Spritkosten: Benzin- und Dieselpreis entwickeln sich aktuell gegenläufig

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Von Sabrina Doschek

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Eine Tankstelle in Abenddämmerung
Trotz Tankrabatt: Die Spritpreise entwickeln sich gegensätzlich – nur Super E10 wird günstiger© Shutterstock/MDV Edwards

Im Vergleich zur Vorwoche hat sich Super E10 erneut verbilligt, Diesel steigt hingegen wieder leicht an und ist aktuell über 20 Cent teurer als Benzin. Alle Infos zum aktuellen Spritpreis in Deutschland.

  • Dieselpreis steigt um 3,4 Cent je Liter, Super E10 sinkt um 2,6 Cent

  • Spritpreisdeckel ab 1. Januar 2027

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Wochenvergleich: Benzin sinkt, Diesel steigt leicht

Die Preise für die Kraftstoffe entwickeln sich derzeit gegenläufig. Nach aktuellen Zahlen des ADAC gibt es bei Super E10 im Vergleich zur Vorwoche einen Rückgang von 2,6 Cent, während der Dieselpreis in der gleichen Zeit um 3,4 Cent gestiegen ist. Damit liegt Super E10 im bundesweiten Mittel bei 2,084 Euro je Liter, Diesel kostet 2,289 Euro. Somit ist Diesel aktuell über 20 Cent teurer als Super E10.

Der aktuelle Ölpreis im Wochenvergleich

Der Ölpreis ist im Vergleich zur Vorwoche geringfügig gestiegen, ein Barrel der Nordseesorte Brent liegt bei etwas über 109 US-Dollar (Stand: 27. Oktober). Der höhere Ölpreis, die angespannte Lage auf den internationalen Dieselmärkten und die mit Beginn der kälteren Jahreszeit zunehmende Nachfrage nach Heizöl wirken sich derzeit insbesondere auf den Dieselpreis aus. Trotz des gestiegenen Ölpreises ist Benzin wie auch schon in der Vorwoche erneut günstiger geworden. Dies deutet darauf hin, dass bei Super E10 Spielraum für Preisnachlässe bestand.

Tankrabatt seit 1. Oktober

Bund und Länder hatten sich angesichts der Allzeit-Höchststände bei Benzin und Diesel darauf verständigt, mit einem neuen Tankrabatt von Anfang Oktober bis Ende Dezember zu entlasten. Der Tankrabatt sieht vor, die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent zu senken: Inklusive Mehrwertsteuer ergibt das eine Steuererleichterung um knapp 17 Cent.

ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel

Der ADAC spricht sich für die Abschaffung der 12-Uhr-Regel an den Tankstellen aus. Die Regel hat zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht – das hat die Preise aber keinesfalls gesenkt. Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet.

Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen. Die 12-Uhr-Regel hat ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. "Deshalb sollte sie abgeschafft werden", so ADAC Verkehrspräsident Peter König.

Bundesregierung: Spritpreisdeckel ab 2027

Ende September kündigte die Bundesregierung an, Gespräche mit der Mineralölwirtschaft mit dem Ziel aufzunehmen, spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einzuführen. Besondere Priorität hat dabei die Versorgungssicherheit.

Der ADAC hat zur Versachlichung der Debatte über hohe Kraftstoffpreise die Studie „Regulierung im Kraftstoffmarkt – Auswirkungen und Alternativen“ bei Prof. Dr. Justus Haucap und Leonard Gregor am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) in Auftrag gegeben. Darin werden unterschiedliche Regulierungsansätze und ihre möglichen Auswirkungen auf Preise, Wettbewerb und Verbraucher untersucht.

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Studie im Auftrag des ADAC zur Regulierung von Kraftstoffpreisen
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Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

Hoher Spritpreis: So sparen Sie beim Tanken

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag.

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

  • ADAC Mitglieder profitieren seit 1. September 2026 von Tankrabatten an rund 1100 Esso-Tankstellen: ADAC Mitglieder tanken bei Esso günstiger

Mit Material von dpa.