Kinder im Schulbus: Diese Regeln gelten

Auf geht's zur Schule: Kinder sollten beim Einsteigen und im Bus den Schulranzen abnehmen
Auf geht's zur Schule: Kinder sollten beim Einsteigen und im Bus den Schulranzen abnehmen© ADAC/Stefanie Aumiller

Der Schulbus gehört zu den sichersten Beförderungsmitteln, mit denen Millionen Schulkinder täglich ihren Weg zur Schule zurücklegen. Tipps für eine sichere Busfahrt.

Sicher im Schulbus mit Gurt

Grundsätzlich müssen Kinder auch im Schulbus ordnungsgemäß gesichert werden, sofern Sicherheitsgurte vorhanden bzw. vorgeschrieben sind. Bei neu zugelassenen Kraftomnibussen bis 3,5 Tonnen (i.d.R. mit bis zu 9 Sitzplätzen) müssen seit 2001 Dreipunkt-Sicherheitsgurte installiert sein. Kinder müssen sich in diesen Fahrzeugen anschnallen. Alle, die jünger als zwölf Jahre sind oder eine Körpergröße von unter 150 Zentimetern haben, benötigen zudem auf dem Sitzplatz einen passenden Kindersitz.

In Bussen über 3,5 Tonnen (mit mehr als 9 Sitzplätzen) müssen bei neuen Fahrzeugen (außer bei Omnibussen mit Stehplätzen für den Linienverkehr) seit 1999 Zweipunkt-Gurte eingebaut sein und auch genutzt werden.

Allerdings sind der Linienverkehr und der freigestellte Schulbusverkehr von der Anschnallpflicht befreit.

Was ist ein Schulbus? 

Der Begriff "Schulbusverkehr" beschreibt im engeren Sinne die regelmäßige Beförderung von Schülern mit speziellen nicht öffentlichen Bussen von und zur Schule. Im weiteren Sinne werden aber auch Linienbusse und sonstige Busse als Schulbusse bezeichnet, wenn diese Schüler befördern. 

Freigestellter Schülerverkehr wird eingerichtet, wenn keine Linienbusse verkehren. Er ist von der Genehmigungspflicht des Personenbeförderungsgesetzes befreit und umfasst den in der Freistellungsverordnung geregelten Verkehr von und zum Unterricht, bei dem die Betriebskosten in vollem Umfang durch den Schulträger übernommen werden. Schüler müssen keine Fahrscheine erwerben. 

Linienverkehr ist regelmäßiger Verkehr von Kraftfahrzeugen auf festgelegten Routen und Haltepunkten. Die Mehrheit der Schulkinder wird mit Linienbussen befördert.

Im Überlandbus am besten nur mit Sitzplatz 

Kinder, die mit dem Bus auf Landstraßen im Überlandverkehr unterwegs sind, sollten möglichst nur auf Sitzplätzen befördert werden. Eine Vorschrift zur Kindersicherung mit Kindersitzen gibt es in Bussen über 3,5 Tonnen bis jetzt nicht, da nur wenige Systeme mit einem Busgurt (Beckengurt) befestigt werden können.

Die Kinder sollten aber dennoch (wenn vorhanden) den Zweipunkt-Gurt verwenden, da dieser im Fall eines Unfalls verhindert, dass die Insassen aus dem Sitz geschleudert werden. Schulbusse (auch Busse im Linienverkehr), in denen Fahrgäste während der Fahrt stehen müssen, dürfen außerorts nicht schneller als 60 km/h fahren.

Überfüllte Busse vermeiden 

Ein Problem und damit Anlass zu Beschwerden sind überfüllte Busse. Sind keine ausreichenden Sitzplatz-Kapazitäten vorhanden, führt dies selbst bei den Stehplätzen häufig zu einer hohen Auslastung.

Niemals sollten mehr Kinder befördert werden als Sitz- und Stehplätze zugelassen sind. Die Anzahl der ausgewiesenen Stehplätze im Bus ist auch für Kinder verbindlich, da diese noch einen Schulranzen mitführen.

Stehplätze können im freigestellten Schulbusverkehr durch den Schulbusträger im Schulbusvertrag unterbunden oder eingeschränkt werden. Bei regelmäßig überfüllten Bussen sollten zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt oder bedarfsorientierte Busangebote angestrebt werden. 

Sicherer durch Busbegleiter 

Schulbusbegleiter sind geschulte ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die helfen sollen, das Ein- und Aussteigen der Schüler an den Haltestellen zu koordinieren, aggressives Verhallten während der Fahrt zu unterbinden und damit den Fahrer von Beaufsichtigungsaufgaben zu befreien. Nur dann, wenn der Fahrer seine Fahraufgabe konzentriert und ohne Ablenkung durchführen kann, ist die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet.

Busschulen sind gezielte Trainingsprogramme für Schüler, die zu einer sicheren und selbständigen Nutzung von Bussen beitragen können.

Gefahren an der Haltestelle

Viele Kinder sind täglich mit Schulbussen unterwegs © ADAC/Stefanie Aumiller

Gefahren gibt es auch auf dem Weg zur Bushaltestelle, beim Warten auf den Bus sowie beim Ein- und Ausstieg. Mit jüngeren Kindern sollte man besonders üben, langsam und rechtzeitig zur Haltestelle zu gehen. Kinder sollten stets so viel Zeit für den Schulweg einplanen, um in Ruhe und gefahrlos eine Straße überqueren zu können. Auch längere rote Ampelphasen auf dem Schulweg sollten dabei berücksichtigt werden.

Ebenso will das Warten an der Haltestelle gelernt sein: Hier sollte auf Spielen und Toben verzichtet werden. Beim Ein- und Aussteigen sollten Kinder sich aus einem möglichen Gerangel raushalten und nicht drängeln. Denn das kann schnell gefährlich werden – besonders wenn ein Radweg direkt an der Bushaltestelle vorbei führt.

Daten aus der Unfallstatistik

Laut Statistischem Bundesamt sind in der Unfallstatistik von 2019 in der Altersgruppe der unter 15-Jährigen 280 Insassen in Schulbussen verunglückt und kein Schüler bzw. keine Schülerin ist ums Leben gekommen. Die Zahl der Verunglückten in Linien-, Schul-, Reise- und sonstigen Bussen für die gesamte Altersgruppe von sechs bis 18 Jahren betrug im Jahr 2019 insgesamt 6250 Mitfahrende.

Andrea Piechotta
Andrea Piechotta
Redakteurin
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?