Nasenbluten – harmlos oder gefährlich?
Von Brit Neuhaus

Nasenbluten entsteht durch kleine Verletzungen der Nasenschleimhaut und ist meist harmlos. Wie man die Blutung rasch stoppt.
Häufige Ursache: Trockene Nasenschleimhaut
Erste Hilfe: Nasenflügel gegeneinanderdrücken
Bei anhaltenden Blutungen Rettungsdienst rufen
Warum blutet die Nase plötzlich?
Viele Menschen sind beunruhigt, wenn die Nase plötzlich zu bluten beginnt. In der Regel besteht aber kein Grund zur Sorge: Nasenbluten (Epistaxis) hört meist innerhalb weniger Minuten wieder auf, und der Blutverlust ist gering.
Ursache sind kleine Verletzungen der Nasenschleimhaut. Die zarten Blutgefäße verlaufen dort sehr dicht unter der Oberfläche und können deshalb leicht einreißen.
Besonders häufig tritt Nasenbluten auf, wenn die Schleimhaut bereits geschädigt ist, zum Beispiel durch trockene Heizungsluft oder häufiges Naseputzen bei Erkältungen. Auch abschwellende Nasensprays greifen die Nasenschleimhaut an und können bei längerer Anwendung Nasenbluten begünstigen.
Seltenere Ursachen für Nasenbluten sind:
Verletzungen im Bereich des Schädels oder der Nase (z.B. Schädelfraktur, Bruch der Nasenscheidewand)
Fremdkörper in der Nase
Blutverdünnende Medikamente
Akute Infekte wie Grippe (Influenza)
Einige Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck oder Atherosklerose)
Ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Tumoren im Bereich der Nase und der Nasennebenhöhlen
Eine akute Leukämie
Tritt nach einem Unfall klare Flüssigkeit aus der Nase aus, ist die Ursache unter Umständen ein Schädelbasisbruch. Betroffene benötigen umgehend medizinische Hilfe. Verständigen Sie im Verdachtsfall sofort den Rettungsdienst (112).
Was hilft bei Nasenbluten?
Zunächst ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, denn ein erhöhter Blutdruck kann den Blutfluss verstärken. Um die Blutung rasch zu stoppen, helfen folgende Maßnahmen:
Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und beugen Sie den Kopf leicht nach vorne.
Drücken Sie die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger etwa 10 bis 15 Minuten gegeneinander.
Legen Sie unter Umständen einen kalten Umschlag oder ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpad in den Nacken. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und die Blutung lässt nach.
Reagiert ein Kind mit Nasenbluten ängstlich, versuchen Sie, es zu beruhigen. Nehmen Sie das Kind auf den Schoß und drücken Sie wie bei Erwachsenen die Nasenflügel für etwa 10 Minuten gegeneinander.
Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass man bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken legen soll. Das begünstigt jedoch lediglich, dass das Blut über den Rachen in den Magen hineinläuft und dadurch Übelkeit und Erbrechen verursacht. Stattdessen sollte der Kopf leicht nach vorne gebeugt werden.
Nasenbluten als Mangelerscheinung
Auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen kann das Risiko für Nasenbluten erhöhen. Vitamin-K- und Vitamin-B-12-Mangel führen zu einer gestörten Blutgerinnung. Das macht sich zum Beispiel durch Nasenbluten, Zahnfleischbluten und häufige Blutergüsse bemerkbar.
Vitamin C beeinflusst die Funktion der Blutgefäße. Eine Unterversorgung kann deshalb ebenfalls Nasenbluten begünstigen. Während ein Vitamin-K- und Vitamin-C-Mangel in Deutschland selten sind, tritt ein Vitamin-B12-Mangel gerade bei älteren Menschen häufiger auf.
Nasenbluten bei Kindern
Kinder haben öfter Nasenbluten als Erwachsene. Das liegt vor allen Dingen daran, dass Kinder häufiger in der Nase bohren. So kommt es leicht zu kleinen Verletzungen an der Nasenschleimhaut. Auch starke Wachstumsschübe gehen manchmal mit Nasenbluten einher.
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Nasenbluten in der Schwangerschaft
Schwangere Frauen bekommen leichter Nasenbluten, da die Nasenschleimhaut aufgrund der hormonellen Umstellungen besonders gut durchblutet ist. Ein Grund zur Sorge besteht nicht, denn der Blutverlust ist normalerweise gering und schadet weder Mutter noch Kind.
Wann wird Nasenbluten gefährlich?
In etwa 90 bis 95 Prozent aller Fälle entsteht Nasenbluten im vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Es ist dann in der Regel harmlos und lässt sich rasch stillen. Riskanter sind Blutungen im hinteren Teil der Nase, da dieser Bereich nicht zugänglich ist und sich die Blutung nicht durch Druck auf das verletzte Blutgefäß stoppen lässt.
Betroffene bemerken eine Blutung im hinteren Nasenbereich daran, dass das Blut auch beim Vorbeugen nicht aus der Nase herausläuft, sondern größtenteils über den Rachen abfließt. Verständigen Sie in diesem Fall den Rettungsdienst (112).
Das Gleiche gilt bei sehr starken Blutungen, bei sichtbaren Verletzungen der Nase – zum Beispiel nach einem Schlag oder einem Sturz – und wenn sich die Blutung nicht innerhalb von 15 bis 20 Minuten stoppen lässt. Bei Kindern sollte man nicht deutlich länger als 10 Minuten warten.
Nasenbluten vorbeugen
Nasenbluten lässt sich nicht immer vermeiden, vorbeugende Maßnahmen helfen aber, die Wahrscheinlichkeit zu verringern:
Putzen Sie sich die Nase vorsichtig und ohne zu großen Druck.
Verwenden Sie bei trockenen Schleimhäuten rückfeuchtende Nasensprays (z.B. Meerwasser-Spray) oder Nasensalben.
Achten Sie in der Wohnung auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit. Hilfreich sind zum Beispiel Wasserschalen auf der Heizung oder ein Raumluftbefeuchter.
Es ist hilfreich, Nasenbohren zu vermeiden.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Pschyrembel Online: Epistaxis, Stand 10/2020, unter: https://www.pschyrembel.de/Epistaxis/K073G (Abruf: 26.11.2025)
AMBOSS: Epistaxis (Nasenbluten), Stand 6/2025, unter: https://next.amboss.com/de/article/Hj0KbT (Abruf: 26.11.2025)
HNO-Ärzte im Netz: Nasenbluten, unter: https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasenbluten/ursachen-und-risiken.html (Abruf: 26.11.2025)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Nasenbluten, Stand 2/2025, unter: https://www.gesundheitsinformation.de/nasenbluten.html (Abruf: 26.11.2025)
Kindernotfall Bonn (Universitätsklinikum Bonn): Nasenbluten, unter: https://www.kindernotfall-bonn.de/nasenbluten/ (Abruf: 26.11.2025)
Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Nasenbluten, Stand 7/2019, unter: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/hno/nasenerkrankungen/nasenbluten.html (Abruf: 26.11.2025)