DruckenPDFBookmarkKontaktieren Sie uns

Mangelhafte Reparatur

 

Die Werkstatt hat nicht fachgerecht gearbeitet - was nun? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Problem. Lesen Sie, was Sie tun können und wie Sie zu Ihrem Recht kommen.


  • Wie lange haftet die Werkstatt?

    Die Verjährung der Sachmängelansprüche beginnt mit der Abnahme zu laufen. Sie beträgt nach dem Gesetz zwei Jahre, nach den Kfz-Reparaturbedingungen, die in vielen Werkstätten gelten, gilt eine Verjährungsfrist von einem Jahr. Verschweigt der Unternehmer arglistig Mängel, beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.  


  • Für welche Mängel haftet die Werkstatt?

    Die Werkstatt muss für alle Mängel einstehen, die nach der Abnahme durch den Kunden gemeldet werden. Sie muss den Mangel unter Übernahme aller Kosten in ihrem Betrieb beheben. Das bedeutet, dass der Unternehmer die Transport-, Wege-, Arbeits-, und Materialkosten tragen muss. Natürlicher Verschleiß ist jedoch von der Sachmängelhaftung ausgeschlossen. 

  • Wie oft muss die Werkstatt nachbessern?

    Wie viele Nachbesserungsversuche der Werkstatt zugebilligt werden müssen, ist gesetzlich für die Autoreparatur nicht geregelt. Es gibt aber für das Kaufrecht eine gesetzliche Regelung, die auch als Orientierungshilfe für den Reparaturvertrag dienen kann: Danach gilt die Nachbesserung regelmäßig nach dem erfolglosen zweiten Nachbesserungsversuch als fehlgeschlagen. Ein dritter Versuch ist im Kaufrecht dem Käufer in der Regel nicht mehr zuzumuten. Wer sichergehen möchte, sollte der Werkstatt daher mindestens zwei, wenn möglich sogar drei Nachbesserungsversuche einräumen.


  • Kann ich den Mangel auch in einer anderen Werkstatt beseitigen lassen?

    Hat die Werkstatt die Reparaturarbeiten mangelhaft durchgeführt, so muss der Kunde ihr zunächst Gelegenheit zur Nachbesserung geben. Er kann nicht einfach eine andere Werkstatt beauftragen, die Reparaturarbeiten durchzuführen.
     
    In eine andere Werkstatt kann der Kunde nur in wenigen Ausnahmefällen gehen, so z. B.  wenn sich die Werkstatt mit der Nachbesserung im Verzug befindet. In Verzug gerät die Werkstatt, wenn sie auf ein ausdrückliches Mängelbeseitigungsverlangen des Kunden hin – das aus Beweisgründen am besten schriftlich erfolgen sollte - nicht innerhalb einer angemessenen Frist (angemessen dürfte hier eine Frist von ca. zwei Wochen sein) tätig wird.
     
    Gelten die Kfz-Reparaturbedingungen, kann sich der Auftraggeber mit vorheriger Zustimmung der Werkstatt an einen anderen Kfz-Meisterbetrieb wenden. In diesem Fall hat der Auftraggeber in den Auftragsschein aufnehmen zu lassen, dass es sich um die Durchführung einer Mängelbeseitigung der Erstwerkstatt handelt und dass die Zweitwerkstatt die ausgebauten Teile während einer angemessenen Frist zur Verfügung zu halten hat.


  • Was für Rechte habe ich, wenn der Mangel nicht beseitigt werden kann?

    Wenn ein Mangel trotz mehrfacher Nachbesserungsversuche nicht beseitigt worden ist, braucht sich der Kunde auf weitere Versuche nicht mehr einlassen. Normalerweise werden für den Kunden allenfalls zwei bis drei Nachbesserungsversuche zumutbar sein. Spätestens dann kann er den Rücktritt vom Vertrag oder eine Minderung des Rechnungsbetrages verlangen.
     
    Beim Rücktritt ist der vom Kunden gezahlte Werklohn zurückzuerstatten. Es ist jedoch möglich, dass die Bemühungen der Werkstatt zwar nicht zum Erfolg führten, aber dennoch für den Kunden von Wert sind, beispielsweise weil bestimmte Fehlerursachen schon untersucht wurden. Für diese Arbeiten behält die Werkstatt ihren Vergütungsanspruch, denn diese Arbeiten sind für den Kunden nützlich, weil sie die Tätigkeit der neuen Werkstatt erleichtern. Die Beweislast für die Höhe des zu erstattenden Werts trägt die Werkstatt.
     
    Der Rücktritt gestaltet sich aus technischer Sicht oft schwierig. Praktisch wird es daher eher auf eine Werklohnminderung hinauslaufen. Da die Berechnung der Höhe der Werklohnminderung sehr schwierig ist, empfiehlt es sich, einen Sachverständigen zu kontaktieren. 
    ADAC Vertragssachverständige  PDF, 57 KB


  • Habe ich Anspruch auf Schadenersatz (z.B. Mietfahrzeug) gegenüber der Werkstatt nach einer mangelhaften Reparatur?

    Ansprüche auf Schadenersatz gegen die Werkstatt (Ersatz des Verdienstausfalls, Stellung eines Mietwagens) bestehen nur dann, wenn die Werkstatt schuldhaft gehandelt hat. In der Regel haben die Werkstätten im „Kleingedruckten“ ihre Haftung beschränkt bzw. für leichte Fahrlässigkeit zum großen Teil ausgeschlossen. Bei der Inanspruchnahme eines Mietwagens sollte man daher in jedem Fall zurückhaltend sein. Denn wenn sich später herausstellt, dass keine (grobe) Fahrlässigkeit der Werkstatt gegeben ist, trägt der Kunde die Kosten selbst.


  • Was sind die Kfz-Reparaturbedingungen und wann gelten diese?

    Die Rechte und Pflichten des Kunden und der Werkstatt ergeben sich aus den Vorschriften zum Werkvertrag im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 631 ff BGB). Viele Werkstätten verwenden jedoch „Allgemeine Geschäftsbedingungen“, kurz AGB (= „das Kleingedruckte“), in denen sie auch von der Gesetzeslage abweichende oder ergänzende Regelungen aufstellen können. Die Mitgliedswerkstätten der Kfz-Innungen z.B. verwenden als AGB einheitlich die von den Innungen vorformulierten sog. „Kfz-Reparaturbedingungen“ (letzter Stand: 03/2008). Voraussetzung für die Geltung dieser Vertragsbedingungen ist aber, dass sie wirksam in den Vertrag miteinbezogen wurden.
     
    Dies kann entweder durch ausdrückliche Vereinbarung geschehen oder dadurch, dass sie bei Vertragsschluss in Papierform ausgehändigt werden. In der Regel sind die AGB auf der Rückseite des Auftragsscheins abgedruckt. Durch Anhang an Rechnungen oder Lieferscheine, die dem Vertragsabschluss nachfolgen, können die Reparaturbedingungen nicht wirksam in den Vertrag einbezogen werden.


  • ADAC-Musterschreiben: Nachbesserung bei einer mangelhaften Autoreparatur

    Streitigkeiten mit der Werkstatt wegen nicht ordnungsgemäß durchgeführter Arbeiten sind leider keine Seltenheit. Als Kunde haben Sie in diesem Fall (aufgrund der gesetzlichen Sachmängelhaftung) das Recht, von der Werkstatt kostenlose Nachbesserung zu verlangen. Dazu müssen Sie die Werkstatt zur Nachbesserung auffordern, indem Sie eine Frist setzen, innerhalb derer der Fehler behoben sein muss.
     
    Diese in der Fachsprache genannte „Fristsetzung zur Nacherfüllung“ ist grundsätzlich Voraussetzung für die Geltendmachung weiterer Rechte wie z.B. Minderung des Werklohns, Selbstvornahme der Reparatur (in einer anderen Werkstatt) oder sogar in seltenen Fällen Rücktritt vom Reparaturvertrag und/oder Schadenersatz. Nur in wenigen gesetzlichen Ausnahmefällen (§ 636 BGB) ist eine solche Fristsetzung entbehrlich. Es empfiehlt sich daher bei Streitigkeiten immer, zunächst der Werkstatt eine Frist zur Nachbesserung zu setzen. In der Regel ist eine Frist von 10-14 Tagen angemessen. Erst nach fruchtlosem Ablauf der Frist besteht die Möglichkeit, weitere Ansprüche geltend zu machen.
     
    Der ADAC hat für Sie ein Musterschreiben zur Fristsetzung erstellt:

    ADAC Musterschreiben Nachbesserung Reparatur
    PDF, 34 KB

    Aus Beweisgründen sollte das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein und/oder per Fax (bitte Sendebestätigung aufheben) versandt werden. 
    Das Musterschreiben dient nur als Orientierung und sollte an den jeweiligen Fall entsprechend angepasst werden.


Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


Weitere interessante Themen für Sie

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons

Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität