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- Nach dem Werkstattbesuch -

Ärger mit der Werkstatt

Was tun, wenn das Auto nach der Reparatur immer noch nicht funktioniert? Wie prüft man eine Werkstatt-Rechnung? Was tun wenn es Ärger gibt? Wie reklamiere ich dann richtig? Der ADAC hilft Ihnen.

  • Mindestens ein Jahr Haftung
    Eine Werkstatt muss wenigstens zwölf Monate für Mängel einstehen, die sie verursacht hat. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist hierfür zwar eine längere Frist von zwei Jahren vorgesehen, doch diese darf auf die Hälfte reduziert werden – was in der Praxis allermeist getan wird. Auch die in vielen Betrieben zugrunde gelegten Reparaturbedingungen des Zentralverbands des deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) beschränken die Haftung auf zwölf Monate. Entsprechend der gesetzlichen Sachmängelhaftung muss die Werkstatt einen Mangel unter Übernahme aller Kosten im eigenen Betrieb beheben. Ausgeschlossen sind Defekte aufgrund von gewöhnlichem Verschleiß.
  • Mängel sofort melden
    Melden Sie Mängel sofort bei Ihrer Werkstatt und lassen Sie sich diese Mangelanzeige schriftlich bestätigen (wichtig wegen der Frist).
    Mängel, die zwar während der zwölfmonatigen Frist aufgetreten sind, aber erst danach gemeldet wurden, muss die Werkstatt nicht beheben
    Die Werkstatt hat Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu übernehmen
  • Nachbesserung ermöglichen
    Die Werkstatt muss Gelegenheit haben, Mängel selbst zu beheben. Sie dürfen also zunächst keine fremde Werkstatt einschalten.
    Ist die Werkstatt trotz mehrfacher Nachbesserungsversuche (gewöhnlich zwei bis drei) nicht in der Lage, den Mangel zu beseitigen, so können Sie die Rechnung mindern oder vom Vertrag zurücktreten. Das gleiche gilt, wenn die Werkstatt die Nachbesserung verweigert oder trotz Fristsetzung (zwei Wochen reichen) gar nicht oder nicht rechtzeitig erbringt. Die Fristsetzung kann wegfallen, wenn Sie das Vertrauen in Ihre Werkstatt verloren haben (falls sie schuldhaft Nebenpflichten verletzt hat, z.B. bei der Nachbesserung wurden weitere Mängel verursacht). In diesen Fällen sind keine weiteren Nachbesserungsversuche zumutbar.
  • Bei Notfällen

    Wird Ihr Fahrzeug wegen eines Sachmangels mehr als 50 Kilometer entfernt von der ursprünglichen Werkstatt betriebsunfähig, kann dieser Mangel von einem anderen Kfz-Meisterbetrieb beseitigt werden. Sie müssen sich – wenn möglich – die Zustimmung der ersten Werkstatt einholen. Sie sollten die Fremdreparatur dokumentieren und die ausgebauten Teile aufbewahren. Liegt kein solcher Notfall vor, dürfen Sie nur dann eine andere Werkstatt wählen, wenn dies der ursprünglich beauftragte Betrieb ausdrücklich schriftlich erlaubt hat. Sonst bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Etwas anderes gilt nur, wenn Sie erfolglos eine Frist gesetzt haben und die Werkstatt dennoch nicht tätig wird.
  • Vorsicht bei zweiter Werkstatt
    Wenn Sie eine andere Werkstatt einschalten, müssen Sie sich entgegen halten lassen, dass die Erstwerkstatt unter Umständen Arbeiten durchgeführt hat, die die Aufgabe der Zweitwerkstatt erleichtert haben. Diesen Teil haben Sie zu tragen. Generell gilt: Wenn die Arbeit Ihrer Werkstatt für Sie zwar erfolglos scheint, aber dennoch einen Wert hat (etwa Untersuchung von Fehlerursachen, die danach ausgeschlossen werden können), so bleibt der Lohnanspruch diesbezüglich bestehen. Voraussetzung ist, dass die Arbeiten nach den anerkannten Regeln der Kraftfahrzeugtechnik zur Eingrenzung der Schadensursache notwendig waren.
  • Zwei Verträge
    Bevor repariert werden kann, muss oftmals erst der zugrunde liegende Fehler ausfindig gemacht werden. Juristisch gesehen schließen Sie hier zwei Verträge ab: den Fehlersuch- und den Fehlerbeseitigungs-Vertrag. Die Fehlersuche kann sich schwieriger als die Fehlerbeseitigung gestalten. Die Werkstatt muss aber bei der Fehlersuche die geltenden Regeln des Handwerks einhalten und wirtschaftlich vorgehen. Wenn die Werkstatt wahrscheinliche Ursachen überprüft und ausschließt, um dann die nächst wahrscheinlichen Fehlerquellen zu überprüfen, so muss der Kunde alle durchgeführten Fehlersuchmaßnahmen tragen, auch wenn sich die eigentliche Fehlerquelle erst später herausstellt.
  • Ersatzteile und Einbau
    Setzt sich die Reparatur aus dem Kauf von Ersatzteilen und deren Einbau zusammen, können unterschiedliche Fristen zur Anwendung kommen. Wenn der Schwerpunkt der Leistung beim Einbau liegt, so gilt allein das Reparaturrecht. Wiegt aber der Kauf schwerer, so kommen hier die Vorschriften für die Sachmängelhaftung zur Anwendung (z.B. Kauf von Scheibenwischerblättern mit Montage). Bei Neuteilen gilt dann eine Frist von zwei Jahren, die nicht verkürzt werden darf. Bei Gebrauchtteilen kann die Haftung auf ein Jahr verkürzt werden. Ein weiterer Vorteil des Kaufs ist die so genannte Beweislasterleichterung. Normalerweise haftet der Verkäufer/die Werkstatt nur für Mängel, die bereits zum Zeitpunkt der Übergabe vorhanden waren. Da dies aber schwer zu belegen ist, wird dem Kunden die Beweisführung erleichtert: Wenn an den Teilen innerhalb der ersten sechs Monate ein Mangel auftritt, so geht man davon aus, dass dieser schon bei Übergabe/Einbau vorhanden war.
  • Mobilitätsgarantien
    Wenn Sie eine Mobilitätsgarantie besitzen, können Sie bei einer Panne je nach den vereinbarten Klauseln Mietwagen- oder auch Übernachtungskosten geltend machen. Die Mobilitätsgarantie verlängert sich meist, wenn die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten ausgeführt wurden. Lesen Sie hierzu genau die Garantiebedingungen, denn dort finden Sie oftmals wichtige Einschränkungen.
  • Minderung
    Bei allen Mängeln können Sie die Rechnung in Höhe des Sachmangels mindern, d. h. Sie ziehen den „Wert des Mangels“ von der Rechnung ab. Hier ist es hilfreich, mit einem unabhängigen Kfz-Mechaniker oder Sachverständigen zu sprechen.
  • Rücktritt vom Vertrag
    Nur bei erheblichen Mängeln können Sie vom Vertrag zurücktreten – etwa wenn die Gebrauchstauglichkeit Ihres Fahrzeugs beeinträchtigt ist oder wenn mehrere Mängel zusammen treffen. Wenn Sie den Rücktritt erklärt haben, muss die Werksatt bereits bezahlte Beträge an Sie zurückzahlen und entsprechend die eingebauten Teile wieder ausbauen.
  • Schadensersatz
    Wenn Ihr Fahrzeug in der Werkstatt beschädigt oder gestohlen wird, haftet der Betrieb. Dies gilt für Schäden durch Mitarbeiter und Dritte sowie für Probe- und Überführungsfahrten. Verursacht Ihre Werkstatt einen Schaden nur leicht fahrlässig, weil sie etwa nicht sorgfältig gehandelt hat (und nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig), dann kann man sie nur eingeschränkt belangen. Diese Einschränkung gilt nicht, wenn durch das Fehlverhalten der Werkstatt ein Mensch verletzt oder sogar getötet wurde.
  • Wertsachen im Auto
    Für Gegenstände, die sich im Fahrzeug befinden, haftet die Werkstatt nur dann, wenn sie ausdrücklich in Verwahrung gegeben wurden – also am besten mit schriftlichem Vermerk auf dem Auftrag. Besser ist es, wenn Sie Schmuck oder Wertsachen vorher aus dem Fahrzeug nehmen. Kommen die Reparaturbedingungen des Zentralverbandes des deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) nicht zur Anwendung, gilt das Bürgerliche Gesetzbuch. Danach besteht ein Anspruch auf Schadensersatz nur dann, wenn eine zumindest leicht fahrlässig verursachte Pflichtverletzung vorliegt. Die Werkstatt muss also beweisen, dass sie nicht schuldhaft gehandelt hat.

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