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AdBlue kaufen, tanken und nachfüllen

AdBlue Tanksäule
AdBlue nachfüllen: Am einfachsten und billigsten an einer AdBlue-Zapfsäule ∙ © Imago images/Sven Simon

Der AdBlue-Tank Ihres Diesels ist leer? Kein Problem: Wir erklären, was Sie beim Nachfüllen beachten müssen. Plus: AdBlue-Tankstellen, Preise – und mögliche Fehler.

AdBlue, eine flüssige Harnstofflösung, wird bei Fahrzeugen mit SCR-Systemen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen vor einem speziellen Katalysator eingespritzt. Dort reagiert sie mit den Schadstoffen und wandelt sie fast vollständig in Wasserdampf und ungefährlichen Stickstoff um. 

Eine saubere Sache. Doch wenn der AdBlue-Zusatztank leer ist, geht gar nichts mehr: Das Dieselfahrzeug lässt sich nicht mehr starten. Die Lösung muss also nachgefüllt werden – und das ist bei manchen Autos ganz schön knifflig.

Wann muss man AdBlue nachfüllen?

Die AdBlue-Tanks der aktuellen Fahrzeuge mit SCR-System haben ein Fassungsvermögen zwischen acht und 33 Liter. Weil der AdBlue-Verbrauch bei etwa drei bis fünf Prozent des Kraftstoffverbrauchs liegt, wird ein Auffüllen des AdBlue-Tanks je nach Abstimmung des Abgassystems und den Einsatzbedingungen etwa alle 5000 bis 15.000 Kilometer notwendig.

Im Idealfall ist die im Tank mitgeführte Menge bei Pkw-Modellen jedoch so dimensioniert, dass ein Nachfüllen von AdBlue im Rahmen der regelmäßigen Inspektionsintervalle durch die Werkstatt ausreicht. 

Üblicherweise verfügen diese Fahrzeuge über ein Füllstand-Kontrollsystem, welches den Fahrer frühzeitig bei zu geringem AdBlue-Vorrat bzw. ab 2400 Kilometer Restreichweite zum Nachfüllen auffordert und die verbleibende Restreichweite anzeigt.

Wird entgegen der Warnhinweise nicht rechtzeitig nachgefüllt, erlaubt die Motorsteuerung bei vollständig erschöpftem AdBlue-Vorrat keinen Neustart des Motors. Diese Maßnahme ist wegen der gesetzlichen Vorschriften zum Umweltschutz notwendig.

So funktioniert ein SCR-Katalysator.

Wo kann man AdBlue kaufen?

AdBlue wird in Baumärkten, Kfz-Zubehörläden, Tankstellen und Werkstätten angeboten. Doch inzwischen findet man den Harnstoff sogar als Postenware bei Discountern – dann häufig schon für unter einen Euro pro Liter. Es gibt übliche Gebindegrößen von einer halben Gallone bis zu zehn Litern. Als Einwegflaschen sind diese aus Umweltgründen jedoch kritisch zu sehen.

Manche Werkstätten bieten das AdBlue-Nachfüllen mit einem speziellen Betankungsgerät an, so dass kaum Plastikabfall entsteht. Allerdings ist der Preis oft höher, als wenn der Fahrer selbst aus einem Kanister nachtankt. Dafür gibt es u. a. von Opel, Volkswagen und anderen Herstellern Befüllschläuche mit Druckausgleich, so dass kein AdBlue daneben geht. 

Gibt es auch AdBlue-Tankstellen?

Tatsächlich finden AdBlue-Zapfsäulen für Pkw eine immer stärkere Verbreitung. Unter findadblue.com* oder über die dazugehörige App (App-Store und Google Play) gibt es für Dieselfahrer eine Suchfunktion nach geeigneten AdBlue-Zapfsäulen und Verkaufsstellen von Nachfüllgebinden in der Nähe.

Einige Automobilhersteller geben auch die Betankung an Lkw-AdBlue-Zapfsäulen frei. Hinweise dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Aufgrund der deutlich höheren Durchflussgeschwindigkeit an Lkw-AdBlue-Zapfsäulen sollte man hier aber sehr vorsichtig tanken. 

Was ist AdBlue?

AdBlue ist der vom Verband der Automobilindustrie (VDA) geschützte Handelsname für den Harnstoff AUS 32, der zur Reduktion von Stickoxidemissionen (NOX) mittels SCR-System eingesetzt wird. Es handelt sich hierbei um eine hochreine, wasserklare, synthetisch hergestellte 32,5-prozentige Harnstofflösung (chemische Formel: H₂N-CO-NH₂). Diese ist weder Gefahrenstoff noch Gefahrengut und in die niedrigste Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft.

Die hohe Reinheit und die gleichbleibende Qualität sind durch die Norm ISO 22241 garantiert. Die ISO 22241 ersetzt die deutsche Norm DIN 70070, welche der erste Standard für AdBlue war. In der ursprünglichen Norm waren Lagerung und Handhabung nicht berücksichtigt. Die ISO 22241 besteht aus insgesamt vier Teilen, den ISO-Normen 22241-1 bis 22241-4. Teil 1 (ISO 22241-1) regelt die Qualitätsanforderungen. Daher sind Kanister und Zapfsäulen in der Regel mit dieser Norm gekennzeichnet.

AdBlue ist unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30°C zu schützen und sollte an einem gut belüfteten Platz gelagert werden. Ideal sind Lagertemperaturen zwischen minus 5° und plus 20°C, die Haltbarkeit beträgt dann mindestens zwölf Monate.

Was kostet AdBlue?

Die Preise sind sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Größere Gebinde und "lose Ware" in Werkstätten und Tankstellen sind preisgünstig. Eine Kruse-Flasche mit 1,89 Liter AdBlue kostet im Handel rund sieben Euro, was einem Literpreis von rund 3,70 Euro entspricht. Kanister mit fünf Litern gibt es für rund fünf Euro und lose Ware kostet oft weniger als 70 Cent je Liter. Rechtzeitiges Auffüllen des Tanks oder ein kleiner Vorrat können sich daher auszahlen.

Kann man AdBlue selbst nachfüllen?

Manche Werkstätten offerieren das AdBlue-Nachfüllen mit einem speziellen Betankungsgerät. Sie können AdBlue allerdings mit ein wenig Geschick auch selbst nachfüllen. Wo sich der AdBlue-Tank in Ihrem Fahrzeug befindet, sagt Ihnen die Bedienungsanleitung. Ältere Autos mit SCR-Technik hatten den Einfüllstutzen im Kofferraum, bei neueren Fahrzeugen befindet sich der Tankstutzen gut erreichbar neben dem Kraftstoffeinfüllstutzen

AdBlue nachfüllen können Sie etwa über die sogenannte Kruse-Flasche mit 1,89 Litern Inhalt. Aus Umweltgründen ist diese jedoch kritisch zu betrachten, wenn Sie etwa einen Tank mit bis zu 33 Litern über die Einwegflaschen auffüllen müssen. Mit Fünf- oder Zehn-Liter-Kanistern geht das Auffüllen entsprechend schneller.

Ist AdBlue gefährlich?

AdBlue ist nicht giftig, kann aber auf Augen, Haut und Atemwege reizend wirken. Schutzkleidung ist beim Nachfüllen nicht notwendig. Bei Hautkontakt sollte die Flüssigkeit mit viel Wasser abgespült werden.

Der Harnstoff wirkt korrosiv auf Stahl, Eisen, Nickel und Buntmetalle. Auch Lacke und Kunststoffe können bei längerer Einwirkung von AdBlue geschädigt werden. Kontaminationen sollten daher unverzüglich mit viel Wasser abgespült werden.

Falsch betankt: Was kann man tun?

Dass Dieselkraftstoff versehentlich in den AdBlue-Tank gefüllt wird, ist eher unwahrscheinlich. In den kleinen Einfüllstutzen (19,75 mm Durchmesser) passen die Kraft-Zapfrohre (Diesel 25 mm, Benzin 21 mm Durchmesser) oder die üblichen Rohre von Reservekanistern nicht.
Das Einfüllen von AdBlue in den Dieseltank ist dagegen bei Fahrzeugen ohne Fehlbetankungsschutz leicht möglich. Etwa bei der Verwendung von handelsüblichen Fünf- bzw. Zehn-Liter-Kanistern aus dem Bau- oder Supermarkt mit einfachem Einfüllrohr.

Egal, ob AdBlue in den Dieseltank gefüllt wurde oder umgekehrt: Die Folgeschäden können ähnlich kostenintensiv ausfallen wie beispielsweise bei einer Fehlbetankung mit Benzin. 

Was tun, wenn es passiert ist? Solange die Zündung noch nicht eingeschaltet wurde, genügt üblicherweise eine intensive Reinigung des Tanks. 

Wird hingegen die Zündung eingeschaltet, kann AdBlue in das empfindliche Einspritzsystem gelangen. So können durch das korrosive AdBlue teure Schäden ausgelöst werden. Neben der Tankreinigung müssen in diesem Fall Kraftstoffpumpen, Leitungen und Filter erneuert werden. 

Wurde der Motor angelassen oder dieses versucht, sind grundsätzlich auch Einspritzdüsen oder Einspritzinjektoren zu erneuern. 

Je nach Hersteller und Modell sind die Empfehlungen nach einer Fehlbetankung allerdings etwas unterschiedlich. Lesen Sie deshalb in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs nach oder kontaktieren im Ernstfall Ihre Werkstatt.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC