Schädlingsbefall: Wann sollte ich den Kammerjäger rufen?

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Von ADAC SE Kommunikation

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Kammerjäger im Einsatz wegen eines Schädlingsbefalls.
Schädlingsbefall? Ein geprüfter Kammerjäger hilft schnell, ohne überhöhte Rechnung.© Getty Images / Group4 Studio

Nicht jeder Schädling in der Wohnung ist ein Fall für den Kammerjäger. Bei Ratten, Schaben, Bettwanzen oder starkem Befall sollte jedoch schnell ein Fachbetrieb ran.

  • Ratten, Schaben und Bettwanzen gehören in professionelle Hände.

  • Kammerjäger-Kosten hängen von Befall, Aufwand und Einsatzzeit ab.

  • Im Ernstfall zuhause kann der ADAC qualifizierte Fachleute organisieren.

Einzelne Ameisen, Fruchtfliegen oder Silberfischchen lassen sich häufig mit Sauberkeit, trockenen Räumen und verschlossenen Lebensmitteln eindämmen. Anders sieht es aus, wenn Tiere wiederholt auftauchen, Bissspuren auftreten oder eine Gesundheitsgefährdung möglich ist. Dann sollten Sie den Befall nicht lange selbst behandeln, sondern einen Kammerjäger rufen. Ein Profi ist vor allem sinnvoll, wenn ...

  • Sie Kotspuren, Nagespuren oder Fraßschäden finden.

  • Tiere tagsüber sichtbar werden, obwohl sie normalerweise versteckt leben.

  • mehrere Räume betroffen sind.

  • Bisse, Stiche oder Hautreaktionen nach dem Schlafen auftreten.

  • Lebensmittel verunreinigt sind.

  • Hausmittel nicht wirken oder der Befall zurückkehrt.

  • Sie zur Miete wohnen und die Ursache unklar ist.

Rechtlich geschützte Tiere wie beispielsweise Wildbienen, Wespen oder Hornissen sind keine Schädlinge – und dürfen Sie nicht einfach bekämpfen oder entfernen. Hier sollte immer ein Experte klären, was erlaubt und sinnvoll ist.

Schädlingsbefall erkennen: Typische Anzeichen

Viele Schädlinge bleiben lange unbemerkt. Sie sind nachtaktiv, leben in Hohlräumen oder verstecken sich hinter Möbeln, Geräten und Sockelleisten. Je früher der Befall erkannt wird, desto leichter lässt er sich eindämmen.

Mäuse und Ratten

Mäuse und Ratten fallen in der Regel zuerst durch kleine Kotspuren, Nageschäden an Verpackungen, Kratzgeräusche in Wänden oder Decken und einen strengen Geruch auf. Auch angenagte Kabel oder loses Dämmmaterial können Hinweise sein.

Bei Mäusen und Ratten ist ein Kammerjäger meist sinnvoll, weil die Tiere Wege, Nester und Futterquellen finden, die Laien oft übersehen. Außerdem muss geklärt werden, wie sie ins Haus gelangen. Sonst ist der nächste Befall nur eine Frage der Zeit.

Kakerlaken

Kakerlaken, auch Schaben genannt, verstecken sich gern in warmen, dunklen Bereichen: hinter Küchengeräten, in Fugen, Schächten, unter Spülen oder in der Nähe von Abflüssen. Hinweise sind lebende oder tote Tiere, dunkle Kotpunkte, Häutungsreste und ein unangenehmer Geruch.

Wer Schaben sieht, sollte den Befall nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade in Mehrfamilienhäusern kann sich das Problem ausbreiten. Hier ist ein Kammerjäger unerlässlich.

Bettwanzen

Bettwanzen sind besonders tückisch, weil sie tagsüber kaum zu sehen sind. Hinweise auf einen Befall können juckende Stellen nach dem Schlafen, kleine Blutflecken auf der Bettwäsche, dunkle Punkte an Matratze oder Lattenrost sowie Häutungsreste sein. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie Bettwanzen nach einer Reise mit dem Gepäck eingeschleppt haben.

Bei Verdacht sollten Sie nicht erst mehrere Mittel ausprobieren. Dokumentieren Sie die Spuren, waschen Sie Textilien nach Möglichkeit heiß und lassen Sie den Befall prüfen. Die Bekämpfung ist oft anspruchsvoll, weil sich Bettwanzen in Ritzen, Möbeln und Textilien verstecken.

Ameisen, Motten, Flöhe und Silberfische

Ameisen kommen häufig über Ritzen, Türen oder Fenster in die Wohnung. Motten zeigen sich oft durch Tiere im Schrank, Gespinste oder Fraßspuren an Lebensmitteln und Textilien. Flöhe können nach Kontakt mit Haustieren oder befallenen Textilien auftreten. Silberfische mögen feuchte, warme Räume.

Bei diesen Arten kommt es auf die Stärke des Befalls an. Einzelne Tiere lassen sich oft durch Reinigung und Abdichtung eindämmen. Wenn sie immer wieder auftreten oder mehrere Räume betroffen sind, sollten Sie den Befall prüfen lassen.

Ampel-System: Selbst ran oder Kammerjäger rufen?

Die Ampel ersetzt keine Diagnose vor Ort. Sie hilft aber, eine erste Entscheidung zu treffen. So vermeiden Sie, dass sich ein kleiner Befall unbemerkt ausbreitet.

EinstufungSituationNächster Schritt

Grün

Einzelne Ameisen, vereinzelte Silberfische, wenige Motten ohne größere Spuren

Lebensmittel prüfen, reinigen, Eintrittsstellen schließen, weiter beobachten

Gelb

Wiederkehrende Tiere, unklare Spuren, erste Fraß- oder Kotspuren

Befall dokumentieren, Art bestimmen, Vermieter informieren, Fachbetrieb anfragen

Rot

Bettwanzen, Kakerlaken, Ratten, Mäuse, starker Befall oder verunreinigte Lebensmittel

Kontakt zu zertifizierten Experten aufnehmen und keine Zeit mit Eigenaktionen verlieren

Quelle: eigene Recherche I Stand: Juni 2026 © ADAC SE

Was kostet ein Kammerjäger?

Die Kosten für einen Kammerjäger hängen von Schädlingsart, Befallsstärke, Wohnungsgröße, Aufwand, eingesetzten Mitteln und möglichen Folgeterminen ab. Auch ein Notdienst am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen kann teurer sein.

Hier ein paar Kostenbeispiele für die Schädlingsbekämpfung:

  • Ameisen: 170–530 Euro

  • Bettwanzen: 250–700 Euro

  • Flöhe: 250–480 Euro

  • Mäuse & Ratten: 140–600 Euro

  • Motten: 170–670 Euro

  • Kakerlaken: 160–540 Euro

  • Silberfische: 140–420 Euro

Bei den hier genannten Kosten handelt es sich um geläufige Beispiele. Im Einzelfall können die Preise abweichen und auch höher ausfallen.

Wer zahlt den Kammerjäger: Mieter oder Vermieter?

In Mietwohnungen sollten Mieter Schädlingsbefall schnell melden und dokumentieren. In der Regel trägt der Vermieter die Kosten für den Kammerjäger, wenn der Mieter den Befall nicht verursacht hat und die Ursache im Gebäude, in der Bausubstanz oder im Gemeinschaftsbereich liegt. Dazu zählen etwa undichte Zugänge, Schächte, Müllräume oder ein Befall, der mehrere Wohnungen betrifft.

Mieter müssen möglicherweise zahlen, wenn sie den Befall selbst verursacht oder begünstigt haben – etwa durch unsachgemäße Lagerung von Lebensmitteln, nicht entsorgten Müll oder eine stark vernachlässigte Wohnung. Entscheidend ist der jeweilige Einzelfall.

Wichtiger Tipp: Beauftragen Sie nicht vorschnell selbst einen Kammerjäger, wenn keine unmittelbare Gefahr besteht. Besser ist eine rasche Meldung an den Vermieter; mit Fotos, Datum, Fundort und kurzer Beschreibung. Bei akuter Gesundheitsgefahr oder drohender Ausbreitung sollte die Situation dokumentiert und zügig fachliche Hilfe organisiert werden

So erkennen Sie einen seriösen Kammerjäger

Wer Schädlinge in der Wohnung entdeckt, steht unter Druck. Genau das nutzen unseriöse Anbieter aus: Sie werben mit schneller Hilfe, bleiben bei den Kosten vage und stellen später hohe Rechnungen.

Achten Sie vor der Beauftragung auf die folgenden Punkte:

  • Klare Kontaktdaten: Anbieter mit vollständigem Namen, Adresse und erreichbarer Servicenummer.

  • Transparente Preise: Vor dem Einsatz wird erklärt, wie sich Anfahrt, Diagnose, Arbeitszeit, Material und mögliche Zuschläge zusammensetzen.

  • Keine Drucksituation: Seriöse Betriebe drängen nicht zu einer sofortigen Unterschrift an der Haustür.

  • Schriftliches Angebot: Bei größerem Befall sollte der geplante Umfang nachvollziehbar festgehalten werden; gegebenenfalls lohnt es sich, ein zweites Angebot einzuholen.

  • Fachliche Erklärung: Der Schädlingsbekämpfer erklärt, welche Art vermutet wird und warum welche Maßnahme nötig ist.

  • Dokumentation: Nach dem Einsatz erhalten Sie eine Rechnung und Hinweise zum weiteren Vorgehen.

Vorsicht ist angebracht, wenn ein Anbieter nur mit „ab“-Preisen wirbt, keine Firmenanschrift zeigt, sofort Barzahlung verlangt oder schon am Telefon eine sichere Lösung verspricht, ohne den Befall gesehen zu haben.

Richtig reagieren bei auffällig hoher Rechnung

Auch bei sorgfältiger Auswahl kann ein Kammerjägereinsatz teurer werden als erwartet. Entscheidend ist, ob die Rechnung nachvollziehbar ist und zum vereinbarten Rahmen passt.

Prüfen Sie vor allem, ob alle abgerechneten Positionen einzeln ausgewiesen sind. Unklare Posten sollten Sie sich erklären lassen, bevor Sie zahlen.

Kommt Ihnen der Betrag deutlich überhöht vor, holen Sie sich Unterstützung. Bei Verdacht auf Wucher unterschreiben Sie die Rechnung nur unter Vorbehalt und vermerken dies handschriftlich auf dem Dokument. Lassen Sie die Forderung anschließend von der Verbraucherzentrale oder einer Rechtsberatung prüfen.

Wie kann der ADAC helfen?

Wenn plötzlich Schädlinge auftauchen, ist die Suche nach einem seriösen Kammerjäger oft der stressigste Teil. Mit dem ADAC Zuhause-Schutzbrief sparen sich Versicherte die aufwendige Suche nach einem Kammerjäger im Internet. Der ADAC organisiert passende Fachleute aus einem qualifizierten Netzwerk und unterstützt bei den Kosten im vereinbarten Rahmen. Die Hilfe ist rund um die Uhr erreichbar, bundesweit verfügbar und auf schnelle Entlastung ausgerichtet.

So geht man vor:

  1. Panne melden: Schädlingsbefall beim ADAC Zuhause-Service melden.

  2. ADAC organisiert: Der ADAC koordiniert geeignete Fachleute.

  3. Problem wird gelöst: Die Fachkraft prüft und bekämpft den Befall.

  4. Kosten werden übernommen: Der ADAC übernimmt Kosten im vereinbarten Rahmen bis 500 Euro (gemäß Tarifbestimmungen).

Wichtig: Der Zuhause-Schutzbrief ist keine klassische Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Schäden an Einrichtung, Vorräten oder am Gebäude sind nicht Teil der Schädlingsbekämpfung. Dafür kann – je nach Fall – eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung zuständig sein.

Bitte beachten Sie: Der ADAC Zuhause-Schutzbrief muss vor einem Schadensfall abgeschlossen sein. Ein Abschluss im Notfall oder unmittelbar nach Eintritt eines Schadens ist nicht möglich.

Schädlingsbefall vorbeugen: wichtige Tipps

Viele Befälle entstehen nicht durch fehlende Sauberkeit. Trotzdem helfen ein paar Gewohnheiten, Schädlinge gar nicht erst einzuladen.

  • Lebensmittel dicht lagern: Vorräte in dichte Behälter umfüllen, Tierfutter nicht offenstehen lassen.

  • Müll regelmäßig entsorgen: Besonders Bioabfall und Verpackungen mit Essensresten nicht lange stehen lassen.

  • Feuchtigkeit reduzieren: Bad, Küche und Keller regelmäßig lüften und undichte Stellen prüfen.

  • Ritzen abdichten: Spalten an Türen, Fenstern, Rohren und Sockelleisten schließen.

  • Gepäck nach Reisen prüfen: Koffer nicht direkt aufs Bett legen, Textilien bei Verdacht heiß waschen.

  • Vorräte kontrollieren: Schränke regelmäßig ausräumen und alte Lebensmittel entsorgen.

Fazit

Ein Kammerjäger ist nicht bei jedem Schädling nötig. Geht es aber um Ratten, Schaben, Bettwanzen, starken Mäusebefall oder geschützte Nester am Haus, sollte schnell ein Fachbetrieb ran. Je früher der Befall erkannt wird, desto geringer sind Aufwand, Ausbreitungsrisiko und Kosten.

Für Mieter gilt: Befall dokumentieren und den Vermieter unverzüglich informieren. Eigentümer müssen selbst handeln und sollten besonders auf seriöse Anbieter achten. Der ADAC nimmt genau hier Druck aus der Situation: Für Inhaber des Zuhause-Schutzbriefs organisiert er qualifizierte Fachleute und übernimmt die Kosten bis zur Leistungsgrenze.

Häufige Fragen zu Schädlingsbekämpfung und Kammerjägern

Nein. Einzelne harmlose Insekten lassen sich oft selbst beseitigen. Bei Ratten, Schaben, Bettwanzen, starkem Mäusebefall oder Nestern an gefährlichen Stellen ist professionelle Hilfe sinnvoll.

Die Kosten für einen Kammerjäger liegen je nach Befall häufig zwischen rund 100 und 700 Euro. Bettwanzen, Ratten und Schaben sind meist teurer als einfache Ameisen- oder Mottenfälle. Mehrere Termine erhöhen die Kosten.

Der Vermieter zahlt in der Regel, wenn die Ursache im Gebäude, in Gemeinschaftsbereichen oder in baulichen Mängeln liegt. Mieter müssen den Befall unverzüglich melden. Bei nachweisbarem Eigenverschulden trägt der Mieter die Kosten in der Regel selbst.

Das hängt vom Vertrag ab. Eine normale Hausrat- oder Gebäudeversicherung übernimmt Schädlingsbekämpfung in der Regel nicht oder nur in speziellen Tarifen. Beim ADAC Zuhause-Schutzbrief steht die akute Hilfe im Mittelpunkt: Der ADAC organisiert Fachhilfe und unterstützt bei den Kosten bis zur vereinbarten Leistungsgrenze.

Eine Hausratversicherung schützt in der Regel Dinge, die zu Ihrem Haushalt gehören – etwa Möbel, Kleidung oder Elektrogeräte, wenn eine versicherte Gefahr wie etwa Brand, Sturm, Einbruch & Co. eintritt. Der ADAC Zuhause-Schutzbrief setzt früher an: Die Mitarbeitenden des ADAC organisieren für Versicherte im akuten Fall passende Fachleute. Entstehende Kosten werden im vereinbarten Rahmen bis zur Leistungsgrenze übernommen.

Kurz gesagt: Die Hausratversicherung dreht sich vor allem um beschädigte oder zerstörte Sachen. Der Zuhause-Schutzbrief hilft dabei, ein akutes Problem zu Hause schnell zu lösen.

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