Tanken: Spritpreise steigen weiter – Tankrabatt beschlossen
Von Sabrina Doschek

Der Krieg in Nahost hat Rekordpreise bei Benzin und Diesel verursacht. Zur Entlastung der Autofahrer ist nun der Tankrabatt beschlossen worden. Plus: Die aktuellen Benzin- und Dieselpreise im Tages- und Wochenverlauf.
Tagesvergleich: Spritpreise steigen weiter
Wochenvergleich: Ölpreis steigt im Vergleich zur Vorwoche auf rund 98 US-Dollar
Bundesregierung beschließt Tankrabatt
Benzinpreis und Dieselpreis steigen weiter
An den sechs Tagen nach Einführung des sogenannten Österreich-Modells (1. April 2026) hatte der Dieselpreis im Tagesdurchschnitt jeweils ein neues Allzeithoch erreicht. Zuletzt waren, erstmals seit fast zwei Wochen, sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel etwas billiger geworden. Doch rund eine Woche vor dem geplanten Start des Steuerrabatts ziehen die Preise nun wieder kräftig an.
Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.
Die Kraftstoffpreise vom Sonntag, 26. April, liegen über dem Niveau der Vortage. Der Preis für einen Liter Super E10 beträgt 2,099 Euro, ein Liter Diesel kostet 2,195 Euro. Die Preise beider Kraftstoffe haben somit in den letzten Tagen weiter zugelegt.
Am Ostermontag, 6. April, erreichte E10 mit 2,192 Euro je Liter den höchsten Stand des Jahres. Zum höchsten E10-Preis aller Zeiten, am 14. März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, fehlte an diesem Tag nur noch 1 Cent.
Als möglicher Treiber der aktuellen Entwicklung gilt der Ölpreis: Die für Europa maßgebliche Sorte Brent ist zuletzt wieder auf deutlich mehr als 100 US‑Dollar je Barrel gestiegen.
Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich
Betrachtet man die Spritpreise im wöchentlichen Vergleich, ergibt sich folgendes Bild: Diesel hat sich im Vergleich zur Vorwoche sehr deutlich verbilligt: Wie die ADAC Auswertung vom Dienstag, 21. April, zeigt, sind die Preise für Diesel gegenüber der Vorwoche um 15,7 Cent je Liter und für Super E10 um 4,8 Cent gesunken.
So kostete Super E10 am Dienstag, 21. April, 2,059 Euro, vor einer Woche lag der Preis noch bei 2,107 Euro. Für Diesel mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer am Dienstag 2,129 Euro (Vorwoche: 2,286 Euro) bezahlen. Seit dem Allzeithoch (2,447 Euro/Liter) vor rund zwei Wochen ist der Dieselpreis damit um 31,8 Cent gesunken.
Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche
Der Rohölpreis als wichtigster Faktor bei der Bewertung der Kraftstoffpreise lag mit rund 98 US-Dollar (ca. 83 Euro) für die Sorte Brent am Dienstag, 22. April, über dem Niveau der Vorwoche. Der Benzinpreis ist vor dem Hintergrund des Ölpreises und des aktuellen Dollarkurses immer noch zu hoch und sollte stärker sinken, als dies in den letzten Tagen der Fall war. So lag der Preis von Super E10 vor gut einem Monat niedriger, obwohl der Ölpreis höher und das Wechselkursverhältnis schlechter war.
Bundesregierung beschließt Tankrabatt
Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise hat die Bundesregierung am Freitag, 24. April, den Tankrabatt zur Entlastung der Autofahrenden und der Wirtschaft beschlossen. Das Gesetz sieht vor, die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin ab dem 1. Mai 2026 für zwei Monate um jeweils 14,04 Cent je Liter zu reduzieren. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils ergibt sich daraus eine Entlastung von bis zu 17 Cent brutto pro Liter.
Der ADAC begrüßt die befristete Senkung der Energiesteuer um 17 Cent, mit der die Bundesregierung eine Forderung des Clubs aufgenommen hat, mahnt jedoch an, dass sich die vollen 17 Cent an den Zapfsäulen niederschlagen.
Tankrabatt könnte verzögert bemerkbar sein
Ob sich der durch die Steuersenkung im Mai eingeführte Tankrabatt unmittelbar und vollumfänglich auf die Kraftstoffpreise auswirken wird, ist fraglich. Laut ADAC ist davon auszugehen, dass die Kraftstoffpreise erst sukzessive sinken werden.
2022, als schon einmal ein Tankrabatt gewährt wurde, sind die Preise nicht sofort in voller Höhe der Steuersenkung gefallen. Ein Grund dürfte sein, dass viele Tankstellen noch Kraftstoff in ihren Tanks lagern, der mit der bisherigen, höheren Energiesteuer eingekauft wurde.
Versorgungsengpässe rund um den 1. Mai sind jedoch unwahrscheinlich: Das sei auch beim Tankrabattmodell von 2022 befürchtet worden, aber dann nicht eingetreten.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mitarbeit: Katharina Dümmer
Mit Material von dpa.