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Alles rund um die Starthilfe

16.01.2018

Nichts geht mehr: Gerade wenn eine Batterie nicht mehr die jüngste ist, kann ihr bei den ersten Minusgraden die Puste ausgehen. Dann steht das Auto. Doch mit wenigen Tricks läuft der Wagen wieder.

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Gelbe Engel: Bei Minusgraden streiken viele Autobatterien, unsere Straßenwacht ist dann im Dauereinsatz.  
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Starthilfe geben

Wenn der Morgen im Auto mit einem "Klack" aus dem Motorraum beginnt, ist meist die Batterie defekt. In der Regel können Sie sich nun problemlos selbst Starthilfe besorgen. Mit Starthilfekabel und Spenderfahrzeug springen viele Autos wieder an. Was dabei zu beachten ist:

Befindet sich das Fahrzeug an einer befahrenen Straße? Dann sichern Sie die Stelle mit Warndreieck ab und ziehen Sie eine Warnweste an, während Sie an den Fahrzeugen arbeiten.

Betriebsanleitung lesen und Kabel richtig anschließen

Zu schwache Starthilfekabel taugen nichts: Ein Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und biegsam sein. Bei Kälte verhärtet das Isoliermaterial zusätzlich. Die Polzangen müssen komplett in Kunststoff eingehüllt sein. Nur die Kontaktteile in der Zangenspitze dürfen aus Metall bestehen.

Werfen Sie zuerst einen Blick in die Betriebsanleitungen beider Autos. Sie geben Hinweise zu den speziellen Anforderungen für das jeweilige Fahrzeug. Verbinden Sie nun die beiden Pluspole mit dem roten Kabel, beginnen Sie dabei beim Spenderfahrzeug. Verbinden Sie erst dann mit dem schwarzen Kabel den Minuspol des Spenderfahrzeuges mit einem Massepunkt, vorzugsweise einem Metallteil am Motorblock des Pannenfahrzeugs. Halten Sie diese Reihenfolge unbedingt ein, im Extremfall könnte die Batterie zerstört und die Helfer durch austretende Batteriesäure gefährdet werden.

Längere Strecke fahren um Batterie aufzuladen

Starten Sie nun den Motor des Hilfsfahrzeugs und versuchen Sie, das Pannenfahrzeug zum Laufen zu bekommen. Es rührt sich nichts? Dann nochmals alle Polzangen auf festen Sitz prüfen. Springt der Wagen nun an, so lösen Sie zuerst das schwarze Massekabel beim Spenderfahrzeug, anschließend entsprechend beim Pannenwagen. Schließlich kann das rote Pluskabel beim Spenderfahrzeug entfernt werden, dann erst beim Pannenfahrzeug.

Fahren Sie nun eine längere  Strecke, die auch über eine Landstraße führt, damit sich die Batterie wieder laden kann. Kurzstrecken haben einen negativen Effekt. Und wenn der Motor weiterhin nicht anspringt? Dann ist nicht nur die Batterie schwach, sondern auch andere Bauteile des Autos sind defekt.

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Starthilfe-Booster im Test

Sogenannte Starthilfe-Booster halten nicht, was die Hersteller versprechen. Das ist die Haupterkenntnis unseres Tests von sieben Geräten.

Leicht, klein und leistungsstark: Starthilfe-Booster mit Lithium-Technik können bei Autos mit leerer Starterbatterien helfen. Nützliche Startleistung bieten fast alle, doch die billigeren zeigen Schwächen bei der Sicherheit.

Bei sommerlichen bis herbstlichen Temperaturen funktionierte die Starthilfe im Test gut. Dies bestätigten Prüfungen im täglichen Einsatz, die mit Hilfe von sieben Straßenwachtfahrern in der Region München durchgeführt wurden.

Probleme bei Kälte 

Sobald die Temperaturen jedoch auf null Grad oder darunter fielen, gaben die Geräte nicht mehr die von den Herstellern spezifizierten Ströme ab. Keines der Produkte erfüllte die Herstellerangaben bei minus 18 Grad.

Kälte killt also nicht nur Autobatterien, sondern auch Lithium-Kraftspender für die Starthilfe. Wir raten deshalb, die Booster nicht bei niedrigen Temperaturen zu lagern und sich genau an die Vorgaben des Herstellers zu halten.

Drei Geräte gehen qualmend kaputt

Drei Geräte fielen im Test bei der Kurzschlussfestigkeit durch: die Produkte von Xlayer, APA und Kunzer. Wegen fehlender Schutzeinrichtung gingen sie stark qualmend kaputt. Zudem wurden diese Geräte auf die Gesamtnote "ausreichend" abgewertet.

Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisse des Starthilfe-Booster-Tests mit allen Details.

Generell raten wir dazu, nur dann Starthilfe zu geben, wenn ein Pannenfahrzeug oder eine Starterbatterie keinen Defekt hat. Sind Sie unsicher, sollten Sie immer einen Experten oder in der Werkstatt um Rat fragen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Motor nach einem Kaltstart während der Fahrt ausfällt, was das Unfallrisiko steigert.

Sie haben noch Fragen rund um das Thema Batterie und Starthilfe? Stellen Sie sie in der ADAC Community!

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