieselpreis um 7,5 Cent auf 2,376 Euro. Bis zum 2. April, 12 Uhr, dürfen die Spritpreise nach der neuen Regelung nur noch gleich bleiben oder abgesenkt werden, nicht aber steigen.
Spritpreise im Tagesdurchschnitt (bis 31. März)
Laut der ADAC Preiserhebung von Dienstag, 31. März, kostete Diesel noch im Tagesdurchschnitt 2,316 Euro, Super E10 2,107 Euro je Liter. Damit erreichten beide Kraftstoffe am letzten Tag des Monats einen Jahreshöchststand.
Krieg in Nahost: Warum sind die Spritpreise so hoch?
Ein wesentlicher Grund für den seit Wochen teuren Sprit ist der hohe Ölpreis. Weil der Iran eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker, die Straße von Hormus, blockiert, war der Ölpreis seit Kriegsbeginn dramatisch gestiegen. Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent lag Anfang März kurzzeitig sogar bei über 120 US-Dollar. Nach tagelanger Achterbahnfahrt liegt der Preis aktuell wieder knapp oberhalb der Marke von 100 US-Dollar.
Zum Vergleich: Am Freitag, 27. Februar, vor dem Beginn des Irankriegs, kostete ein Barrel Rohöl noch rund 72 US-Dollar.
Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche
Österreich-Modell: Preiserhöhung nur einmal am Tag
Eine Maßnahme der Bundesregierung zur Senkung der Spritpreise soll zum 1. April Entlastung für Autofahrende bringen: die Einführung des sogenannten Österreich-Modells, bei dem die Spritpreise nur einmal am Tag angehoben, jedoch beliebig oft gesenkt werden dürfen.
Die einmalige Preisanhebung erfolgt um 12 Uhr mittags eines jeden Tages. Damit ist der günstigste Zeitpunkt zum Tanken künftig kurz vor 12 Uhr – die bisherige Empfehlung, abends zu tanken, ist damit überholt.
Aus Sicht des ADAC zeigt sich, dass die Neuregelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal am Tag Preise erhöhen dürfen, das aktuell hohe Preisniveau nicht senkt. Stattdessen führt die geringere Flexibilität von Mineralölkonzernen offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen werden. Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich.
Verstöße gegen die neue Regel können übrigens mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Teil des "Kraftstoffmaßnahmenpakets" ist auch eine Verschärfung des Kartellrechts. Das Bundeskartellamt bekommt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise.
ADAC fordert Absenkung der Energiesteuer
Der ADAC spricht sich dafür aus, vorübergehend die Energiesteuer auf Kraftstoffe abzusenken. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen.
Keine Engpässe beim Sprit zu befürchten
Um die Märkte zu beruhigen, geben Deutschland und die anderen 31 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) nun einen Teil der nationalen Ölreserven frei.
Bei den jüngst befürchteten Sprit-Engpässen handelt es sich laut Bundeswirtschaftsministerium um einen "Worst Case", also anhaltende militärische Eskalation im Nahen Osten, kombiniert mit einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus. Derzeit gelangt jedoch weiterhin Rohöl ohne Einschränkungen nach Deutschland und die Lieferketten funktionieren – wenn auch zu deutlich höheren Preisen.
Engpässe gibt es deshalb aktuell nicht. Entspannung könnte nach Ansicht von ADAC Kraftstoffexperten eintreten, wenn die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) ab April ihre Fördermengen erhöht. Zusätzlich verfügt Deutschland über strategische Ölreserven, die eine Versorgung für rund 90 Tage selbst ohne jegliche Importe sicherstellen.
Da die Importe bislang allerdings weiterlaufen und die Reserven noch gut gefüllt sind, ist die Versorgung in Deutschland für mehrere Monate gesichert. Sollten sich die globalen Lieferbedingungen verschlechtern, würden die Preise zwar (weiter) stark steigen, gleichzeitig aber wohl auch der Verbrauch von Benzin und Diesel sinken. Deshalb ist davon auszugehen, dass die physische Versorgung – im Gegensatz zum Preisniveau – auch längerfristig stabil bleibt.
Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich
Wie die ADAC Auswertung der Spritpreise in Deutschland im Wochenvergleich zeigt, ist der Preis für Diesel-Kraftstoff seit der vergangenen Woche erneut gestiegen. So kostete Super E10 2,107 Euro und Diesel 2,316 Euro.
Gegenüber der Vorwoche ist das ein Anstieg von 3,3 Cent bei Super E10 und ein Anstieg von 2,8 Cent bei Diesel. Die Auswertung im Monatsvergleich zeigt, dass ein Liter Diesel im Monatsmittel 2,164 Euro kostete – nie zuvor war Diesel im Monatsschnitt teurer! Teuerster Diesel-Monat aller Zeiten war bisher der März 2022, kurz nach Beginn des Ukrainekriegs, mit durchschnittlich 2,140 Euro.
Auch Super E10 hat sich zuletzt sehr stark verteuert und kostete im März im Schnitt 2,022 Euro. Damit blieb der Preis zwar noch um 4,7 Cent unter dem des Rekordmonats März 2022, als für einen Liter Super E10 im Schnitt 2,069 zu bezahlen waren. Allerdings war der März damit für Super E10 der drittteuerste Monat aller Zeiten.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.