Tanken: Dieselpreis wieder niedriger als Benzinpreis
Von Sabrina Doschek

Der Tankrabatt vergünstigt den Benzin- und Dieselpreis in Deutschland, das zeigen die aktuellen Kraftstoffpreise. Allerdings sollte zeitnah entschieden werden, wie es mit der Entlastung für Autofahrer weitergeht.
Spritpreis im Tagesvergleich: Diesel wieder billiger als Super E10
ADAC: Tankrabatt beginnt zu wirken
Bundesländer im Vergleich: Tanken derzeit im Saarland am günstigsten
Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag, 17. Mai, kostete ein Liter Super E10 1,998 Euro, ein Liter Diesel 1,991 Euro. Diesel ist seit Samstag, 16. Mai, erstmals seit Anfang März wieder günstiger als Super E10. Seit Anfang April ist Diesel nun um über 45 Cent pro Liter gefallen, Super E10 dagegen nur um knapp 20 Cent.
Der Tankrabatt – also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Prozent – gilt seit 1. Mai und beginnt jetzt zu wirken. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben – gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Ob eine Verlängerung des Tankrabatts wegen der weiterhin hohen Belastungen notwendig ist, sollte aufgrund der Unsicherheiten über die Entwicklung im Nahen Osten spätestens Mitte Juni entschieden werden. Im Zuge dessen sollte auch die Wirkung der 12-Uhr-Regel, die nach Analysen des ADAC kontraproduktiv wirkt, transparent aufgezeigt und angepasst werden.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts, der seit dem 1. Mai 2026 gilt, wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 sind die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hat sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres, bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.
Benzin- und Dieselpreis im Vergleich zur Vorwoche
Wie die wöchentliche ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, ist der Preis für einen Liter Super E10 binnen Wochenfrist am 12. Mai um 5,2 Cent gesunken, Diesel ist um 11,2 Cent billiger.
Der deutliche Rückgang der Spritpreise im Wochenvergleich dürfte vor allem der Energiesteuersenkung zu verdanken sein.
Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche
Ein weiterer wesentlicher Grund für den Rückgang der Spritpreise sind die im Wochenvergleich ebenfalls niedrigeren Rohölnotierungen. So kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent vor einer Woche rund 110 US-Dollar, aktuell sind es gut 5 US-Dollar weniger. Tankrabatt und günstigerer Rohölpreis zusammen hätten nach Meinung des ADAC allerdings zu weiter sinkenden Spritpreisen als aktuell führen müssen.
Tanken im Saarland am günstigsten
Die Autofahrerinnen und Autofahrer im Saarland müssen aktuell deutschlandweit am wenigsten beim Tanken bezahlen, sowohl für Super E10 als auch für Diesel. Schleswig-Holstein weist zurzeit die höchsten Benzinpreise auf, Hamburg ist dagegen bei Diesel am teuersten. Das ist das Ergebnis der aktuellen ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in den 16 deutschen Bundesländern.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.