Autolack: Mattlack als Modetrend mit Mehraufwand

14.12.2018

Designer entwickeln immer wieder neue Farben und Lacke, die den jeweiligen Modewellen folgen. Kunden können nicht nur aus einer breiten Farbpalette auswählen, sondern auch aus diversen Oberflächen. So gibt es neben Uni-, Metallic- und Perleffektlack auch eine relativ neue Variante: den Mattlack.

Auto mit mattem Lack
©Shutterstock/Sabuhi Novruzov
  • Wir empfehlen das Fahrzeug manuell mit einem Hochdruckreinigungsgerät zu reinigen.
  • Reparaturen sind deutlich aufwendiger.
  • Aktuell ist keine einfache Auffrischung möglich.

 

Matter Lack ab Werk

Die ersten komplett matten Autos ab Werk gab es bereits vor rund 15 Jahren – negative Kundenerfahrungen und minimale Nachfrage führten jedoch schnell zum Einstellen dieser Angebote. Auf Messen konnten hingegen immer wieder matte Show-Cars bewundert werden – matte Lacke haben andere optische Eigenschaften und bilden Konturen der Karosserien auffällig anders ab. 

So funktioniert der Mattlack

Grundsätzlich unterscheidet sich der Aufbau einer matten nicht von einer hochglänzenden Lackierung. Vereinfacht: Auf die Grundierung und den Filler werden – wie üblich – die Farbschicht und dann ein Klarlack aufgetragen. Der wiederum enthält ein Mattierungsmittel, das sind gewöhnlich winzige Silikat-Partikel. Die deutlichen Aufpreise gegenüber den Standardlackierungen erklären sich aus den geringeren Stückzahlen und dem aufwendigeren Finish.

Tipps: Autopflege von mattem Lack 

Um möglichst lange Freude am Mattlack zu haben, empfehlen wir, das Fahrzeug manuell mit einem Hochdruckreinigungsgerät oder in einer Waschanlage mit textilem Waschmaterial ohne Wachskonservierung (z. B. Cabrio-Waschprogramm) zu reinigen. Zur Beseitigung von stärkeren Verschmutzungen (Teer, Insekten) sollten möglichst nur chemische Mittel verwendet werden.

Naturgemäß können sich die optischen Eigenschaften eines matten Lacks durch mechanische Einwirkungen – etwa durch Bürsten einer Waschanlage oder durch Lackreiniger/Polituren mit schleifender Wirkung – verändern: Die Oberfläche wird geglättet und damit glänzender. Zudem können Wachse und Polymere aus Autowaschanlagen die feinen Poren des Mattlacks allmählich schließen und ebenfalls zu einer glatten, glänzenden Oberfläche führen. Auffällig wird dies besonders im Vergleich zu frisch (matt) lackierten Flächen, also nach einer partiellen Reparaturlackierung.

Wer sich vor bösen Überraschungen schützen möchte, sollte unbedingt die Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten und eine Reinigung an einer unauffälligen Stelle ausprobieren. Spezielle Pflegemittel für matte Lacke gibt es von diversen Anbietern. Bei den Produkten handelt es sich grundsätzlich um Reinigungssubstanzen zur sogenannten Trockenwäsche. Weitere spezielle Pflegemittel – auch zur Nasswäsche – befinden sich derzeit in der Entwicklung.

Matte Lacke sind noch nicht zu reparieren

Laut Auto- und Lackhersteller sind die matten Lacke genauso beständig gegen äußere Einflüsse wie hochglänzende. Lackschichtenaufbau und Chemie sind nahezu identisch. Dennoch sind beim Mattlack eventuelle Reparaturen deutlich aufwendiger, weil keine unsichtbaren partiellen Ausbesserungen in der Fläche möglich sind. Das Austupfen von Steinschlägen, ein punktuelles Ausbessern mittels Mini-Spritzpistole (smart repair) oder das Beilackieren und Beischleifen haben immer eine unterschiedliche Mattierung zur Folge und sind deshalb zur Reparatur ungeeignet. 

Partiell glänzende Stellen infolge leichter mechanischer Einwirkungen (etwa Streifspuren von einem Fingernagel, Mantelknopf oder Schuh im Türeinstieg) können mit üblichen Verfahren nicht beseitigt werden – es ist grundsätzlich die Lackierung der kompletten Karosserie erforderlich. Für eine einfache Auffrischung des Mattierungseffekts müssen noch geeignete Verfahren entwickelt werden.