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Basel | 30.08.2019

Audi Q3 Sportback auf Testfahrt: Und noch ein SUV-Coupé

Audi Q3 Sportback in Orange fahrend
Audi Q3 Sportback: Wirkt präsenter als der normale Q3

Mit dem neuen Audi Q3 Sportback reagieren die Ingolstädter auf die steigende Nachfrage nach SUV-Coupés. Testfahrt, Bilder und alle Infos zu Preis, Motoren und technischen Daten.

  • Audi Q3 Sportback mit eigenständigem Design    
  • Gutes Platzangebot und variabler Kofferraum
  • Zahlreiche Digital-Features und intelligente Vernetzung
  • Basis-Benziner auch mit Mild-Hybrid-System

 

Schräglage ist in. Anfangs von vielen belächelt, erfreuen sich SUV-Coupés mit flach abfallendem Dach immer größerer Beliebtheit. Die Hochbeiner tragen dem Wunsch vieler Käufer nach dem Eier legenden Wollmilch-Auto recht gut Rechnung: Praktisch, aber nicht plump, geräumig, aber doch flott gezeichnet, bequem zum Einsteigen, aber doch sportlich.

Audi hat sich diesem Trend lange verwehrt, doch mit dem Q8 kam schließlich das erste SUV Coupé aus Ingolstadt. Und im Herbst 2019 das zweite: Dann wartet der neue Q3 Sportback auf Kundschaft – vornehmlich auf die des BMW X4 und Mercedes GLC.

Q3 Sportback? Müsste der schräge Q3 nicht Q4 heißen? Audi meint: Anders als der Q8, der ein eigenständiges Auto sei, gehöre der neue Sportback klar zur Familie des regulären Q3. Klingt logisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn: Der Name Q4 ist bereits für den kleinen Elektro-SUV Q4 unterhalb des größeren e-tron reserviert.

Motoren: Benziner und Diesel ab 150 PS

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Audi Q3 Sportback in Orange mit Michael Gebhardt im Studio
Sportback: Schicker als der normale Q3, findet Autor Michael Gebhardt

Und über noch ein Detail könnte Audi-Fans stolpern. Hat nicht Chef-Designer Marc Lichte beim Q8 den neuen SUV-Kühlergrill mit markanten Längsstreben eingeführt? Der ist – anders als beim neuen A4 Allroad – beim Q3 Sportback schon wieder kein Thema mehr. 

Für die Kundschaft dürften diese Details kaum kaufentscheidend sein, im Fokus stehen heutzutage andere Aspekte. Dazu zählt auch nicht mehr zwingend der Antrieb, weshalb Audi sich zunächst auf bereits bekannte Standard-Aggregate beschränkt.

Zum Markstart hat der Kunde  die Wahl zwischen zwei Benzinern und zwei Dieselmotoren. Den Einstieg (ab 36.000 Euro) bildet der 1,5-Liter-TFSI mit 110 kW/150 PS. Ihn soll es schon bald mit einem 48-Volt-Mildhybrid-System geben. Sein Generator rekuperiert Strom und hilft mit bis zu 13 PS beim Beschleunigen. Zudem "segelt" (Motor aus) der Q3 Sportback zwischen 40 und 160 km/h, sobald vom Gas gegangen wird.

Insgesamt sollen sich so rund 0,4 Liter Sprit sparen lassen. Bei einer ersten Probefahrt erwies sich der elektrisierte Vierzylinder als harmonischer Begleiter. Er ist zwar kein Urquell an Leistung – was man bei spontanen Überholmanövern merkt –, doch der Motor läuft ruhig und dreht agil hoch. 5,7 Liter verspricht Audi beim Verbrauch. Im Alltag dürften es wohl zwischen sieben und acht Liter sein.

Als stärkere Benzinvariante reicht Audi noch einen Zweiliter-TFSI mit 169 kW/230 PS nach. Bei den Diesel-Aggregaten sind es der Zweiliter-TDI mit 150 und 190 PS. Ganz Leistungshungrige müssen noch bis 2020 warten, dann schickt die Audi Sport GmbH den RSQ3 an den Start. Sein Fünfzylinder-Turbo wird 400 PS haben.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

 

Digitale Anzeigen, LTE-Internetzugang

Die meisten Sportback-Käufer dürften sich wahrscheinlich recht schnell für ein Aggregat entscheiden, schwerer könnte die Wahl schon in Sachen Digital-Ausstattung fallen. Das sauber verarbeitete Cockpit ist serienmäßig mit einem digitalen 10,25-Zoll-Kombi-Instrument bestückt, über das auch das Basis-Radio bedient wird. Als Extra gibt es eine individuell konfigurierbare 12,3-Zoll-Anzeige. Auch der zehn Zoll-Bildschirm in der Mittelkonsole kostet Aufpreis – in der Basisversion befindet sich dort ein Ablagefach.

Das Top-Infotainment-System verbindet den Audi auch mit der Außenwelt: Dank LTE-Internetzugang holt sich der Q3 Sportback aktuelle Verkehrsdaten und kann auch mit anderen Fahrzeugen oder der Infrastruktur kommunizieren (siehe Kasten). Ebenfalls erhältlich: Amazons Sprachassistent Alexa oder das Hybrid-Radio, das nahtlos zwischen UKW, Digitalrado und Online-Stream wechselt, um immer besten Empfang zu garantieren. Bis zu vier USB-Anschlüsse (drei davon nach neuem USB-C-Standard), eine induktive Ladeschale, kabellose (!) Apple-CarPlay-Nutzung oder ein 3D-Soundsystem von Bang & Olufsen runden die Hightech-Ausstattung ab.

Tipp Icon

So spricht der Audi Q3 mit anderen Autos

Schon lange spricht die Autoindustrie von Car-to-X-Kommunikation. Jetzt hält die Technik, die die Verständigung zwischen Fahrzeugen untereinander sowie der Infrastruktur ermöglicht, langsam Einzug in den Autos. Der Q3 Sportback kann online Daten anderer Fahrzeuge empfangen, die im Vorbeifahren scannen, wo entlang der Straße freie Parkplätze sind und diese Information anderen zur Verfügung stellen.

Außerdem können sich die neuen Audis in ausgewählten Städten – unter anderem Ingolstadt, Düsseldorf und Salzburg – mit dem Verkehrsleitrechner verbinden und abfragen, mit welcher Geschwindigkeit die grüne Welle zu schaffen ist. Das soll den Verkehrsfluss verbessern. Und steht man doch einmal an einer roten Ampel, sieht man auf dem Infodisplay wie lange man noch warten muss.

Gutes Platzangebot und variable Rückbank

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Audi Q3 Sportback fahrend
Audi Q3 Sportback: Fährt sich genauso agil wie der normale Q3

All diese Technik-Schmankerl gibt es natürlich auch im normalen Q3. Im Sportback allerdings sind sie ausgesprochen schick verpackt: Obwohl er mit 4,50 Metern nur 16 Millimeter länger ist als sein Bruder, wirkt er doch deutlich größer – und gleichzeitig sportlicher, was nicht zuletzt am drei Zentimeter flacheren Dach liegt. Die Herausforderung: Das Platzangebot in Reihe zwei sollte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Das wäre passiert, hätten die Designer das Dach einfach ab der Fahrzeugmitte flach nach hinten abfallen lassen.

Stattdessen haben sie ab der A-Säule alle Blechteile angefasst, sogar die Türen wurden neu zugeschnitten. Das Ergebnis: Auf der um 13 Zentimeter verschiebbaren Rückbank (15 beim normalen Q3) sitzt man nicht tiefer als im Standard-Q3 und hat genauso viel Platz wie in einem A7; auch die verstellbare Lehne konnte bewahrt werden. Dahinter passen wie in jeden Q3 laut Audi bis zu 530 Liter Gepäck, nur der maximale Stauraum fällt als kleiner Kompromiss mit 1400 Litern etwas geringer aus.

Insgesamt fährt sich der Q3 Sportback nicht anders als die Steilheckversion. Der Komfort stimmt, die Lenkung vermittelt eine präzise Rückmeldung, die Geräuschkulisse ist leise, man fühlt sich schnell wohl hinter dem Lenkrad. Das mag subjektiv auch am hochwertigen Innenraum, der exzellenten Verarbeitungsqualität und dem coolen Layout im Cockpit liegen. Moderner geht es derzeit in dieser Klasse kaum.

Der Sportback ist teurer als der normale Q3

Den Sportback gibt es ab 36.000 Euro. Somit trennen ihn laut Preisliste 1600 Euro vom normalen Q3. Das ist aber nur die halbe Rechnung. Denn die Coupé-Version hat serienmäßig ein Sportfahrwerk, das Audi Drive Select System, eine Progressiv-Lenkung und einige lackierte Dekor-Elemente an Bord.

Somit ist der Q3 Sportback ausstattungsbereinigt nicht teurer. Das ist ungewöhnlich in der Branche. Normalerweise schlagen die Hersteller gerne einen Lifestyle-Faktor drauf und lassen sich das vermeintlich sportlichere Design gut bezahlen, obwohl das Auto in der Herstellung keinen Deut teurer ist.

Die Basismotoren im Vergleich

Technische Daten (Herstellerangaben)                     Audi Q3 Sportback 35 TFSI Audi Q3 Sportback 35 TDI
Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1,5 Liter Hubraum, 110 kW/150 PS, 250 Nm bei 1500 U/min Vierzylinder-Turbodiesel, 2,0 Liter Hubraum, 110 kW/150 PS, 340 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen 9,6 s auf 100 km/h, 204 km/h Spitze                     9,3 s auf 100 km/h, 205 km/h Spitze               
Verbrauch (NEFZ) 5,7 – 6,0 l Super/100 km, 130 – 137 g CO2/km 4,7 – 4,9 l Diesel/100 km, 123 – 129 g CO2/km
Maße L 4,50 / B 1,84 / H 1,56 m L 4,50 / B 1,84 / H 1,56 m
Kofferraum 530 – 1400 l 530 – 1400 l
Preis ab 36.000 Euro ab 40.200 Euro

 

Text: Michael Gebhardt, Michael Specht/SP-X. Fotos: Audi AG.

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