Hautkrebs oder Muttermal: Welche Veränderungen untersucht werden sollten

Eine Dermatologin untersucht Muttermale auf der Haut des Patienten mit einem Dermatoskop.
Regelmäßige Kontrollen von Muttermalen sind ratsam, um bösartige Hautveränderungen frühzeitig festzustellen© iStock.com/urbazon

Welche Anzeichen auf auffällige Veränderungen an Muttermalen hindeuten können und wann Sie diese ärztlich untersuchen lassen sollten.

  • Muttermale sind meist harmlos

  • ABCDE-Regel zur Selbstuntersuchung anwenden

  • Auffällige Muttermale ärztlich abklären lassen

Was ist ein Muttermal?

Groß oder klein, erhaben oder flach: Muttermale sind farblich erkennbare Hautveränderungen. Sichtbar sind sie, weil an diesen Stellen die Haut stärker pigmentiert ist.

In der Medizin bezeichnet man ein Muttermal als Nävus (Plural Nävi), umgangssprachlich ist es auch als Leberfleck oder Schönheitsfleck bekannt. Nävus ist ein Sammelbegriff, der für eine Vielzahl verschiedener Typen von Muttermalen steht. Unterschieden wird beispielsweise zwischen angeborenen Muttermalen, die selten auftreten, und häufigen Nävi, die sich im Laufe des Lebens entwickeln sowie Muttermalen, die von bestimmten Hautstrukturen ausgehen. Ein Beispiel dafür ist das rötliche Muttermal, auch Blutschwämmchen (Hämangiom) genannt, das durch eine gutartige Wucherung der Blutgefäße entsteht. Die meisten Muttermale sind gutartige Hautveränderungen.

Unterscheidung zu Hautkrebs

Im Gegensatz zu gutartigen Muttermalen ist Hautkrebs eine bösartige Veränderung von Hautzellen. Optisch können sie sich ähneln. Bei bösartigen Hautveränderungen wachsen die mutierten Zellen aggressiv, breiten sich aus und bilden unter Umständen Absiedelungen (Metastasen) in anderen Bereichen des Körpers.

Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Die häufigste Hautkrebsart ist der helle oder weiße Hautkrebs, zu dem das Basalzellkarzinom sowie das Plattenepithelkarzinom zählen. Bedeutsam ist ebenso der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom), der zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen gehört. Es gibt außerdem noch weitere, aber seltenere Hautkrebsformen wie das Angiosarkom oder das Kaposisarkom.

Hauptursache für Hautkrebs ist die UV-Strahlung der Sonne. Deshalb treten bösartige Hautveränderungen oftmals an Stellen auf, die viel der Sonne ausgesetzt sind. Für die Produktion von Vitamin D ist es zwar wichtig, im Frühling und Sommer Sonne zu tanken. Übermäßiges Sonnenbaden und Solarienbesuche sollte man aber vermeiden. Abhängig vom Hauttyp haben Menschen ein höheres oder geringeres Risiko, Hautkrebs zu entwickeln.

ABCDE-Regel: Hautkrebs erkennen

Ob es sich bei einer Hautveränderung um ein harmloses Muttermal oder um Hautkrebs handelt, ist nicht immer leicht zu erkennen. Hautkrebs und seine Vorstufen kann man aber sehen und ertasten.

Eine regelmäßige Selbstuntersuchung bestehender oder neuer Muttermale ist sinnvoll. Mit der ABCDE-Regel können Rundheit (Asymmetrie), Ebenheit (Begrenzung), Farbe (Colorierung), Größe (Durchmesser) sowie Erhabenheit eines Muttermals beurteilt werden.

Wann sollte man zum Arzt?

Sollten Sie Auffälligkeiten oder mindestens ein Merkmal der ABCDE-Regel an einem Muttermal feststellen, ist es wichtig, zeitnah einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufzusuchen. Weitere Anzeichen an Muttermalen, die umgehend ärztlich abgeklärt werden müssen, sind:

  • Blutungen

  • Juckreiz

  • oberflächliche Veränderungen: Haut fühlt sich rau an oder schuppt

Auffällige Muttermale werden meist vorsorglich entfernt. In der Regel handelt es sich dabei um kleine Eingriffe, für die meist nur eine lokale Betäubung notwendig ist.

Vorsorge: Hautkrebsscreening

Der Dermatologe untersucht Muttermale auf der Haut des Patienten mit einem Dermatoskop.
Beim Hautkrebsscreening lassen sich Muttermale mit einem Dermatoskop genauer betrachten © stock.adobe.com/ATRPhoto

Zusätzlich zur Selbstuntersuchung der Haut können gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung in Form eines Hautkrebsscreenings in Anspruch nehmen. Dabei wird die gesamte Haut untersucht, meist mit einem Dermatoskop. Mit diesem Auflichtmikroskop lassen sich Hautveränderungen genauer beurteilen. Die Untersuchung kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.

Ziel des Hautkrebsscreenings ist es, bösartige Veränderungen von Hautzellen frühzeitig festzustellen. Denn wie bei jeder Krebserkrankung gilt auch für den Hautkrebs: Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, umso besser lässt sie sich in der Regel behandeln.

Wer ist besonders gefährdet?

Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Ein Faktor ist dabei der Hauttyp. Je heller die Haut, umso höher das Hautkrebsrisiko. Helle Haut enthält weniger Melanin. Dieses Hautpigment schützt die Zellen und ihre Erbinformation vor UV-Strahlung. Je weniger davon in der Haut vorhanden ist, desto höher ist die Chance für einen Sonnenbrand und für DNA-Schäden, die zu Krebs führen können.

Um den Hauttyp zu bestimmen, orientieren sich Hautärztinnen und -ärzte häufig an der Klassifizierung nach Fitzpatrick. Diese unterscheidet zwischen sechs verschiedenen Hauttypen, wobei die Übergänge fließend sind.

Hauttyp

Typische Merkmale

Bräunungsfähigkeit

I

Sehr helle Haut, blaue/grüne Augenfarbe, rote/blonde Haare, Sommersprossen

Bräunt nie, bekommt immer Sonnenbrand

II

Helle Haut, hellbraune/grüne Augenfarben, rote/blonde Haare

Bräunt schwer, bekommt oft Sonnenbrand

III

Helle bis hellbraune Haut, jede Augen- und Haarfarbe möglich, selten Sommersprossen

Bräunt schneller als Hauttyp II, manchmal Sonnenbrand

IV

Hellbraune bis olivfarbene Haut, meist braune Augen- und Haarfarbe

Bräunt leicht, nur leichter Sonnenbrand

V

Braune Haut und dunkle Haare

Bräunt leicht dunkel, selten Sonnenbrand

VI

Dunkelbraune oder schwarze Haut, dunkelbraune Augenfarbe, schwarze Haare

Bräunt immer sehr leicht dunkel, sehr selten Sonnenbrand

Weitere Personengruppen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko

  • Säuglinge, Kinder und Jugendliche

  • Menschen mit vielen Muttermalen

  • Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben (z.B. durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten)

  • Menschen, die viel der Sonne ausgesetzt sind

  • Personen, bei denen selbst oder in der Familie Hautkrebs vorliegt

Dem Risiko kann man vorbeugen: auf Solarienbesuche verzichten, beim Aufenthalt in der Sonne ein geeignetes Sonnenschutzmittel verwenden und Sonnenbrand vermeiden.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.