Verkehrstipps

ADAC Expertenreihe

Flächenkonkurrenzen im Verkehr in Städten und Gemeinden

Deutsche Städte und Gemeinden stehen vor der Herausforderung, die vom Verkehr mitverursachten Probleme wie Treibhausgase, Luftverschmutzung, Unfälle und Staus zu entschärfen und gleichzeitig die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und der Wirtschaft zu befriedigen.

Vor diesem Hintergrund herrscht mittlerweile breiter Konsens darüber, dass ein Mobilitätswandel unumgänglich ist, der die Verkehrsinfrastruktur genauso einschließt wie das Mobilitätsverhalten der Bürger. Strittig ist hingegen, mit welchen Maßnahmen und in welcher Geschwindigkeit dieser Prozess umgesetzt werden kann und welche Rolle das (private) Auto in einem nachhaltigen Verkehrssystem spielen soll.

In diesem Zusammenhang wird darüber diskutiert, ob der vom Auto beanspruchte Platz auch in stärkerem Maß als bisher vom Fuß- und Radverkehr genutzt werden kann sowie Kfz-Fahrstreifen in Radfahrstreifen oder sogenannte Umweltspuren umgewidmet werden.

Ob gütige Regelung oder hitzige Verteilungskämpfe – für die Zukunft sind kontroverse Debatten über die Nutzung der Flächen zu erwarten. Wir laden Sie ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Info-Flyer zur Veranstaltung am 6. Mai 2020 in Feuchtwangen, 2,09 MB 
(abgesagt, neuer Termin in Planung)

Baden-Württemberg bleibt Stauland

Stau bei Stuttgart

Autofahrer mussten im vergangenen Jahr auf den Fernstraßen Baden-Württembergs wieder viel Geduld mitbringen. Nach einer Auswertung der ADAC Staudatenbank für 2019 befinden sich im Südwesten erneut drei der sieben stauanfälligsten Autobahnabschnitte Deutschlands. Im Vergleich der am meisten mit Stau belasteten Bundesländer liegt Baden-Württemberg auf dem dritten Rang hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Der Abschnitt Stuttgart – Karlsruhe auf der A8 belegt mit 427 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer Platz drei im bundesweiten Stauranking (2018: Platz 4). Auf Rang fünf (2018: 7) liegt die Strecke der A5 zwischen Heidelberg und Karlsruhe, der A6-Abschnitt Heilbronn – Mannheim auf Platz sieben (2018: 2). Bundesweiter Spitzenreiter war wieder der Bereich der A3 zwischen der Bundesgrenze und Passau aufgrund der andauernden Grenzkontrollen.

Auf Platz drei

2019 erfasste der ADAC auf den baden-württembergischen Fernstraßen insgesamt 191.461 Kilometer Stau (2018: 207.118). Spitzenreiter bleibt wie in den Vorjahren Nordrhein-Westfalen mit 452.744 Kilometern, vor Bayern mit 266.869 Kilometern. Auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg entfallen insgesamt 64 Prozent aller Staukilometer in Deutschland.
Während in Baden-Württemberg die Gesamtlänge der gemeldeten Staus im Vergleich zu 2018 um acht Prozent abnahm, stieg die Gesamtdauer der gemeldeten Staus um 14 Prozent auf rund 70.000 Stunden an. Dies dürfte an der um gut ein Prozent gestiegenen Kfz-Fahrleistung sowie an der gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegenen Zahl der Baustellen liegen. 2019 gab es allein in Baden-Württemberg bis zu 56 Baustellen gleichzeitig, bundesweit waren es bis zu 623.

Kreuz Weinsberg mit den meisten Staukilometern

Bei der Betrachtung besonders ausgeprägter Stauspitzen zwischen zwei Anschlussstellen in Baden-Württemberg stehen die Autobahnkreuze im Fokus. Nach der Gesamtlänge der Staus in Kilometer belegt der Abschnitt auf der A6 zwischen Kreuz Weinsberg und Anschlussstelle (AS) Heilbronn/Neckarsulm mit insgesamt 6049 Kilometern im Jahr 2019 den Platz an der Spitze. Dahinter folgen der Bereich AS Karlsbad bis Dreieck Karlsruhe (4859) auf der A8 und der Abschnitt zwischen AS Kronau und Kreuz Walldorf (4609) auf der A5.
Auf der A8 entwickelte sich der Albaufstieg erneut zum Nadelöhr. Zwischen AS Merklingen und Ausfahrt Hohenstadt summierten sich die Staus im Jahresverlauf auf insgesamt 3656 Kilometer Länge, zwischen AS Aichelberg und AS Mühlhausen auf 3619 Kilometer.

Viel Stau zum Sommerferienstart

2019 lagen die drei staureichsten Tage in Baden-Württemberg alle in der ersten Woche der Sommerferien. Spitzenreiter war Freitag, 2. August mit einer insgesamten Staulänge von 1731 Kilometern, gefolgt von Mittwoch, 31. Juli (1653) und Donnerstag, 1. August (1644). Dass die Urlaubszeit im Sommer meistens mit viel Stillstand auf den Straßen verbunden ist, zeigen auch die im Jahresverlauf stauträchtigsten Monate Juli und August.

Zwischen Mai und September unterwegs

Stauberater mit Weste "Rettungsgasse"
Die Stauberater des ADAC Württemberg sind von Mai bis Oktober schwerpunktmäßig an Wochenenden auf den Fernstraßen unterwegs – und sie werben mit einem Westenaufdruck für das Bilden einer Rettungsgasse. Immer wieder müssen die Helfer nämlich feststellen, dass die Gasse gar nicht oder nur unzureichend gebildet wird. Zu den Kernaufgaben von Bernd Mikula, Uwe Richarz, Joachim Baumhauer und Dieter Mäurer gehört es, Autofahrern Auskunft darüber zu geben, wie lange ein Stau ist und ob es sich lohnt, diesen zu umfahren.
Detaillierte Informationen zu Baustellen und aktuellen Verkehrsstörungen sind unter www.adac.de oder www.baustellen-bw.de abrufbar. Ausweichrouten empfiehlt der ADAC unter Telefonnummer 0800 5 10 11 12 (Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr).

So bilden Sie eine Rettungsgasse

Rettungsgasse
Quelle: ADAC e.V.
Die Bildung einer Rettungsgasse erfolgt nach klaren Regeln: Schon bei stockendem Verkehr sollte zwischen den Kolonnen Platz für die Rettungsfahrzeuge geschaffen werden. Dabei ist die Rettungsgasse bei zwei Fahrstreifen in der Mitte zu bilden, Autos auf dem linken Fahrstreifen müssen also an den linken Fahrbahnrand fahren, die auf der rechten Spur an den rechten Fahrbahnrand. Bei drei Spuren ist die Rettungsgasse zwischen der linken und mittleren Spur freizuhalten. Die klaren Regeln werden jedoch leider oft nicht beachtet.
Deshalb gilt: Machen Sie bei Unfällen auf mehrspurigen Fahrbahnen die sogenannte Rettungsgasse frei. Sie ist für Fahrzeuge mit Blaulicht gedacht, die schnellstmöglich zum Unfallort vordringen müssen. Nach einem Unfall zählt jede Minute! Im Ernstfall rettet diese Gasse Leben. Der ADAC engagiert sich bereits seit Jahren dafür, Mitglieder und Öffentlichkeit über das Thema Rettungsgasse zu informieren. Mit landesweiten Aktivitäten möchte der ADAC das Thema nun weiter vorantreiben. In Württemberg erhalten Sie die Broschüre und den ADAC Aufkleber zur Rettungsgasse in allen Geschäftsstellen des ADAC Württemberg kostenlos. Weitere Informationen und Aufkleber ohne ADAC Logo für Einsatzfahrzeuge erhalten Sie zudem unter folgendem Link.

Hilfe für havarierte Mobilisten

ADAC Straßenwacht

Milder Winter sorgt für weniger Pannen

Der ADAC und seine regionalen Mobilitätspartner haben 2019 in Württemberg 295.817 Einsätze in der Pannenhilfe absolviert. Mit rund 1.400 Hilfeleistungen war der 7. Januar, der Montag nach den Weihnachtsferien, der arbeitsreichste Tag für die Gelben Engel in der Region. Insgesamt ging das Pannenaufkommen im vergangenen Jahr im Württembergischen leicht um 2,7 Prozent zurück (2018: 304.078 Einsätze). „Die Ursachen für den leichten Rückgang waren die milden Temperaturen im Winter“, sagt Michael Prelop, Bereichsleiter der ADAC Straßenwacht. In Württemberg sind aktuell 126 Straßenwachtfahrer unterwegs. 

486.931 Einsätze in Baden-Württemberg

Im gesamten Bundesland Baden-Württemberg verzeichnete der Club im vergangenen Jahr 486.931 Einsätze, 2018 waren es 503.563. Für die Straßenwacht im Land sind 213 Fahrer auf den Straßen unterwegs. Bundesweit starteten die Pannenhelfer zu rund 3,8 Millionen Pannenhilfeeinsätzen.
Als besonders störanfällig erwiesen sich erneut Batterien. Sie waren Ursache für 41,8 Prozent aller Pannen. Hauptgrund hierfür ist das durchschnittliche hohe Alter der zugelassenen Fahrzeuge auf deutschen Straßen, das aktuell bei 9,5 Jahren liegt. In 17,4 Prozent der Fälle rückten die Gelben Engel wegen Problemen mit dem Motor an. Dritthäufigster Grund mit 15,5 Prozent: Pannen an Karosserie, Lenkung, Bremsen, Fahrwerk oder Antrieb.
Zum 1. Januar 2019 stieg laut Kraftfahrtbundesamt die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen um über 50 Prozent auf rund 83.000. Die Zahl der eingegangenen Hilfegesuche nahm im Vergleich zum Vorjahr um über 65 Prozent zu und lag in dieser Fahrzeugkategorie bundesweit bei etwas über 3.100. Dabei war nicht nur die Antriebsbatterie die Ursache, auch andere Pannengründe wie geplatzte Reifen wurden von den E-Autofahrern genannt. 

Pannenhilferuf auch per App und online 

Neben dem klassischen ADAC Notruf unter der Kurzwahl „22 22 22“ können ADAC Mitglieder die Gelben Engel auch über die „Pannenhilfe“-App des Clubs oder das Internet zur Hilfe rufen. Im vergangenen Jahr wurde diese Möglichkeit mehr als 161.000 Mal genutzt. Die Vorteile: Nutzer können im Pannenfall wichtige Informationen und Fahrzeugdaten sowie den exakten Standort dank GPS direkt und unkompliziert an die ADAC Pannenhilfezentrale übermitteln. Durch den aktuellen Status zum Auftrag bleibt das Mitglied über den Stand seiner Pannenmeldung informiert und erfährt beispielsweise, wann der ADAC Pannenhelfer losfährt.