Senioren im Straßenverkehr

5.4.2018

Der Wunsch, das Auto selbst zu fahren, bleibt auch im höheren Alter bestehen. Senioren am Steuer haben oft einen schlechten Ruf – zu Unrecht. Wir haben eine Übersicht der Unfallstatistik sowie Tipps für Senioren im Straßenverkehr zusammengefasst.

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Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht das Lebensalter.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass ältere Autofahrer (65+) mehr schwere Unfälle verursachen, zeigt die Unfallstatistik ein anderes Bild. Obwohl Senioren 21 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, verursachen sie weit weniger Unfälle (15 Prozent). 

Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht das Lebensalter, sondern neben dem Gesundheitszustand des Fahrers auch die in einem langen Kraftfahrerleben erworbene Fahrroutine. Die Gruppe der älteren Fahrer zeichnet sich in der Regel durch einen an die Situation angepassten Fahrstil sowie vorausschauendes Fahren aus, meidet riskante Fahrmanöver und hat das Abstandsverhalten über die Jahre hin vergrößert. Damit können altersbedingte Leistungseinbußen häufig gut kompensiert werden.

Verpflichtende Testverfahren nicht verhältnismäßig

Durch das Testverfahren besteht die Gefahr, dass geeignete Fahrer irrtümlich als ungeeignet eingestuft werden. Hinzu kommt, dass ein positives Testergebnis dazu verleiten kann, seine eigenen Fähigkeiten weit über den Testzeitpunkt hinaus zu überschätzen. Insofern erscheinen Forderungen nach einer gesetzlichen Verpflichtung von Eignungsprüfungen für alle Kraftfahrer nicht verhältnismäßig. Dies ist auch ein zentrales Ergebnis eines wissenschaftlichen Symposiums der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).

Wir empfehlen, sich freiwillig regelmäßig ärztlich untersuchen zu lassen. Das gilt vor allem für das Sehvermögen. Gesundheitliche Probleme sollten im vertraulichen Gespräch zwischen Arzt und Patient geklärt werden. 

Tipps und technische Innovationen

Fahrerassistenzsysteme können helfen, motorische Defizite auszugleichen. So besteht schon heute die Möglichkeit, den Einparkvorgang mit Hilfe eines Parkassistenten sicher durchzuführen. Darüber hinaus ermöglichen Assistenten in der Längs- und Querführung eine sicherere Fahrweise. Sogar ein Spurwechsel kann inzwischen vom Fahrzeug überwacht werden und gegebenenfalls vor einer Kollision warnen. Zudem können Fahrtrainings im realen Verkehr helfen, die Fahrkompetenz unabhängig vom Alter zu steigern.

Senioren sind jedoch als Fußgänger oder Radfahrer besonders gefährdet, da sie einer erhöhten Verletzlichkeit aufgrund des Alters ausgesetzt sind. So ist jeder zweite im Straßenverkehr tödlich verunglückte Fußgänger oder Radfahrer älter als 65 Jahre. 

Alle Infos zum ADAC Fahr-Fitness-Check finden Sie hier.

Fit & Mobil: Auto Kauf-Tipps für Senioren

Mehr Informationen zu den ADAC Fahrsicherheitstrainings (u.a. das Generation Plus-Training) finden Sie hier.