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- NOx-Emissionen von Euro6-Diesel-Pkw nach Herstellern -

Stickoxid-Emissionen der Dieselmotoren in der Kritik

Vor 15 Jahren waren vor allem die Partikelemissionen von Dieselmotoren in der Kritik – heute sind diese kein Thema mehr, beim Partikelausstoß sind die Selbstzünder dank Partikelfilter vorbildlich sauber. Bei den Stickoxid-Emissionen (NOx) hätten sie in den letzten 10 Jahren auch deutlich sauberer werden sollen – haben das aber nur teilweise geschafft. Die Abgasreinigung im Praxisbetrieb nehmen die Hersteller unterschiedlich ernst, wie die NOx-Emissionen nach Konzernen aufgeschlüsselt zeigen. Für die Auswertung wurden die Stickoxid-Emissionen von Euro6-Dieseln seit 2013 im ADAC EcoTest herangezogen. Insgesamt 188 Tests gingen in die Wertung ein und werden nach Konzernen dargestellt.
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  • Gerade deutsche Hersteller mit ordentlichen Ergebnissen
    Positiv fallen tatsächlich die deutschen Hersteller auf, sie haben inzwischen ein akzeptabel niedriges Niveau mit ihrer Flotte erreicht und keine gravierend schlechten Modelle mehr im Angebot. Ausgerechnet die besten vier Konzerne haben beim „Dieselgipfel“ in Berlin Anfang August 2017 eine Nachbesserung ihrer Fahrzeuge angekündigt, während andere Hersteller, die Fahrzeuge mit sehr hohen Abgasemissionen nach wie vor verkaufen, keine weiteren verbessernden Maßnahmen an Bestandsfahrzeugen durchführen wollen.
  • Auch ausländische Hersteller sollten dringend nachbessern
    Sehr wichtig wäre allerdings, dass ebenso die weniger guten Hersteller nachbessern, denn hier gibt es am meisten zu verbessern. So liegt der durchschnittliche NOx-Ausstoß der getesteten Fahrzeuge des Renault-Konzerns fast fünfmal so hoch wie der der getesteten BMWs. Schaut man sich die Messwerte im Detail an, wird es noch gravierender: der Renault Grand Scénic 160 dCi stößt innerorts mit warmem Motor so viel Stickoxide aus wie 240 (!) BMW 520d – 1.674 mg zu 7 mg je Kilometer.
  • Verschiedene Erkenntnisse zu den Herstellern
    Mercedes könnte insgesamt noch besser abschneiden, würden sie in den kleineren Baureihen nicht auf NOx-Speicherkats setzen – im neuen EcoTest (seit September 2016) erzielte das schlechteste Ergebnis ein Fahrzeug mit eben dieser unzureichend ausgelegten Abgasreinigung, die Modelle mit neuem Mercedes-eigenem Dieselmotor und SCR-Katalysator stoßen nur einen Bruchteil davon aus.

    Die Ergebnisse von BMW sind insgesamt gut, vor allem innerorts und auf der Landstraße punkten sie mit extrem niedrigen Emissionen. Bei den neuesten Modellen setzen die Münchner auf ein Kombisystem aus Speicherkat und SCR-Kat – ein hoher Aufwand, der sich auch bei den RDE-Messungen mit sehr guten Ergebnissen auszahlt.

    Der VW-Konzern mit allen Marken (VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche) ist inzwischen recht sauber unterwegs. Besonders der 2.0-l-TDI mit SCR-Kat kann im EcoTest gute Ergebnisse erzielen. Die Varianten mit Speicherkat kommen besonders unter hoher Last an ihre Grenzen, bleiben aber zumindest innerorts ausreichend schadstoffarm.

    Bei Opel ist das Feld recht weit gestreut, die Modelle mit NOx-Speicherkat schneiden wenig gut ab, dagegen können die neuen Diesel mit SCR-Kat überzeugen. Diese sind zwar nicht extrem sauber, aber selbst bei sehr hohen Lasten nicht schmutzig – das System funktioniert offensichtlich gut und robust.

    Auch wenn die Ergebnisse der aktuellen Mazda-Diesel angesichts nur innermotorischer Maßnahmen und ohne Einsatz einer speziellen Abgasnachbehandlung gegen Stickoxide erstaunlich gut ausfallen – es zeigt sich nun bei Mazda, dass die technische Auslegung, über eine ungewöhnlich niedrige Verdichtung die Euro6-Norm einzuhalten, spätestens mit dem WLTC an seine Grenzen kommt – künftige Modelle werden daher eine kombinierte Abgasreinigung aus NOx-Speicherkat und SCR-Kat bekommen.

    Der PSA-Konzern (Peugeot, Citroen, DS) hat für Euro6 von Anfang an auf SCR-Kats gesetzt. Die Ergebnisse im NEFZ waren sehr gut. Fährt man allerdings einen etwas anspruchsvolleren Zyklus wie den EcoTest, steigen die NOx-Emissionen massiv an – ungewöhnlich, weil man das bei einem Dieselmotor mit SCR-System nicht erwarten würde. PSA muss hier dringend nachbessern, damit die Modelle auch außerhalb des Prüfstands sauber unterwegs sind.

    Auch Volvo hat angekündigt, seine Dieselmotoren ab Herbst 2017 sukzessive mit SCR-Kats auszurüsten, damit diese die zukünftige Euro6d-Norm einhalten. Ein wichtiger Schritt, denn die aktuelle Abgasreinigung über NOx-Speicherkat ist zwar nicht richtig schlecht, aber insbesondere in den größeren Autos teilweise überfordert.

    Ford verkauft immer noch Diesel-Fahrzeuge, die nur auf dem Prüfstand die Euro6-Norm einhalten können, weil unzureichend funktionierende NOx-Speicherkats verbaut werden. Gut funktionierende SCR-Kats werden nur in großen Ford Transportern installiert – das zeigt, dass das Know How im Hause vorhanden wäre.

    Toyota als einer der drei größten Autokonzerne weltweit taucht nicht in der Liste auf – weil sie vergleichsweise wenige Dieselfahrzeuge in Deutschland verkaufen und daher auch im EcoTest nur wenige Modelle in den letzten vier Jahren geprüft wurden. Aus nur zwei Ergebnissen lässt sich kein repräsentativer Durchschnitt bilden. Ebenso verhält es sich mit Nissan, Subaru und SsangYong, von denen jeweils nur zwei bzw. ein EcoTest vorliegen.

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