Sicher durch den Herbst auf Bayerns Straßen

Von Redaktion Südbayern

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Ein helles Auto auf einer nassen Straße bei Nebel, Laub klebt an den Reifen und auf der Fahrbahn.
Der Herbst bringt erschwerte Bedingungen für Verkehrsteilnehmer mit sich. Nasses Laub auf der Fahrbahn und Nebel sind zwei davon.© AdobeStock/Xalanx

Nebel in den Morgenstunden, Wildwechsel auf Bayerns Landstraßen, nasse Fahrbahnen und tiefstehende Sonne: Der Herbst bringt für Verkehrsteilnehmer im Freistaat einige besondere Herausforderungen mit sich. Wer typische Gefahren kennt und sein Fahrverhalten rechtzeitig anpasst, kann Risiken deutlich reduzieren. Der ADAC Südbayern erklärt, worauf Autofahrer und Motorradfahrer in Bayern jetzt besonders achten sollten.

Der Herbst zählt für viele Menschen zu den schönsten Jahreszeiten in Bayern. Gleichzeitig stellt er Verkehrsteilnehmer jedoch vor besondere Herausforderungen. Die Tage werden kürzer, Nebelfelder schränken vor allem morgens die Sicht ein und Regen und Laub sorgen auf vielen Straßen für rutschige Bedingungen. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Wildunfälle, insbesondere auf den zahlreichen Landstraßen in Wald- und ländlich geprägten Alpenregionen.

Wer sein Fahrzeug vorbereitet und seine Fahrweise auf die Bedingungen abstimmt, kann viele Gefahrensituationen vermeiden.

Nebel: Wenn die Sicht plötzlich verschwindet

Kaum ein Wetterphänomen verändert die Bedingungen auf der Straße so schnell wie Nebel. Innerhalb weniger Sekunden kann sich die Sicht deutlich verschlechtern. Dadurch werden Abstände schlechter eingeschätzt und andere Verkehrsteilnehmer oft erst spät erkannt.

Besonders wichtig ist es deshalb, frühzeitig Geschwindigkeit herauszunehmen und ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten. Zudem sollte nur so schnell gefahren werden, dass das Fahrzeug innerhalb der überschaubaren Strecke sicher zum Stehen gebracht werden kann.

Ein häufiger Irrtum ist das Vertrauen in die Lichtautomatik moderner Fahrzeuge. Diese erkennt Nebel nicht immer zuverlässig. Das Abblendlicht sollte daher bewusst eingeschaltet werden, damit das Fahrzeug auch von hinten rechtzeitig erkannt wird. Fernlicht ist dagegen ungeeignet, da die Lichtstrahlen an den Wassertröpfchen reflektiert werden und die Sicht zusätzlich verschlechtern können.

Auch Motorradfahrer sollten im Nebel besonders vorsichtig unterwegs sein. Da sie aufgrund ihrer schmaleren Silhouette ohnehin schwerer wahrgenommen werden, kommt einer funktionierenden Beleuchtung und gut sichtbarer Schutzkleidung jetzt eine noch größere Bedeutung zu.

Tiefstehende Sonne: Die unterschätzte Herbstgefahr

Während Nebel viele Verkehrsteilnehmer vorsichtig werden lässt, wird die Gefahr durch die tiefstehende Herbstsonne häufig unterschätzt. Besonders in den Morgenstunden und am späten Nachmittag können Fußgänger, Radfahrer oder andere Fahrzeuge regelrecht im Gegenlicht verschwinden.

Umso wichtiger ist eine freie Sicht. Verschmutzte Scheiben, Schlieren oder abgenutzte Wischerblätter verstärken die Blendwirkung zusätzlich. Deshalb lohnt sich gerade im Herbst ein kurzer Fahrzeugcheck. Eine saubere Frontscheibe und ausreichend Wischwasser können in kritischen Situationen entscheidende Sekunden verschaffen.

Wer von der Sonne geblendet wird, sollte die Geschwindigkeit reduzieren und besonders aufmerksam fahren. Das gilt für Auto- und Motorradfahrer gleichermaßen. Denn schwächere Verkehrsteilnehmer werden bei Blendung häufig erst im letzten Moment wahrgenommen.

Wildwechsel: Gefahr in der Dämmerung

Wenn die Tage kürzer werden, steigt auf vielen Straßen in Bayern auch das Risiko für Wildunfälle. Besonders betroffen sind Landstraßen in Wald- und Feldgebieten. Vor allem in der Dämmerung sowie in den frühen Morgen- und Abendstunden sind Rehe, Hirsche und Wildschweine verstärkt auf Nahrungssuche und queren dabei häufig Fahrbahnen.

Wildunfälle sind gerade in Bayern ein besonders relevantes Sicherheitsthema. Mit 52.820 registrierten Fällen in der Jagdsaison 2024/25 entfällt mehr als ein Viertel aller deutschlandweit erfassten Wildunfälle auf den Freistaat. Damit liegt Bayern deutlich vor Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg und gehört zu den Regionen, in denen Autofahrer insbesondere auf Landstraßen jederzeit mit querendem Wild rechnen müssen.

Der ADAC Südbayern empfiehlt, in solchen Situationen sofort Geschwindigkeit herauszunehmen, abzublenden und bremsbereit zu sein. Kommt es zur Gefahrensituation, ist kontrolliertes Bremsen in der Regel deutlich sicherer als ein abruptes Ausweichmanöver. Besonders auf kurvenreichen Landstraßen kann ein Ausweichversuch schnell dazu führen, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren.

Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Wildunfälle im Herbst: So verhalten Sie sich richtig

Regen und Aquaplaning: Wenn die Straße zur Rutschbahn wird

Herbstwetter bedeutet häufig auch Regen. Besonders auf Landstraßen und Autobahnen sammelt sich Wasser in Spurrillen, Senken oder Kurven. Dann droht Aquaplaning.

Dabei verlieren die Reifen durch einen Wasserfilm teilweise oder vollständig den Kontakt zur Fahrbahn. Das Fahrzeug lässt sich nur noch eingeschränkt lenken oder bremsen. Bereits bei Geschwindigkeiten ab 60 km/h kann es unter ungünstigen Bedingungen zum Aufschwimmen der Reifen kommen.

Wer bei starkem Regen unterwegs ist, sollte seine Geschwindigkeit deshalb deutlich reduzieren. Ebenso wichtig sind Reifen mit ausreichender Profiltiefe und richtigem Reifendruck. Motorradfahrer sollten zusätzlich bedenken, dass Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckel oder nasses Laub bei Regen besonders rutschig werden können.

Kommt es dennoch zu Aquaplaning, gilt: Ruhe bewahren, das Lenkrad möglichst gerade halten und keine hektischen Lenk- oder Bremsmanöver ausführen.

Winterreifen: Gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit

Der Herbst ist außerdem der richtige Zeitpunkt, das Fahrzeug auf die kommenden Wintermonate vorzubereiten. Winterreifen sollten rechtzeitig montiert werden, bevor die ersten Frostnächte überraschen. Ebenso empfiehlt sich ein kurzer Technik-Check: Funktionieren Beleuchtung, Scheibenwischer und Waschanlage zuverlässig, sind wichtige Voraussetzungen für sichere Fahrten bei schlechtem Wetter bereits erfüllt.

Wer sein Fahrzeug frühzeitig vorbereitet und sich auf die veränderten Bedingungen einstellt, schafft die besten Voraussetzungen, um auch bei Nebel, Regen oder Dunkelheit sicher ans Ziel zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Zeit für Winterreifen: Warum Autofahrer schon jetzt an den Reifenwechsel denken sollten

FAQ - Sicher durch den Herbst

Die Nebelschlussleuchte darf ausschließlich bei Nebel mit einer Sichtweite von weniger als 50 Metern eingeschaltet werden.

Ist die Sichtweite geringer als 50 Meter, dürfen Autofahrer maximal 50 km/h fahren.

Besonders häufig kommt es in der Dämmerung sowie in den frühen Morgen- und Abendstunden zu Wildunfällen.

Fuß vom Gas nehmen, das Lenkrad ruhig halten und starke Brems- oder Lenkmanöver vermeiden.

Sie kann andere Verkehrsteilnehmer im Gegenlicht regelrecht verschwinden lassen und die Sicht auf Fahrbahn, Verkehrszeichen oder Ampeln stark beeinträchtigen.

Grundsätzlich gilt die Regel: Winterreifen von O bis O – von Oktober bis Ostern. Spätestens dann, wenn die Temperaturen dauerhaft in den einstelligen Bereich fallen oder die ersten Frostnächte auftreten, sollte auf Winterreifen gewechselt werden.

Nasses Laub kann ähnlich rutschig sein wie Schnee oder Glatteis und den Bremsweg deutlich verlängern. Besonders Motorradfahrer und Radfahrer sollten hier vorsichtig sein.