Citroën C3 Aircross oder Opel Crossland X?

29.8.2018

Citroën C3 Aircross und sein Konzernbruder Opel Crossland Xhaben die gleiche Plattform. Wie unterschiedlich die zwei Mini-SUV trotzdem sind, klärt unser Vergleich. Dazu: technischen Daten und Preise

Der Opel Crossland X (links) hält sich optisch zurück. Der Citroën C3 Aircross (rechts) ist sofort als etwas Besonderes zu erkennen

Seitdem der französische PSA-Konzern auch bei Opel in Rüsselsheim das Sagen hat, kann man schnell den Überblick verlieren: Bekomme ich bei meinem Opel-Händler nur noch Peugeots und Citroëns in einem anderen Design? Wie unterscheiden sich die Modelle? Und wenn es dann Preisunterschiede gibt: Sind die gerechtfertigt? Um diese Fragen zu klären, haben wir uns den Citroën C3 Aircross und den Opel Crossland X genauer angesehen.

Der Markt der Mini-SUV boomt

Endlich mal wieder ein Auto, das einen kräftigen Schuss Pepp und Farbe in die Welt trägt: Es kommt aus Frankreich und heißt Citroën C3 Aircross. Es gibt den Mini-SUV in Weiß oder Schwarz mit rotem Dach, in Blau mit weißem Dach und und und: Insgesamt stehen acht Karosseriefarben zur Wahl, die sich mit drei verschiedenen Dachfarben kombinieren lassen.

Dazu passend kann man sich auch optische Akzente an Front und Heckschürze, besondere Materialien und gefällige Blickpunkte im Innenraum aussuchen. Citroën rechnet 85 Designmöglichkeiten vor, die der Kunde innen und außen wählen könne. 

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Entwickelt wurde der schicke Citroën aber nicht in Frankreich, wo Mode erfunden wurde, sondern gemeinsam mit Opel-Ingenieuren in Rüsselsheim. Das Opel-Pendant zum Aircross heißt Crossland X, ein Fahrzeug mit fast identischen Abmessungen – und den gleichen technischen Genen.

Doch auch wenn beide nebeneinander stehen, ist die Verwandschaft kaum zu erkennen. Eine (kostensparende) Basis mit verschiedenen Autos der Marken Peugeot, Citroën, DS und Opel für unterschiedliche Zielgruppen – das ist die neue Philosophie des PSA-Konzerns.

Pluspunkte für den Citroen

Optisch bietet der Citroën auch im Innenraum deutlich mehr Farbe und individuelle Designdetails als der Crossland. Und in puncto Technik gibt es die für Eis und Schnee oder Geröll angepasste Traktionskontrolle („grip control“ mit fünf Einstellungen) sowie eine Bergabfahrhilfe ausschließlich beim Franzosen – allerdings als Extra. Ein Allradantrieb wird übrigens für keinen der beiden angeboten. Die erhöhte Sitzposition, die leichte Geländegängigkeit sowie das deutlich ungewöhnlichere Design – allein diese drei Punkte können gewichtige Gründe sein, sich unter dem Strich für den Citroën zu entscheiden.

Auch die Preisgestaltung spricht für den Franzosen. So kostet die Basisversion des Citroën C3 Aircross 15.290 €, während man den Opel Crossland X im günstigsten Fall für 16.850 € bekommt – beide dann aber mit dem technisch etwas betagten 1,2-Liter-Dreizylinder mit 60 kW/81 PS Leistung und Fünfgangschaltgetriebe.

Den viel moderneren 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Direkteinspritzung, Turboaufladung, 130 PS und Sechsgangschaltung gibt’s bei Citroën ab 19.990 €, bei Opel kostet die Version mit dem Top-Motor ab 21.100 €. Geht man also nach den Einstiegspreisen hat der Citroën – auch bei den Dieselmodellen – die Nase vorn. 

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C3 Aircross: Viel Komfort

Bei unserer ersten Ausfahrt stand der Citroën C3 Aircross als Vierzylinder-Turbodiesel mit 88 kW/120 PS und manuellem Sechsgangschaltgetriebe zur Verfügung. Dieses Triebwerk bringt ihn gut auf Trab und enttäuscht auch in Sachen Laufruhe und Kraftstoffverbrauch nicht. Gut gelungen ist seine Fahrwerksabstimmung, die deutlich auf Komfort zielt, ohne dabei schwammig zu wirken. Kurzum: Man fühlt sich wohl hinter dem Steuer des Franzosen.

Unbedingt zu empfehlen ist das Head-up-Dislay, das dem Fahrer die erlaubte Geschwindigkeit und den Richtungspfeil des Navigationssystems direkt ins Blickfeld der Windschutzscheibe einblendet. Für den Citroën gibt es das Head-up-Display im Paket mit HiFi-System, Induktionsladung fürs Handy und schlüssellosem Zugang für 990 €, bei Opel kostet das Head-up-Display pur 300 € Aufpreis.

Praktisch ist die verschiebbare Rückbank, die bei Citroën im "Family"-Paket ab 490 € zu haben ist, bei Opel ab 295 €. Damit entsteht entweder mehr Fußraum für die hinten Sitzenden oder mehr Raum fürs Gepäck.

Opel Crossland: Klares Design

Der Opel Crossland X federt etwas weniger gut als der Aircross, wirkt bei schnellerer Kurvenfahrt dafür verbindlicher. Als Antrieb stand uns bei der Testfahrt der Top-Benziner mit 130 PS zur Verfügung – ein antrittsstarker Motor, der auch bei 160 km/h auf der Autobahn noch richtig zulegen kann.

Das Interieur des Opel wirkt im Vergleich zum Citroën eher pragmatisch und schlicht. Gut bei beiden Autos: Die Smartphone-Anbindung an das Bediensystem ist leicht per Apple Carplay und Android Auto zu handhaben.

Fazit unserer Test-Redaktion

Auf den ersten Blick zeigt der Citroën C3 Aircross einige Stärken mehr als der Opel Crossland X. Doch viele Kunden werden sich aufgrund des Designs entscheiden: Wer's eher unauffällig mag, wählt den Opel, extrovertiertere Naturen greifen eher zum Aircross. Oder zu einem ganz anderen Modell im Fahrzeugsegment der Mini-Crossover. Denn von dieser speziellen Mischung aus kleinem SUV und Kleinst-Van kommen immer mehr Autos auf den Markt.

Daten & Fakten (Herstellerangaben) Citroën C3 Aircross Blue HDI 120 Opel Crossland X 1.2 DI Turbo 
Motor

4-Zylinder-Turbo-Diesel
1560 cm3
88 kW/120 PS
300 Nm bei 1750 U/min
3-Zylinder-Turbo-Benziner
1199 cm3
96 kW/130 PS
230 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen

10,7 s von 0 auf 100 km/h
Spitze 183 km/h
9,1 s von 0 auf 100 km/h
Spitze 206 km/h
Verbrauch

4,1 l Diesel/100 km
CO2-Ausstoß: 107 g/km
5,1 l Super/100 km
CO2-Ausstoß: 116 g/km
Maße

L 4,16/B 1,77/H 1,65 m
L 4,21/B 1,82/H 1,61 m
Kofferraumvolumen

410 l
410 l
Preis

23.390 € (Shine)
Baureihe ab 15.290 €
26.790 € (Ultimate)
Baureihe ab 16.850 €
Plus

Pfiffiges Design. Sparsamer Diesel. Komfortable Federung. Erhöhte Sitzposition. Attraktives Freizeit-Zubehör. Leichte Geländegängigkeit.
Kraftvoller und laufruhiger Motor. Viele Ausstattungsoptionen. Gutes Sechsganggetriebe. Ausgewogenes Fahrwerk.
Minus

Kein Allradantrieb.
Keinerlei Geländetechnik. Schlechte Sicht nach hinten.

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR.

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