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- Versteckte Hinweise auf das Produktionsdatum -

So alt ist ein Auto

Ist ein Auto wirklich neu oder stand es vor dem Verkauf schon monatelang auf der Halde? Der ADAC zeigt, wie sich das Alter eines Fahrzeuges bestimmen lässt.
  • Fahrgestellnummer
    Einen ersten Anhaltspunkt kann die Fahrgestellnummer geben. Sie ist in den Fahrzeugpapieren zu finden und lässt sich an vielen Autos durch ein Fenster in der Windschutzscheibe ablesen. Außerdem ist sie zumeist im Motorraum in das Blech eingeschlagen (etwa an der Spritzwand zum Fahrgastraum oder auf einem Federbeindom). Einige große Hersteller geben mit Buchstaben oder Ziffern an der zehnten Stelle der Fahrgestellnummer das Modelljahr an. Letzteres ist nicht mit dem Kalenderjahr identisch, sondern beginnt beim einen Hersteller schon im Mai des Vorjahres, beim anderen erst im August.
  • Alphabetisches System (1980 bis 2000)

    Im Jahr 1980 wurde an zehnter Stelle der Fahrgestellnummer mit dem Buchstaben „A“ gestartet. Die Weiterführung schloss die Buchstaben I, O, Q, U und Z aus. Das ergab folgende Zuordnungen:

    G = 1986K = 1989N = 1992S = 1995W = 1998
    H = 1987L = 1990P = 1993T = 1996X = 1999
    J = 1988M = 1991R = 1994V = 1997Y = 2000

    Beispiel: WV WZZZ1HZXW08186: Hierbei handelt es sich um einen VW Golf des Modelljahres 1999, der in der Zeit zwischen Juli 1998 und Juli 1999 (= VW-Modelljahr 1999) vom Band gelaufen ist.


  • Nummerisches System (ab 2000)

    Nachdem das Alphabet ausgeschöpft war, einigten sich die beteiligten Fahrzeughersteller auf eine Abfolge von Ziffern. Beginnend mit dem Modelljahr 2001 steht an zehnter Stelle der Fahrgestellnummer eine Ziffer, die über das Modelljahr Auskunft gibt. Die „1“ steht für Modelljahr 2001 etc.

    Beispiel: WOLOAHL4855079040: Opel Astra, Modelljahr 2005


  • Produktionsmarken an Fahrzeugbauteilen

    Viele Fahrzeugbauteile sind – mehr oder minder stark verschlüsselt – mit ihrem Herstellungsdatum gekennzeichnet. Das liegt im allgemeinen nur wenige Tage oder Wochen vor dem Produktionsdatum des ganzen Autos. Es lohnt sich, im Motorraum oder im Kofferraum (unter dem Bodenbelag) auf die Suche nach solchen Zeichen zu gehen. Einige bestehen aus einem Pfeil in einem Kreis von Monatszahlen (wobei der Pfeil auf den Produktionsmonat weist), zusätzlich sind oft noch die beiden letzten Ziffern des Jahres angegeben.

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    Das Bild zeigt als
    Beispiel den Oktober 2005.
      

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    Auf einem Kontrollzettel in
    Klarschrift aufgedrucktes
    Herstellungsdatum.
      

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    Auch im Innenraum lassen sich
    immer wieder Hinweise auf das
    Herstellungsdatum finden. Häufig
    fündig wird man auf Annähern der
    Sicherheitsgurte.

    04_wie_alt_ist_mein_auto_95x95

    Insbesondere bei Kunststoffteilen
    finden sich vielfach Marken aus der
    Spritzgussform, die z. B. in einer
    Tabelle (mit Spalten für Monate und Jahre)
    das Produktionsdatum durch
    hervorstehende Punkte kennzeichnen.
    Diese Informationen sind oft nur unter
    dem seitlichen Licht einer Taschenlampe
    ablesbar.

  • Reifen und Räder

    05_wie_alt_ist_mein_auto_95x95 Auf den Flanken von Fahrzeugreifen finden sich in der Regel die Buchstaben „DOT“ (Department of Transport) und eine vierstellige, besonders markierte Ziffernkombination (siehe Bild). Deren letzte beiden Stellen stehen für das Produktionsjahr, die beiden Stellen davor für die Produktionswoche, auf unserem Beispiel steht „0806“ für einen Reifen, der in der achten Woche 2006 (also Ende Februar) hergestellt wurde.

    Es empfiehlt sich, das Ersatzrad in die Prüfung einzubeziehen: Dessen DOT-Kennzeichnung sollte aus einem ähnlichen Zeitraum stammen wie die übrigen Räder.
    Leichtmetallräder tragen zumeist auf der Innenseite eine eingegossene Produktionsmarke mit Fertigungsmonat und -jahr. Stahlräder weisen oft im Felgenhorn oder -stern eingeschlagene Herstellungsdaten auf.


  • Vorsicht bei dreistelliger DOT-Nummer
    Gefährlich wird es bei Reifen mit dreistelligen DOT-Nummer: Diese wurde nur bis Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verwendet und deutet auf einen mittlerweile sehr alten Pneu hin, der nicht mehr verwendungsfähig ist.
  • ADAC Tipps
    • Weisen mehrere Teile nahe beieinander liegende Herstellungsdaten auf, so kann man den Bauzeitraum relativ eng eingrenzen
    • Ist das Herstellungsdatum eines Kombi-Instruments/Tachos bei einem Gebrauchtwagen deutlich jünger als bei den anderen Bauteilen dieses Fahrzeuges, ist dieses Bauteil schon einmal ersetzt worden. Es könnte auch der Hinweis auf eine Tacho-Manipulation sein. Dann sollte man die Kilometerstände von Einträgen im Service-Heft sowie von TÜV-Prüfungen etc. auf Plausibilität prüfen.
    • Deutliche Abweichungen zwischen den Produktionsdaten können auf einen Unfallschaden hinweisen, bei dessen Reparaturen jüngere Ersatzteile verwendet wurden. Dies ist beim Gebrauchtwagenkauf von Bedeutung, wenn das Fahrzeug als unfallfrei deklariert wurde.

  • Fahrzeugalter als Mangel?
    Stellen Sie fest, dass Ihr Fahrzeug bei Abschluss des Kaufvertrages bereits älter als 12 Monate war, müssen Sie das nicht hinnehmen!
    Wenn Sie ein fabrikneues Auto bestellt haben, können Sie auch verlangen, dass Sie ein solches übergeben bekommen. In rechtlicher Hinsicht handelt es sich noch um ein fabrikneues Fahrzeug, wenn und solange das Modell dieses Fahrzeugs unverändert weitergebaut wird, es keine durch längere Standzeit bedingten Mängel aufweist und wenn zwischen Herstellung des Fahrzeugs und Abschluss des Kaufvertrages nicht mehr als 12 Monate liegen. Ist Ihr „neues“ Auto also schon älter, handelt es sich nicht mehr um ein Neufahrzeug und es liegt ein Mangel vor, der zu Ansprüchen gegenüber dem Verkäufer führt.

    Weitere Infos zur Sachmängelhaftung

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