Tanken: Nur geringe Änderungen bei Benzinpreis und Dieselpreis
Von Sabrina Doschek

Der Tankrabatt hat den Benzin- und Dieselpreis in Deutschland vergünstigt, das zeigen die aktuellen Kraftstoffpreise. Nach Ansicht des ADAC müssten die Preise aber deutlich niedriger sein.
Spritpreise im Wochenvergleich: Super E10 1,2 Cent günstiger, Diesel 0,5 Cent teurer
Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis im Tagesvergleich
So lässt sich beim Tanken sparen
Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich
Während der Benzinpreis im Vergleich zur Vorwoche gesunken ist, hat sich Diesel geringfügig verteuert: Laut einer Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland kostete ein Liter Super E10 in Deutschland am Dienstag, 9. Juni, durchschnittlich 1,906 Euro, ein Liter Diesel 1,888 Euro.
Das bedeutet einen Rückgang von 1,2 Cent bei Super E10 und einen Anstieg von 0,5 Cent bei Diesel gegenüber der Vorwoche. Beide Kraftstoffe bleiben weiter unter der 2-Euro-Marke und Diesel bleibt seit Samstag, 16. Mai, günstiger als Super E10. Der Preisabstand zwischen den beiden Sorten ist derzeit relativ stabil.
Ölpreis im Wochenvergleich
Aus Sicht des ADAC hätten die Preise für beide Kraftstoffsorten in den letzten Wochen allerdings stärker sinken müssen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist von Werten deutlich über 110 US-Dollar noch vor wenigen Wochen auf aktuell rund 91 US-Dollar zurückgegangen.
Diese deutlich niedrigeren Preise werden nach Meinung des ADAC von den Mineralölunternehmen jedoch in zu geringem Umfang an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben. Somit besteht auch weiterhin erhebliches Potenzial für Preissenkungen an den Tankstellen.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.
Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Prozent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Verlängerung des Tankrabatts noch offen
Ob eine Verlängerung des Tankrabatts wegen der weiterhin hohen Belastungen notwendig ist, sollte aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung im Nahen Osten spätestens Mitte Juni entschieden werden. Im Zuge dessen sollte auch die Wirkung der 12-Uhr-Regel, die nach Analysen des ADAC kontraproduktiv wirkt, transparent aufgezeigt und angepasst werden.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.