Vorschriften für besondere Fortbewegungsmittel

Airwheel (elektronisches Einrad)

06.12.2017

Es sieht cool aus und gibt ein neues Fahrgefühl – doch wo darf man ein Airwheel benutzen und braucht man dafür eine Versicherung und eine Fahrerlaubnis? ADAC Juristen erläutern den rechtlichen Hintergrund.

Airwheel - diese Verkehrsregeln sollten Sie kennen
Airwheel - cooles Fortbewegungsmittel im nichtöffentlichen Bereich

Was ist eigentlich ein elektronisches Einrad? Diese Fahrzeuge bestehen aus einem Einzelrad mit seitlich montierten Trittflächen, das sich durch Gewichtsverlagerung steuern lässt. Erst bei einer Geschwindigkeit von 18 km/h erfolgt eine Abriegelung der Beschleunigung.

Das Einrad ist mit seiner integrierten elektronischen Balance-, Antriebs-, Lenk- und Verzögerungstechnik mit einem „Segway“ vergleichbar. Die Mobilitätshilfeverordnung, die den gesetzlichen Rahmen für die „Segways“ vorgibt, gilt jedoch nicht für „Airwheels“.

Das sollten Sie für den Gebrauch eines Airwheels wissen

Wo darf man mit einem Airwheel fahren?

Es gelten die allgemeinen Bestimmungen der StVZO und FZV, sofern die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit mehr als 6 km/h beträgt. Da diese Fahrzeuge konstruktionsbedingt die Zulassungsvorschriften über Sitz, Lenkung, Bremsen, Beleuchtung, Spiegel etc. nicht erfüllen können, dürfen diese elektrischen Einräder nur im abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr bewegt werden.

Muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden?

Die angebotenen Einräder haben eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 6 km/h und müssen pflichtversichert werden. Eine solche Versicherung wird jedoch nicht angeboten. 
Wer dennoch im öffentlichen Verkehr fährt, macht sich strafbar nach § 6 PflVersG!

Braucht man eine Fahrerlaubnis?

Das Führen eines solchen Kraftfahrzeugs setzt außerdem eine Fahrerlaubnis der Klasse B voraus. Wer ohne diese Fahrerlaubnisklasse dennoch im öffentlichen Straßenraum damit fährt, begeht daher zusätzlich eine Straftat nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis).

Zahlt die private Haftpflichtversicherung?

Schäden, die beim Betrieb des Einrades verursacht werden, sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Sach- oder Personenschäden muss der Fahrer daher aus eigener Tasche erstatten.