Der neue Ford Edge im Fahrbericht

9.1.2019

Das größte in Europa erhältliche SUV von Ford hat eine umfassende Runderneuerung bekommen. Überzeugen soll der Edge nun auch Limousinen- und Van-Kunden. Plus: Bilder, technische Daten, Motoren und Preis

Roter Ford Edge fahrend von vorne
Das Front-Design des Ford Edge wurde komplett neu gestaltet
  • Der neue Ford Edge ist hochwertiger aber billiger
  • Allradantrieb gibt es in jeder Version
  • Hoher Komfort, bessere Sicherheitsausstattung und viele Assistenzsysteme
  • Konkurrenten sind BMW X5, Peugeot 5008, Jaguar F-Pace oder Kia Sorento

Ford ist in rauem Gelände unterwegs. Das bezieht sich nicht nur auf Nordschweden, wo der runderneuerte SUV Edge zum ersten Fahrtest antritt. Der gesamte Konzern muss sparen – in den USA gibt es deshalb wie beim Rivalen GM eine Debatte, nur noch auf SUVs statt auf Vans oder Limousinen zu setzen.

In Europa schwört Ford zwar noch auf die Zukunft von Mondeo oder Galaxy. Doch der 4,83 Meter lange SUV Edge wird wichtiger denn je. Erste Tests im tief verschneiten Östersund zeigen, dass Ford das Modell in die richtige Richtung weiterentwickelt hat.

Preis: Der Ford Edge wird günstiger

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Cockpit Ford Edge
Trotz seines günstigen Preises wirkt der neue Innenraum hochwertig

Das geht schon beim Preis los: Mit einem Aktions-Einstiegspreis ab 36.990 Euro wird der Edge zunächst sogar günstiger als bisher. Die beiden Zweiliter-Diesel bieten dafür mit 140 kW/190 PS und 175 kW/238 PS (Aktionspreis ab 46.790 Euro) etwas mehr Leistung.

Der kleinere ist nach wie vor mit 6-Gang-Schalter unterwegs. Der läuft sauber durch die Gassen, bewegt das SUV aber nicht völlig ruckfrei.

Eine große Verbesserung stellt da die neue 8-Gang-Automatik des größeren Biturbo-Diesel dar. Sie schaltet wesentlich weicher und vermittelt so mehr Limousinen-Flair. Der Drehwahlschalter des Automaten schafft zudem Platz in der Mittelkonsole – etwa für den Zugriff auf das drahtlose Ladegerät.

Sicherheit: Allrad ist Serie

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Roter Ford Edge stehend von der Seite
Dank Allrad: Auch auf Schnee bleibt der Edge souverän

Auf verschneiten Straßen und im Gelände bietet der Edge dazu die Extra-Portion Souveränität. Untersetzungen oder mechanische Sperren wie bei einem echten Geländewagen gibt es zwar nicht, aber der Edge krabbelt auch über mehr als nur ungeteerte Straßen. Anders als in den US-Versionen ist Allradantrieb stets Standard.

Das schlaue "Total Traction System" misst permanent die Haftung der Reifen auf der Straßenoberfläche und sorgt für den optimalen Drehmomentübergang zwischen den vier Rädern. Was davon zu spüren ist? Nichts – außer, dass der Edge auch bei widrigsten Bedingungen satt auf der Straße bleibt.

Wenn Allrad nicht gebraucht wird, schaltet sich das gesamte System weitgehend ab. Das soll den SUV noch mal sparsamer machen. Durchschnittlich 6,7 Liter auf 100 Kilometer versprechen die Macher beim großen Diesel. Bei der Fahrt durch buckliges Geläuf und dem Sprint auf der Landstraße geht es eher über die Acht-Liter-Marke.

Technische Daten EcoBlue 4x4  EcoBlue 4x4
Motor 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 140 kW/190 PS, max. Drehmoment: 400 Nm bei 2.000-3.000 U/Min 2,0-Liter-Vierzylinder-Biturbo-Diesel, 175 kW/238 PS, max. Drehmoment: 500 Nm bei 2.000 U/Min 
Fahrleistungen 10,4 s auf 100 km/h, 203 km/h Spitze 9,6 s auf 100 km/h, 216 km/h Spitze 
Verbrauch                     6,0 l/100 km, Euro 6d-temp, CO2-Ausstoß: 156 g/km 6,7 l/100 km, Euro 6d-temp, CO2-Ausstoß: 175 g/km
Abmessungen                     Länge: 4,83 m, Breite: 1,93 m, Höhe: 1,74 m Länge: 4,83 m, Breite: 1,93 m, Höhe: 1,74 m
Preis                     ab 42.900 Euro (Aktionspreis 36.990 Euro)

ab 52.000 Euro (Aktionspreis 46.790 Euro)


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Hochwertiger Innenraum, ausreichend Platz

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Ford Edge Kofferraum
Bei umgeklappten Sitzen sind bis zu 1847 Liter Laderaum möglich

Ein Raumriese nach Van-Art ist der Edge auch weiterhin nicht. Die geduckte, fast coupéhafte Gestalt wird den eingefleischten Galaxy-Fahrer also nicht begeistern – mal ganz abgesehen von fehlenden Schiebetüren. Aber im Inneren findet sich durchaus genug Platz in Länge, Höhe und vor allem Breite für die Normalfamilie.

Bis zu 1847 Liter Laderaum sind ebenfalls ein Wort. Und mit seinem nochmals vergrößerten Kühlergrill und dem Abenteuer-Appeal sieht der neue Edge viel cooler aus.

Die sehr ausgewogene Federung kann mit den besten der Klasse mithalten. Und auch im Inneren zeigen sich nicht nur in der exklusiven Vignale-Version deutliche Material-Aufwertungen, die auch preissensiblere Premium-Käufer anlocken könnten. Der Grauschleier beim Kunststoff ist schon bei der Basisvariante Trend gewichen. Auch steht der Edge da bereits auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Bei Titanium, ST-Line und der luxuriöseren Vignale-Linie geht es außen und innen mit Lack, Leichtmetall und Leder noch mal um einiges großzügiger zu. Dazu kommen das sehr gute Touchscreen-Navi und auf Wunsch die Konzertatmosphäre aus dem Highend-Audiosystem von Bang & Olufsen mit zwölf Lautsprechern.

Bilder: Der Ford Edge im Detail

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Das wohlige Gefühl auf langen Strecken ist nicht nur dem beheizten, belüfteten und äußerst bequemen Gestühl oder einer aktiven Geräuschunterdrückung über die Lautsprecher zu verdanken. Bei Sicherheits- und Assistenzsystemen bietet der Ford nun so ziemlich alles, was derzeit auch in deutlich teureren Top-Modellen der Konkurrenz möglich ist:

Von LED-Scheinwerfern (auf Wunsch adaptiv) und Gurt-Airbag hinten über den Staupilot, Ausweich-Helfer bis zur Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall zum Stehen bringt, ist alles dabei. Auch das rückwärts Ausparken mit Querverkehrswarner und automatischem Notbremsen bietet der Edge. Und zehn WLAN-Verbindungen dürften für Youtube-, Facebook- und Instagram-Verkehr auf den Rücksitzen ausreichen.

Um wirklich mit den Premium-Konkurrenten aus Deutschland mithalten zu können, bräuchte es allerdings einen zusätzlichen Antrieb mit mehr Dampf. Den haben die Ford-Macher zwar mit dem 235-PS-Benziner – der als ST allerdings nur im Benzinpreis-Paradies USA zu haben ist.

Hierzulande wird es lediglich eine optisch auf Sport getrimmte ST-Line-Variante geben. Aber wer weiß, was Ford noch nachschiebt, falls Mondeo oder Galaxy doch eines Tages nicht mehr zu haben sind?

 

Text: Peter Weißenberg/SP-X, Fotos: PR.

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