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Vorsicht vor Abschlepp-Nepp

Hier erfahren Sie, wann das Abschleppen von privat betriebenen Parkplätzen, wie etwa einem Supermarktparkplatz, gerechtfertigt ist, und welche Kosten Sie wirklich übernehmen müssen.


Gerechtfertigtes Abschleppen

Wenn Sie Ihr Fahrzeug zum Beispiel zu Geschäftszeiten auf einem Supermarkt- oder Restaurantparkplatz abstellen, ohne selbst Kunde zu sein, ist gegen das Abschleppen grundsätzlich nichts einzuwenden. Denn in diesen Fällen hat der Grundstücksbesitzer ein für jeden erkennbares Interesse, seinen Parkplatz für seine Kunden oder Gäste frei zu halten. Stellen Sie Ihr Fahrzeug trotzdem dort ab, können Sie nicht darauf vertrauen, dass er dies dulden wird. Ihr Fahrzeug kann auf Ihre Kosten abgeschleppt werden.


Unberechtigtes Abschleppen

Was aber, wenn Ihr Fahrzeug nachts von einem leeren Parkplatz abgeschleppt wird und Sie eine hohe Rechnung bezahlen sollen? Dann sollten Sie genauer hinsehen.


Es gibt zum Beispiel Firmen, die systematisch Parkplätze nach Falschparkern absuchen. Dabei handelt es sich um Dienstleistungsfirmen, die der Parkplatzbesitzer beauftragt, um den Parkplatz zu überwachen. Abschleppkosten betragen regelmäßig zwischen 100 und 150 Euro. Oftmals soll aber vom Falschparker auch die Tätigkeit der Dienstleistungsfirma bezahlt werden. Dies ist nicht zulässig.


Es gibt auch Fälle, in denen der Grundstücksberechtigte die Parküberwachungsfirma gar nicht beauftragt hat. Dann muss deren Tätigkeit ebenfalls nicht bezahlt werden, da die Firma keinen Anspruch gegenüber dem Falschparker hat.


In folgenden Fällen lohnt es sich, zu prüfen, ob die Kosten gerechtfertigt sind:

  • Ihr Fahrzeug wird von einem Parkplatz abgeschleppt und Sie bekommen es erst gegen Zahlung eines hohen Betrages wieder.
  • Ihr Wagen wurde zwar nicht abgeschleppt, Sie erhalten aber eine Aufforderung, die Kosten für die Vorbereitung des Abschleppens und die Beweissicherung zu zahlen.
  • Sie sollen zum Beispiel eine Pauschale für die Einschaltung eines Parkwächters, Fahrtkostenpauschale oder Ermittlungs- und Mahnkosten bezahlen.
  • Ihr Fahrzeug wird nachts von einem leeren Parkplatz abgeschleppt. Dann kann das Abschleppen unverhältnismäßig sein.


Wo ist Ihr Fahrzeug?

Nicht selten kommt es vor, dass Ihnen der Standort Ihres Fahrzeugs nach dem Abschleppen nur nach Rechnungszahlung genannt werden soll. So können Sie reagieren:

  • Verlangen Sie eine detaillierte Rechnung und falls Sie die Zahlung nicht abwenden können, lassen Sie sich quittieren, dass Sie nur unter Vorbehalt bezahlen.
  • Rufen Sie die Polizei bzw. drohen Sie damit.
  • Weisen Sie darauf hin, dass Sie einen Rechtsanwalt einschalten werden, um sich gegen dieses Vorgehen zu wehren. Dies führt häufig dazu, dass Sie Ihr Fahrzeug bekommen.


Wenn Sie eine Rechnung erhalten


Wenn Sie eine Rechnung für das Abschleppen von einem privaten Parkplatz erhalten, zahlen Sie nicht ohne Prüfung. Achten Sie auf folgende Punkte:


  • Hat der Parkplatzberechtigte überhaupt einen Auftrag an die Firma gegeben, den Parkplatz zu überwachen und unberechtigt parkende Fahrzeuge zu entfernen? Lassen Sie sich einen Nachweis dafür zeigen.
  • Ist das Abschleppen verhältnismäßig (zum Beispiel bei nächtliches Abschleppen von einem leeren Supermarktparkplatz)?
  • Geht die Forderung über das eigentliche Abschleppen hinaus (Kosten für die Beweissicherung oder Parkraumüberwachung, Fahrtkostenpauschalen etc.)?
  • Gibt es Schilder, die das Abschleppen bei unberechtigtem Parken androhen?
  • Wer hat Ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt? Regelmäßig ist für die Folgen nur der Fahrer verantwortlich. 

Juristisch sind noch nicht alle Fragen rund um das Abschleppen abschließend geklärt. Im Zweifelsfall sollten Sie daher einen Rechtsanwalt einschalten, der die Forderung überprüft. Auch wenn Sie bereits bezahlt haben, können Sie unter Umständen Ihr Geld – wenn auch nur teilweise - zurückverlangen.


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