Parkplatzunfall: Vorsicht beim Öffnen der Autotür

13.5.2019

Wer seine Fahrzeugtür auf einem eng beparkten Parkplatz zum Aussteigen öffnet, der trägt in der Regel den Großteil des Schadens bei einem Kontakt mit dem neben ihm gerade einparkenden Auto. Aber auch der Einparkende muss aufpassen.

Türe von Auto schlägt gegen ein daneben parkendes Auto
©ADAC/Axel Griesch

Vorsicht beim Türöffnen auf dem Parkplatz

Eine Autofahrerin befuhr einen öffentlichen Parkplatz und wollte in eine schräg angeordnete Parkbucht einparken. Dabei fuhr sie gegen eine plötzlich geöffnete Beifahrertür des daneben geparkten Fahrzeugs. Sie behauptete, sie habe sich mit ihrem Auto bereits neben dem anderen Auto befunden, als dort plötzlich die Tür geöffnet worden sei. 

Die Unfallgegnerin ist hingegen der Auffassung, ihre Tür sei bereits leicht geöffnet gewesen, als kurz darauf die Klägerin mit überhöhter Geschwindigkeit in die danebenliegende Parklücke eingefahren und mit der geöffneten Fahrertür, die sie offenbar übersehen hatte, kollidierte. Die ganze Sache ging vor Gericht.

Mit einparkenden Fahrzeugen muss jederzeit gerechnet werden

Das LG Saarbrücken urteilte, dass derjenige, der seine Autotür auf einem Parkplatz öffnet überwiegend für den entstandenen Schaden am anderen Auto haftet. Vom Aussteigenden wird ein Höchstmaß an Sorgfalt erwartet. Eine Tür muss innerhalb einer Parkfläche besonders vorsichtig geöffnet werden und auch der rückwärtige Verkehr beobachtet werden. Das hat die Frau hier nicht getan, obwohl die Tür in den benachbarten Parkplatz hineinragte. Daher haftet sie zu 75 %. 

Einparkender haftet mit, denn das Öffnen einer Tür ist parkplatztypisch

Aber auch der Einfahrende haftet in diesem Fall zu 25%, da auch er Rücksicht nehmen muss und das Öffnen einer Tür eine typische Gefahr auf einem Parkplatz darstellt. Wer also in eine Parklücke einfährt sollte dies in angemessener Geschwindigkeit tun und die neben ihm parkenden Autos beachten. Mit dem Öffnen einer Tür ist jederzeit zu rechnen. Der Fahrer sollte daher stets bremsbereit sein.

 LG Saarbrücken, Urteil vom 2.11.2018, Az.: 13 S 70/18