DruckenPDF

Fragen und Antworten zu E10

E10 und Bioethanol werden derzeit in der Öffentlichkeit kritisch bis ablehnend diskutiert. Zu Kritikpunkten hat der ADAC einige Antworten zusammengestellt.

 

Befürwortet der ADAC, dass E5 jetzt durch E10 ersetzt wird?

Nein! Das ist gesetzlich auch nicht vorgesehen. Vielmehr hat die Bundesregierung E10 als zusätzliche Kraftstoffsorte erlaubt und dabei ausdrücklich geregelt, dass alle Tankstellen weiterhin Super E5 anbieten müssen. Mit dieser Zulassung hat die Bundesregierung eine verbindliche Vorgabe der EU umgesetzt, dass die neue Kraftstoffsorte erlaubt werden muss. Aus Sicht des ADAC ist gegen diese Zulassung von E10 auch nichts einzuwenden, solange der Autofahrer weiterhin die Wahl hat, E5 zu tanken.

 

Unterstützt der ADAC die Bundesregierung bei der Einführung von E10?

Der ADAC hat sich beim Benzingipfel am Dienstag gemeinsam mit der Wirtschaft und der Bundesregierung bereit erklärt, die Information der Autofahrer zu E10 deutlich zu verbessern. Das Angebot von E10 jetzt kurzfristig wieder zu verbieten, wäre aus Sicht des ADAC nicht der richtige Weg und europarechtlich auch nicht möglich. Vielmehr müssen die Autofahrer über Vor- und Nachteile des neuen Kraftstoffs kurzfristig viel besser aufgeklärt werden. Zudem fordert der ADAC weiterhin mit Nachdruck, dass die Mineralölwirtschaft ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommt, Super E5 zu fairen Preisen weiterhin anzubieten. Preisaufschläge von 5-8 Cent pro Liter für Super E5 lehnt der ADAC entschieden ab.

 

Wird die Mineralölindustrie durch die sog. Zwangsquoten gezwungen, E10 anzubieten?

Nein! Zwar muss die Branche nachweisen, einen Anteil von 6,25 % am Kraftstoffabsatz aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen. Dafür gibt es aber verschiedene Wege, zum Beispiel könnte sie auch den Absatz von Biodiesel – vor allem im Nutzfahrzeugbereich – steigern. Im Übrigen galt die Quote von 6,25 % auch schon 2010 und nicht erst seit der Einführung von E10, d.h. auch bisher hat die Mineralölwirtschaft schon Mittel und Wege finden müssen, die Quote zu erfüllen, oder entsprechende Ausgleichszahlungen leisten müssen. E10 ist und bleibt ein freiwilliges Angebot der Mineralölindustrie.

 

Besteht die Gefahr von Motorschäden auch bei freigegebenen Fahrzeugen?

Bei von den Fahrzeugherstellern freigegebenen Fahrzeugen sind keine Schäden durch Verwendung von E10 zu erwarten. Sollten trotz Freigabe dennoch Schäden auftreten, so ist nach Ansicht des ADAC der Fahrzeughersteller für diese haftbar, wenn der Schaden auf die Betankung mit E10 zurückzuführen ist. Weil naturgemäß in solchen Fällen der Zusammenhang schwer zu beweisen ist, wird der ADAC die Schadenfälle, für die E10 verantwortlich sein könnte (z.B. Korrosion an Aluminiumteilen), zentral erfassen und genauestens analysieren. Sollten bei einzelnen Modellen gehäuft Schäden auffallen und der Hersteller sich weigern, die Reparaturkosten zu übernehmen, wird der ADAC aktiv seine Mitglieder unterstützen und gegebenenfalls auch Musterprozesse führen.

 

Führt E10 zu einem höheren Verbrauch?

Der Kraftstoffverbrauch wird kraftstoffseitig von zwei Faktoren beeinflusst. Zum einen beträgt der Energiegehalt von Ethanol nur etwa zwei Drittel des Energiegehalts von Ottokraftstoff, zum anderen hat Ethanol bessere Verbrennungseigenschaften und erhöht die Oktanzahl. Aufgrund der verschiedenen Motor- und Regelungstechniken sind einheitliche Angaben über den Kraftstoffverbrauch bei der Zumischung von Ethanol daher nicht möglich. Als Richtwert kann man von ca. 3 % ausgehen im Vergleich zu Ottokraftstoff ohne Ethanolbeimischung. Da jedoch auch der derzeitige Ottokraftstoff bereits bis zu 5 Vol.-% Ethanol enthält, liegt der zusätzlich Mehrverbrauch bei ca. 1,5%.
Auch Kraftstoffverbrauchsmessungen auf dem ADAC-Abgasprüfstand bestätigen diesen „theoretischen“ Wert. So ergaben Vergleichsmessungen mit E10- und E5-Kraftstoffen im Neuen Europäischen Fahrzyklus einen Kraftstoffmehrverbrauch von 1,5% bei der Verwendung von E10. Die CO2-Emissionen wurden dagegen um 0,9 % reduziert.

Abweichungen im Alltagsbetrieb nach oben und unten sind möglich, denn die größten Verbrauchsunterschiede sind nach ADAC Erfahrung auf unterschiedliche Fahrweise und auf äußere Einflüsse (Verkehrsfluss, Witterung, Streckenführung und Topographie, Außentemperatur usw.) zurück zu führen.

 

Was rät der ADAC den Autofahrern?

Autofahrer sollten die vorhandenen Informationsquellen nutzen (z.B. www.adac.de/e10) und klären, ob ihr Fahrzug E10 tanken kann. Wenn dort der Hersteller die Freigabe erklärt, besteht kein Grund zu Angst vor Schäden. Autofahrer, die E10 nicht tanken können oder wollen, sollten gezielt Tankstellen anfahren, an denen noch ein Super E5 ohne Aufpreis angeboten wird. Außer wenn das Fahrzeug ohnehin Super Plus mit 98 Oktan tanken muss, besteht kein Grund, zu den preislich überhöhten Angeboten der Mineralölbranche zu greifen. Hilfe bei der Suche nach Angeboten bietet u.a. der Online-Kraftstoffpreisvergleich des ADAC (www.adac.de/tanken).


Mehr Informationen

 


– Mitgliedschaft –

Vorteile bei Shell

Mitglieder sparen an allen teilnehmenden Stationen in Deutschland 1 Cent* pro Liter Kraftstoff. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität