Zebrastreifen: Diese Regeln gelten, das kosten Verstöße
Von Anabel Greefe
Am Zebrastreifen haben Fußgänger Vorrang, ebenso wie Rollstuhlfahrer und Nutzer von Krankenfahrstühlen. Fahrzeuge müssen anhalten, wenn jemand die Straße überqueren will. Welche Regeln sonst gelten und welche Bußgelder drohen, erfahren Sie hier.
Halten und Parken ist auf dem Zebrastreifen sowie bis zu fünf Meter davor verboten
Wer Fußgänger nicht passieren lässt, muss mit 80 Euro Bußgeld und einem Punkt rechnen
Radfahrende haben nur dann Vorrang, wenn sie absteigen
Was ist ein Zebrastreifen und wie erkennen Sie ihn?
Einen Zebrastreifen erkennen Sie an den breiten weißen Streifen auf der Fahrbahn (Zeichen 293). Diese Markierung allein legt bereits fest, wie sich alle Verkehrsteilnehmer verhalten müssen. Zusätzlich weist oft ein blaues Schild (Zeichen 350) auf den Fußgängerüberweg hin. Befindet sich am Übergang eine Ampel, handelt es sich nicht mehr um einen klassischen Zebrastreifen, sondern um eine sogenannte Fußgängerfurt – hier entscheiden die Ampelphasen darüber, wann Sie gehen dürfen.
Wann müssen Autofahrer am Zebrastreifen anhalten?

Fahrzeuge – ausgenommen Schienenfahrzeuge wie z.B. Trambahnen – müssen den oben genannten Verkehrsteilnehmern auf dem Zebrastreifen das Überqueren ermöglichen. Auto-, Motorrad- und auch Radfahrende müssen sich mit mäßiger Geschwindigkeit dem Überweg nähern und gegebenenfalls warten. Sie müssen anhalten, wenn zu erkennen ist, dass Fußgänger den Überweg erkennbar betreten wollen.
Fußgänger signalisieren, dass sie die Fahrbahn überqueren wollen, wenn sie am Bordstein eines Überweges stehen und auf die Fahrbahn blicken.
Auto-, Motorrad- und Radfahrende müssen sogar damit rechnen, dass Fußgänger einige Meter vor und nach dem Zebrastreifen die Fahrbahn überqueren wollen und müssen deswegen die Umgebung beobachten.
Ab dem Zeichen 350 (Fußgängerüberweg) darf man nicht mehr überholen. Ist das Zeichen nicht aufgestellt, gilt das Überholverbot auf der Fahrbahnmarkierung. Es ist verboten, auf und bis zu 5 Meter vor dem Zebrastreifen zu halten oder zu parken. Stockt der Verkehr, müssen Fahrzeuge vor dem Überweg halten.
Welche Regeln gelten für Fußgänger am Zebrastreifen?
Fußgänger dürfen nicht blindlings auf ihr Vorrecht vertrauen und müssen sich vergewissern, dass sie die Fahrbahn gefahrlos überqueren können. Bei starkem Verkehr müssen sie Fußgängerüberwege benutzen, selbst wenn der Überweg 40 bis 50 Meter entfernt ist.
Was gilt für Radfahrer am Zebrastreifen?

Radfahrende haben die gleichen Rechte wie Fußgänger, wenn sie absteigen und das Fahrrad schieben. Nach einzelnen Gerichtsentscheidungen werden auch Radfahrer, die ihr Fahrrad wie einen Tretroller benutzen, wie Fußgänger behandelt. Muss ein Auto wegen eines fahrenden Radfahrers auf dem Fußgängerüberweg abbremsen oder halten, riskiert der Radfahrende ein Bußgeld für eine vermeidbare Behinderung. Kommt es zu einem Unfall, trägt der Radfahrende eine Mitschuld. Kinder müssen am Zebrastreifen ebenfalls absteigen – nur dann haben sie wie Fußgänger Vorrang.
Mehr Informationen zu den Verkehrsvorschriften für Radfahrende finden Sie hier.
Welche Bußgelder drohen am Zebrastreifen?
Wer Fußgänger am Zebrastreifen nicht passieren lässt, muss mit 80 Euro Bußgeld rechnen. Maßgeblich ist, ob erkennbar ist, dass jemand den Überweg nutzen will – das gilt meist schon, wenn sich eine Person zu Fuß dem Zebrastreifen nähert oder darauf zugeht.
Wenn Autofahrende an einem Fußgängerüberweg überholen wollen, droht ebenfalls ein Bußgeld von 80 Euro. Kommt eine Gefährdung hinzu, werden es 100 Euro.
In all diesen Fällen wird ein Punkt in Flensburg fällig.
