Tanken: Spritpreise legen im Wochenvergleich deutlich zu

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Von Sabrina Doschek

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Eine Spritpreisanzeige an einer Tankstelle
Benzin- und Dieselpreis steigen wieder, Tanken bleibt teuer!© picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Die Spritpreise ziehen im Wochenvergleich weiter an. Tanken ist aus Sicht des ADAC weiterhin zu teuer, denn der aktuelle Ölpreis und das Niedrigwasser erklären die hohen Spritpreise nur zum Teil. Die Infos zum aktuellen Benzin- und Dieselpreis.

  • Wochenvergleich: Super E10 um 3,7 Cent, Diesel um 5,3 Cent gestiegen

  • Rohölpreis zieht binnen Wochenfrist an

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzin- und Dieselpreis steigen im Vergleich zur Vorwoche

Die Spritpreise ziehen weiter an: Wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen, kostet Super E10 im bundesweiten Mittel rund 2,162 Euro je Liter. Das entspricht einem Anstieg von 3,7 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Im selben Zeitraum verteuert sich Diesel noch stärker: 2,253 Euro müssen Verbraucher und Verbraucherinnen durchschnittlich je Liter bezahlen – das sind 5,3 Cent mehr als noch in der vergangenen Woche.

Rohölpreis steigt im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls an

Rohöl der Sorte Brent kostet derzeit rund 91 US-Dollar je Barrel, ein Aufschlag von etwa zwei Dollar zur Vorwoche. Aus Sicht des ADAC liegen die Spritpreise in Deutschland nach wie vor auf einem zu hohen Niveau. Zwar erklären das historische Niedrigwasser auf dem Rhein und damit verbundene Transportschwierigkeiten sowie der weitere leichte Anstieg des Ölpreises einen Teil der höheren Kraftstoffpreise, sie reichen aber nicht aus, um das derzeitige Preisniveau vollständig zu erklären: Tanken ist nach wie vor zu teuer.

Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

So sparen Sie beim Tanken

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Verstoß gegen 12-Uhr-Regel: Niedersachsen kündigt Strafen an

Niedersachsen geht als erstes Bundesland gegen Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise vor. Weil Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben dürfen, wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 1900 Verwarnungen gegen etwa 250 Tankstellen ausgesprochen. Für Verstöße im April blieb es noch bei Verwarnungen.

Für Verstöße seit Mai kündigt das Bundesland jedoch reguläre Bußgeldverfahren an. Möglich sind Strafen von bis zu 100.000 Euro. Zudem fordert Niedersachsen, die Kontrolle und Verfolgung von Verstößen künftig zentral beim Bund anzusiedeln.

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

Mit Material von dpa.