Tipps zum Fahren bei Nebel

11.12.2018

Vor allem im Herbst ist auf den Straßen verstärkt mit Nebel zu rechnen. Meist kommt er plötzlich, das macht ihn für Autofahrer so gefährlich. Wir geben die wichtigsten Tipps für sichere Fahrten bei schlechten Sichtverhältnissen.

Fahren bei Nebel
Fahren im Nebel ist ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.

Fuß vom Gas und Abstand halten

Bei eingeschränkter Sicht muss man grundsätzlich langsam und vorausschauend fahren sowie jederzeit bremsbereit sein. Außerdem empfiehlt es sich, den Scheibenwischer regelmäßig zu betätigen, um die durch Nebel verursachten Wassertropfen auf der Scheibe zu beseitigen. Überholmanöver auf zweispurigen Landstraßen sind tabu. Nebelfahrten erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrers, daher gilt es, jegliche Ablenkung zu vermeiden. 

Die Faustformel bei Nebel lautet: Mindestabstand in Metern = Geschwindigkeit in Kilometer pro Stunde: Das heißt, bei Tempo 50 sollte man mindestens 50 Meter Abstand zum Vordermann halten.

Bei Sichtweiten unter 50 Metern erlaubt der Gesetzgeber eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Diese Distanz kann man dabei gut an den Leitpfosten am Straßenrand ablesen – auf Landstraßen und Autobahnen sind sie exakt in diesem Abstand aufgestellt.

Beleuchtung: Lichtautomatik erkennt Nebel nicht

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Symbol Nebelschlussleuchte
Das Symbol für die eingeschaltete Nebelschlussleuchte

Eine erhebliche Sichtbehinderung und damit die Verpflichtung, das Abblendlicht einzuschalten, besteht laut Rechtsprechung immer dann, wenn:

  • auf Autobahnen oder sonstigen Schnellverkehrsstraßen die Sicht weniger als 150 Meter beträgt
  • auf anderen Straßen außerorts eine Sichtweite von 100–120 Metern unterschritten wird
  • innerorts eine Sichtweite von unter 60–70 Metern vorliegt

Folgendes gilt es zu beachten: Auch die modernste Lichtautomatik kann Nebel oder diesiges Wetter nicht erkennen. Daher schaltet sie das Abblendlicht nicht automatisch ein. Aus diesem Grund sollten Sie bei schlechter Sicht am Tag besser selbst zum Lichtschalter greifen. Bei Nebel sollte man zudem auf Fernlicht verzichten, es verschlechtert die Sicht noch zusätzlich – besser ist das normale Abblendlicht.

Noch ein Hinweis zum Tagfahrlicht: Wann Autofahrer mit Tagfahrlicht fahren dürfen oder müssen, ist gesetzlich nicht geregelt. Im Herbst und Winter reicht das Tagfahrlicht aber meist nicht aus, weil auch tagsüber oft schlechte Sicht herrscht. Dann muss der Fahrer auch bei Lichtautomatik das Abblendlicht manuell einschalten. Bei neueren Autos wird das Tagfahrlicht zwar mit dem Einschalten der Zündung aktiviert. Erst wenn Sie das Abblendlicht (ggf. manuell) eingeschaltet haben, wird das eigene Auto sowohl von vorne als auch von hinten bestens erkannt.

Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten

Nebelschlussleuchten sind vorgeschrieben, die meisten modernen Autos sind zusätzlich mit Nebelscheinwerfern ausgestattet. Diese sind hilfreich, da sie das Licht flach über die Straße streuen. Doch wie setzt man sie richtig ein? Hier sind viele Autofahrer unsicher. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wann darf ich die Nebelscheinwerfer einschalten?

Nebelscheinwerfer, also die zusätzlichen Leuchten nach vorne, dürfen Sie immer dann einschalten, wenn die "Voraussetzungen für die Benutzung von Abblendlicht am Tag gegeben sind". Das ist dann der Fall, wenn Nebel, Schneefall oder Regen die Sichtweite erheblich reduzieren. Es gelten dieselben Richtgrößen wie beim Abblendlicht.

Wenn das Fahrzeug mit zwei Nebelscheinwerfern ausgestattet ist und diese eingeschaltet sind, darf man anstatt des Abblendlichts auch das Standlicht (Positionsleuchten + Rückleuchten) benutzen.

Wie nutze ich die Nebelschlussleuchte richtig?

Für die Nebelschlussleuchte gelten strengere Regeln als für die Nebelscheinwerfer. Diese darf man nur einschalten, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Sie dient dazu, den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Wird die Leuchte bei besserer Sicht eingesetzt, verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil und der nachfolgende Verkehr wird geblendet. Also: Nebelschlussleuchte unbedingt wieder ausschalten, wenn der dichte Nebel sich lichtet.

Muss ich Nebelscheinwerfer und Schlussleuchten einsetzen?

Nein, eine Pflicht zur Nutzung der Nebelscheinwerfer und Schlussleuchten besteht nicht. 

Darf ich Nebelscheinwerfer auch bei normalem Wetter nutzen?

Nein, die Nebelscheinwerfer dürfen nur dann eingeschaltet werden, wenn es wirklich erhebliche Sichtbehinderungen gibt. Sobald sich die Sichtverhältnisse bessern, muss man sie wieder ausschalten.

Tipp Icon

Das sagt der ADAC Experte

"Wer eine Nebelschlussleuchte missbräuchlich verwendet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Werden dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es gar zu einem Unfall, liegt das Verwarnungsgeld bei 25 bzw. 35 Euro", erklärt ADAC Jurist Stephan Miller.

2017 gab es 242 Unfälle durch Nebel

Generell gilt: Überprüfen Sie bei Pausen und Tankstopps die Scheinwerfer und Leuchten, beseitigen Sie Schmutz und Feuchtigkeit. Gegebenenfalls können Sie die Frontscheibe während der Fahrt mit dem Gebläse von innen freimachen. Denn auch, wenn die Unfallzahlen leicht rückgängig sind, ist Nebel für Autofahrer gefährlich: Im Jahr 2017 ereigneten sich laut Statistischem Bundesamt auf Deutschlands Straßen 242 nebelbedingte Unfälle mit Personenschaden, dabei wurden 95 Menschen schwer verletzt.

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