Tropenkrankheit: Tückische Filariose
Von Anna Besson

Die Filariose ist eine tropische Infektionskrankheit. Die Erreger werden unter anderem von Mücken übertragen. Das sollten Sie vor Reisen wissen.
Die lymphatische Filariose ist die häufigste Form
Es gibt keine Impfung gegen Filariose
Erhöhtes Infektionsrisiko bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten
Was sind Filariosen?
Filariosen sind tropische Infektionskrankheiten, die von Fadenwürmern (Filarien) ausgelöst werden. Diese befallen im menschlichen Körper bestimmte Gewebe. Die am weitesten verbreitete Form ist die lymphatische Filariose.
Bekannt sind außerdem die subkutanen Filariosen, die das Unterhautfettgewebe und die Augen betreffen, wie etwa die Flussblindheit (Onchozerkiasis). Die Mansonellose wiederum verläuft häufig symptomfrei oder verursacht unspezifische Symptome wie Juckreiz oder Gelenkschmerzen.
Wie infiziert man sich mit Filariose?
Filariosen werden durch verschiedene Insekten übertragen. Die Erreger der lymphatischen Filariose gelangen über Mückenstiche in den menschlichen Organismus. Die infektiösen Larvenstadien der Würmer kommen so in das Lymphsystem, das Unterhautfettgewebe, die Augen und andere Organe.
Dort reifen sie zu erwachsenen Würmern heran, die sich fortpflanzen und Millionen von Mikrofilarien freisetzen. Wird die betroffene Person von einer weiteren Mücke gestochen, infiziert diese sich wiederum, wenn sie die im Blut zirkulierenden Mikrofilarien aufnimmt.
Wann besteht für Reisende ein Infektionsrisiko?
Je nach Verbreitung der Fadenwürmer treten die Filariosen unterschiedlich gehäuft in tropischen und subtropischen Ländern auf, vor allem in Afrika, Südamerika und Südostasien. Langzeitreisende oder Menschen, die aus beruflichen Gründen häufig in betroffene Gebiete kommen, haben ein höheres Risiko, von infizierten Mücken gestochen zu werden.
Wie kann man sich gegen Filariose schützen?
Es gibt keine Impfung gegen Filariose. Beim Urlaub in den Tropen oder Subtropen ist konsequenter Mückenschutz daher die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer Infektion zu schützen:
Helle, langärmelige Kleidung
Regelmäßig aufgetragenes Mückenschutzmittel
Moskitonetz über dem Bett
Bewegte und kühle Luft durch Ventilatoren und Klimaanlagen
Fliegengitter
Filariose kann lange unbemerkt bleiben
Eine Filarieninfektion kann ohne Symptome, akut oder chronisch verlaufen und bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Zwischen der Infektion und ersten Beschwerden können Monate oder sogar Jahre liegen. Viele Infizierte bleiben lange symptomfrei, obwohl das Lymphsystem bereits geschädigt ist.
Nachweis einer Filariose
Auch der Nachweis einer Filarieninfektion kann sich als langwierig erweisen. Die Mikrofilarien bestimmter Wurmarten zirkulieren häufig nur nachts im Blut der hautnahen Blutgefäße, weil sie sich evolutionsbiologisch an den Aktivitätsrhythmus der Mücken angepasst haben. Daher spielt für die Blutabnahme der Tageszeitpunkt eine wichtige Rolle.
Auch wenn infizierte Menschen noch keine Symptome spüren, können sie erkrankt sein und zur Ausbreitung der Erkrankung beitragen, wenn Mücken durch eine Blutmahlzeit Mikrofilarien aufnehmen und weitergeben.
Symptome einer lymphatischen Filariose
Während des akuten Verlaufs einer lymphatischen Filariose kommt es zu unregelmäßigen fieberhaften Episoden (Filarienfieber), die sich über mehrere Tage erstrecken. Bei manchen Betroffenen entzünden sich die Lymphknoten und Lymphgefäße. Die Entzündung erhöht das Risiko für einen gestörten Lymphabfluss, wodurch das umliegende Gewebe anschwellen und ein Lymphödem entstehen kann. Oft sind davon die Beine betroffen.
Chronische Filariose
Ist die lymphatische Filariose in das chronische Stadium übergegangen, sind die Gefäßwände durch die häufigen Entzündungen so narbig verändert, dass die Gefäße verengt sind und der Lymphfluss dadurch dauerhaft gestört ist. In der Folge können schwere Lymphödeme entstehen. Besonders häufig sind die Beine betroffen, möglich sind aber auch Schwellungen an Armen, Brüsten und Genitalien.
Die Haut kann dauerhaft stark verdicken, verhärten und tiefe Falten werfen. Die lymphatische Filariose wird in diesem Stadium auch als Elephantiasis (Elefantenkrankheit) bezeichnet.
Durch die Falten reiben sich die Hautstellen aneinander, was die Hautoberfläche reizt und schädigt. Durch die rauen oder offenen Stellen können Bakterien und Pilze in den Körper eindringen und so ebenfalls Entzündungen an der Haut und den Lymphgefäßen begünstigen.
Behandlung bei lymphatischer Filariose
Bei einer lymphatischen Filariose kommen Medikamente gegen die Fadenwürmer zum Einsatz. Welche Wirkstoffe geeignet sind und wie lange die Behandlung dauert, hängt vom Erreger und weiteren Infektionen ab. Gegen Schwellungen können Druckverbände, Lymphdrainagen sowie Physiotherapie helfen. Um weitere Komplikationen zu vermeiden, sollten entstandene Hautfalten gut gepflegt werden.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Pschyrembel online: Lymphatische Filariose, Stand 6/2026, unter https://www.pschyrembel.de/Lymphatische%20Filariose/K00JN/doc/ (Abruf: 25.9.2026)
Pschyrembel online: Onchozerkose, Stand 3/2025, unter https://www.pschyrembel.de/Onchozerkose/K0FPD (Abruf: 25.9.2026)
Pschyrembel online: Loiasis, Stand 6/2026, unter https://www.pschyrembel.de/Loiasis/K0D9L (Abruf: 25.9.2026)
Pschyrembel online: Manonsellose, Stand 4/2025, unter https://www.pschyrembel.de/Mansonellose/Z04N7 (Abruf: 25.9.2026)
MSD Manual. Übersicht zu Filarieninfektionen, Stand 1/2025, unter https://www.msdmanuals.com/de/profi/infektionskrankheiten/nematoden-rundw%C3%BCrmer/%C3%BCbersicht-zu-filarieninfektionen?ruleredirectid=740 (Abruf: 25.9.2026)
Deximed. Filariose, Stand 12/2022, unter https://deximed.de/premium/home/klinische-themen/infektionen/krankheiten/protozoen-und-wuermer/filariose (Abruf: 25.9.2026)