Der Tankrabatt soll die drastischen Preissteigerungen bei Benzin und Diesel seit Beginn des Irankriegs abmildern. Allerdings behalten Mineralölunternehmen den Tankrabatt teilweise ein. So wirkt er sich an der Zapfsäule aus. Energiesteuer seit 1. Mai um ca. 14 Cent gesenkt ADAC kritisiert: Steuersenkung wird nicht vollständig weitergegeben Der Benzin-, Diesel- und Ölpreis im Wochenvergleich Mineralölunternehmen behalten Tankrabatt teilweise ein Seit dem 1. Mai greift der Tankrabatt: Der Bund hat die Energiesteuer um ca. 14 Cent gesenkt. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben – gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent Entlastung. Am Mittwoch, 6. Mai, kostete Super E10 im Tagesdurchschnitt je Liter 2,002 Euro, für einen Liter Diesel wurden 2,056 Euro je Liter fällig. Die Senkung der Energiesteuer, mit der die stark gestiegenen Kraftstoffpreise als Folge des Kriegs am Golf abgefedert werden sollen, beträgt allerdings – wie bereits genannt – 17 Cent. Die Tagesdurchschnittspreise sind zwar gegenüber dem Vortag und insbesondere im Vergleich zum 30. April, dem letzten Tag vor der Energiesteuersenkung, gesunken, dennoch kommt die Energiesteuersenkung weiterhin nicht vollständig an. Zwar war Diesel vor rund zwei Monaten günstiger, damals jedoch noch ohne Tankrabatt. Der Ölpreis hat im Tagesverlauf des 6. Mai nachgegeben. Gegenüber dem Referenzdatum 30. April ist dieser Rückgang deutlich: Während Brent-Öl vor einer Woche noch über 110 US-Dollar notierte, liegt der Preis aktuell nur knapp über 100 US-Dollar. Unterstützt wird diese Entwicklung durch einen im Wochenvergleich leicht stärkeren Euro gegenüber dem US-Dollar. Aus Sicht des ADAC besteht daher weiterhin spürbarer Spielraum für sinkende Kraftstoffpreise. Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts, der seit dem 1. Mai 2026 gilt, wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar. Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 sind die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hat sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April. Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs folgenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres, bei 2,192 Euro je Liter nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukraine-Kriegs 2022. Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche Laut ADAC hat sich der Ölpreis für die Sorte Brent am 5. Mai im Bereich von 110 US-Dollar je Barrel – ähnlich wie am 30. April, dem letzten Tag vor der Energiesteuersenkung, bewegt. Der Euro-Dollar-Wechselkurs liegt ebenfalls fast auf dem Niveau von Ende April, sodass sich der 30. April und der 5. Mai gut miteinander vergleichen ließen. Die Kraftstoffpreise sind in diesem Zeitraum jedoch nicht um 17 Cent, sondern nur um rund 10 Cent je Liter Super E10 bzw. rund 12 Cent je Liter Diesel gesunken. Das Argument, dass die Tankstellen zu Beginn der Rabattaktion noch Kraftstoff in ihren Tanks hätten, der mit dem regulären Steuersatz eingekauft wurde, kann inzwischen nicht mehr gelten. Dies belegt laut ADAC, dass die Mineralölunternehmen offenbar einen nicht unerheblichen Teil des Tankrabatts einbehalten, anstatt ihn wie vorgesehen an die Verbraucher und Verbraucherinnen weiterzugeben. Benzin- und Dieselpreis im Wochenvergleich Nach Meinung des ADAC ist der Tankrabatt bislang noch nicht vollständig von den Mineralölunternehmen an die Autofahrenden weitergegeben worden Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, ist der Preis für einen Liter Super E10 binnen Wochenfrist am 5. Mai um 7,8 Cent gesunken, Diesel ist um 10,5 Cent billiger. Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag. Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren: Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt. Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Mit Material von dpa.