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- Lack -

Mattlack – Modetrend oder Murks?

Mit einem Auto kann man üblicherweise fahren und – wenn es sich von der Masse abhebt – auch auffallen. Dafür entwickeln Designer immer wieder neue Formen, aber auch neue Farben. Nach einem Feuerwerk der gesamten Farbpalette als Uni-, Metallic- und Perleffektlack gibt es eine neue Variante: der Mattlack.
  • Matter Lack ab Werk

    Die ersten komplett matten Autos ab Werk gab es bereits vor rund 15 Jahren – negative Kundenerfahrungen und minimale Nachfrage führten schnell zum Einstellen dieser Angebote. Auf Messen konnten hingegen immer wieder matte Show-Cars bewundert werden – matte Lacke haben andere optische Eigenschaften und bilden Konturen der Karosserien auffällig anders ab. 

    Mercedes traute sich im Jahre 2005 bei einer kleinen Sonderserie des CLK eine silbermatt graue Haut aufzutragen. Es folgen einige SLK und Geländewagen der G-Klasse. Seit Sommer 2009 sind Mattlackierungen unter der Bezeichnung magno über das Individualisierungsprogramm "Mercedes-Benz designo" für viele PKW-Modelle erhältlich. BMW bietet viele Modelle auf Kundenwunsch auch im matten Kleid an. Auch die mutigen italienischen Autobauer Alfa Romeo, Fiat und Lancia offerierten bereits bei Sonderserien matte Lackierungen.


  • So funktioniert der Mattlack

    Grundsätzlich unterscheidet sich der Aufbau einer matten nicht von einer üblichen Hochglanzlackierung. Etwas vereinfacht: Auf die Grundierung und den Filler wird – wie üblich – die Farbschicht und dann ein Klarlack aufgetragen. Der wiederum enthält ein Mattierungsmittel; gewöhnlich winzige Silikat-Partikel. 

    Mattlacke können grundsätzlich in der gleichen Lackierstraße wie Hochglanzlacke aufgetragen werden. Zur Homogenisierung der feinen Mattierungspartikel sind allerdings zusätzliche Rühreinrichtungen vor der Klarlack-Applikation notwendig. Die Kosten des Mattierungsanteils im Klarlack dürften nicht signifikant sein. Die deutlichen Aufpreise gegenüber den Standardlackierungen sind aus den geringeren Stückzahlen und aufwändigerem Finish (siehe „Reparatur“) erklärbar.


  • Die Pflege eines matten Lackes ist nicht ohne Tücken

    Naturgemäß können sich die optischen Eigenschaften eines matten Lackes durch mechanische Einwirkungen – etwa durch Bürsten einer Waschanlage oder durch Lackreiniger/Polituren mit schleifender Wirkung – verändern: Die Oberfläche wird geglättet und damit glänzender. 

    Zudem können Wachse und Polymere aus Autowaschanlagen die feinen Poren des Mattlackes allmählich schließen und ebenso zu einer glatten, glänzenden Oberfläche führen. Auffällig wird dies besonders im Vergleich zu frisch lackierten Flächen, also nach einer partiellen Reparaturlackierung. 

    Zur regelmäßigen Fahrzeugpflege kann nach derzeitigem Erkenntnisstand nur eine manuelle Fahrzeugreinigung mittels Hochdruckreinigungsgerät (etwa Kärcher) oder eine Waschanlage mit textilem Waschmaterial ohne Wachskonservierung (z. B. Cabrio-Waschprogramm) empfohlen werden. 

    Zur Beseitigung von stärkeren Verschmutzungen (Teer, Insekten) sollten möglichst nur chemische Mittel verwendet werden; beispielsweise Insektenschwämme können die matte Oberflächenanmutung dauerhaft verändern. Wer sich vor bösen Überraschungen schützen möchte, sollte unbedingt die Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten und einen Anwendungsversuch an unauffälliger Stelle durchführen. 

    Von mindestens vier Anbietern gibt es spezielle Mittel für matte Lacke: Petzoldt’s Mattlack-Pflege, Meguiar´s Quik Detailer, OPAQUE von Swizoel und ein Originalpflegemittel von Rolls Royce. Bei den Produkten handelt es sich grundsätzlich um Reinigungssubstanzen zur sogenannten „Trockenwäsche“. Weitere spezielle Pflegemittel – auch zur Nasswäsche – befinden sich derzeit in der Entwicklung.


  • Matte Lacke sind noch nicht zu reparieren

    Laut Auto- und Lackhersteller sind die matten Lacke genauso gegen äußere Einflüsse beständig wie hochglänzende. Lackschichtenaufbau und Chemie sind – bis auf die extra Mattierungspartikel – identisch. Dennoch sind beim Mattlack eventuelle Reparaturen deutlich aufwändiger, weil keine unsichtbaren partiellen Ausbesserungen in der Fläche möglich sind. Das Austupfen von Steinschlägen, ein punktuelles Ausbessern mittels Mini-Spritzpistole (smart repair) oder das Beilackieren und Beischleifen haben immer eine unterschiedliche Mattierung zur Folge und sind deshalb zur Reparatur ungeeignet. 

    Partiell glänzende Stellen infolge leichter mechanischer Einwirkungen (etwa Streifspuren von einem Fingernagel, Mantelknopf oder Schuh im Türeinstieg) können mit üblichen Verfahren nicht beseitigt werden – es ist grundsätzlich die Lackierung des kompletten, zusammenhängenden Karosserietechnik erforderlich. Für eine einfache Auffrischung des Mattierungseffektes müssen noch geeignete Verfahren entwickelt werden.


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