Neuwagenkauf

Rechtstipps für den Neuwagenkauf

Neuwagenkauf geplant? Das sollten Sie beachten

Der Kauf eines Neufahrzeugs stellt für die meisten ein große finanzielle Aufwendung dar, die sehr gut durchdacht und geplant werden muss. 

Viele Fragen sind zu klären: Welches Fahrzeugmodell soll gekauft werden, wo kauft man es am kostengünstigsten und ist der Kaufvertrag in Ordnung? Ist das Fahrzeug dann gekauft, stellt sich die Frage, was man bei Mängeln machen kann.

 
Unsere Broschüre Neuwagenkauf (602,08 KB) gibt erste Hilfestellungen beim Neuwagenkauf.

Probefahrt vor dem Kauf

Entscheiden Sie sich erst nach durchgeführter Probefahrt mit demselben Autotyp, den Sie bestellen wollen, für das Fahrzeug. Für etwaige Unfallschäden an dem Vorführwagen müssen Sie nicht aufkommen, es sei denn, Ihnen kann grobe Fahrlässigkeit oder gar vorsätzliche Beschädigung des Fahrzeugs vorgeworfen werden oder aber Sie haben etwas anderes vereinbart: regelmäßig lassen sich die Händler vom Probefahrer eine Haftungserklärung unterschreiben. In dieser wird dem Käufer auferlegt, im Falle eines selbst verursachten Schadens die Selbstbeteiligung in der Vollkaskoversicherung (zwischen 300,- und 1.000,- €) zu zahlen.

Checkliste Probefahrt (23,27 KB)

Tipps, die Geld sparen helfen

  • Preisvergleich lohnt sich
    In der Werbung wird häufig die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers genannt. Da diese Empfehlung unverbindlich ist, kann der gleiche Wagen bei verschiedenen Händlern unterschiedlich viel kosten. Günstige Angebote bieten teilweise auch die EU-Fahrzeug-Anbieter bzw. Vermittler im Internet. Durch Preisvergleiche können Sie Geld sparen!
  • Fragen Sie nach einem Barzahlungsrabatt!
    Viele Händler gewähren bei Barzahlung einen Rabatt. Fragen Sie direkt danach. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Rabatt gibt es aber nicht.
  • Festpreis vereinbaren
    Vereinbaren Sie einen Festpreis. Eine Preisanpassungsklausel ist nur dann zulässig, wenn die Lieferung mehr als vier Monate nach Vertragsschluss erfolgen soll.
  • Inzahlungnahme vereinbaren
    Bei Inzahlungnahme des alten Fahrzeugs ist der Händler damit einverstanden, dass Sie einen Teil des Neuwagenpreises dadurch bezahlen, dass Sie ihm Ihren Altwagen überlassen. Oft bieten die Händler sehr vorteilhafte Inzahlungnahmepreise an. Holen Sie aber gegebenenfalls Konkurrenzangebote ein.
     

Wer unterschreibt, muss zahlen

Ihre Unterschrift ist für Sie - von wenigen Ausnahmen abgesehen - verbindlich. Überlegen Sie deshalb alles reiflich, bevor Sie die Bestellung unterschreiben.

Vom Vertrag kommen Sie nur los, wenn

  • der Händler die Bestellung nicht innerhalb von 4 Wochen schriftlich bestätigt oder den Wagen liefert (bei Lagerfahrzeugen innerhalb von 10 Tagen).
  • bei Überschreitung des unverbindlichen Liefertermins um mindestens 6 Wochen und Aufforderung zur Lieferung mit Setzung einer angemessenen Nachfrist (14 Tage) zur Lieferung (s.u.).
  • bei einem nicht unerheblichen Mangel, wenn dieser nicht durch Nachbesserungen beseitigt wurde.Sie durch Vorspiegelung falscher Tatsachen zu der Bestellung veranlasst wurden und der Vertrag somit angefochten werden kann.
  • Sie noch minderjährig sind und die Eltern mit dem Kauf nicht einverstanden sind.
     

Kauf auf Kredit oder Leasing

Beim Kauf eines Privatwagens, der über eine Finanzierung läuft, können Sie den Kredit- oder Leasingantrag innerhalb von zwei Wochen schriftlich ohne Nennung von Gründen widerrufen.

Durch den Widerruf wird auch die Neuwagenbestellung hinfällig, wenn auch der Kredit-/ Leasingvertrag beim Händler abgeschlossen oder durch ihn vermittelt wurde. Die Frist beginnt erst nach Unterzeichnung und Aushändigung einer ausdrücklichen schriftlichen Belehrung über das Widerrufsrecht. 

Es genügt, wenn Sie das Widerrufsschreiben innerhalb der Zwei-Wochenfrist - per Einschreiben mit Rückschein - absenden. 

Mehr Informationen zu Finanzierung und Leasing finden Sie hier.

Liefertermin vereinbaren

Lassen Sie sich nicht darauf vertrösten, dass die Lieferung baldmöglichst oder schnellstens erfolgen wird. Vereinbaren Sie ein konkretes Datum als Liefertermin. Auf einen verbindlichen Liefertermin lässt sich praktisch kein Händler ein. Ein unverbindlicher Termin kann vom Händler, ohne dass sich irgendwelche Rechtsfolgen ergeben, bis zu sechs Wochen überschritten werden.

  • Rücktritt oder Schadenersatz bei Terminüberschreitung
    Hat der Händler den unverbindlichen Liefertermin um mehr als sechs Wochen überschritten, so können Sie den Verkäufer auffordern zu liefern. Mit dem Zugang der Aufforderung kommt der Verkäufer in Verzug. Ein Verzugsschaden ist vom Verkäufer aber nur zu ersetzen, wenn er den Verzug zu vertreten hat.
     
    Setzen Sie dem Verkäufer weiter eine angemessene Nachfrist von 14 Tagen zur Lieferung, so können Sie vom Vertrag zurücktreten und/oder Schadenersatz statt der Leistung verlangen, wenn der Wagen auch nicht innerhalb dieser Frist geliefert wird und den Verkäufer ein Verschulden trifft.
  • Ersatzwagen bei Terminüberschreitung
    Verlangen Sie vom Händler die Zusage, dass er Ihnen bei Nichteinhaltung des vereinbarten Liefertermins ohne Berechnung einen Ersatzwagen zur Verfügung stellt, falls Sie auf eine termingerechte Lieferung dringend angewiesen sind. Ohne eine solche Zusage können Sie auf Kosten des Händlers einen Mietwagen nur dann nehmen, wenn der Händler den Lieferverzug verschuldet hat.
     

Haftpflichtversicherung ist Pflicht

Der ADAC rät zu einem Vertrag mit größtmöglicher Deckung - nämlich eine pauschale Versicherungssumme von 100 Mio. Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, wobei für jede geschädigte Person mindestens 12 Mio. Euro zur Verfügung stehen sollten.

  • Teilkasko - unbedingt empfehlenswert 
    Die Teilkaskoversicherung deckt viele Risiken, z.B. Schäden durch Diebstahl, Brand, Sturm, Hagel oder Kollisionen mit Wild.
  • Vollkaskoversicherung 
    In der Vollkaskoversicherung sind neben den Teilkaskorisiken auch selbstverschuldete Unfallschäden am Fahrzeug versichert.

 
Mehr zum Thema Kfz-Versicherung beim Autokauf finden Sie gleich hier.