Führerscheinkosten - das kommt auf Sie zu

20.3.18

Was der Führerschein exakt kosten wird, können Sie vor Beginn der Ausbildung nicht vorhersagen. Dafür unterscheiden sich die Grundbedingungen zu sehr – und zwar von Bundesland zu Bundesland, von Fahrschule zu Fahrschule und auch regional etwa zwischen Großstadt und Land. Hier erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Führerschein Kosten

Kosten für Führerscheinprüfung (Beispiel Klasse B)

Fahrschulen sind per Gesetz zu Preisklarheit und Preiswahrheit verpflichtet. Das bedeutet, dass eine Fahrschule für jeden angebotenen Leistungsbereich einen festen Preis angeben und diesen auch einhalten muss. Da Fahrschulen (im Gegensatz zu Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA) keiner Gebührenordnung unterliegen, kann jede Fahrschule ihre eigenen Preise festlegen. Es lohnt sich also immer, mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen – auch wenn die „nackten“ Kosten keine verbindliche Aussage über die Qualität der Fahrschule beinhalten.

 

  • Fahrstunden: normale Fahrten á 45 Minuten (Stundenanzahl nicht vorhersehbar) plus Sonderfahrten (12 Stunden) á 45 Minuten 
  • Grundbetrag/Grundgebühr: Damit sind Verwaltung und theoretischer Unterricht (12 Doppelstunden á 90 Minuten (Grundstoff) und 2 Doppelstunden á 90 Minuten (Zusatzstoff) abgedeckt. Weitere Kosten, etwa für Bürotätigkeiten, darf die Fahrschule nicht berechnen.
  • Lernmaterialien/Lehrmittel: Online-Zugänge zu Führerschein-Apps, Bücher, Online-Medien etc. 
  • Gebühr für die Vorstellung zur theoretischen Prüfung
  • Gebühr für die Vorstellung zur praktischen Prüfung
  • TÜV/DEKRA-Gebühren für die theoretische Prüfung, klassenunabhängig (Beispiel TÜV NORD: 22,49 €)
  • TÜV/DEKRA-Gebühren für die praktische Prüfung. Diese unterscheiden sich nach Führerscheinklasse. (Beispiel: TÜV NORD: 91,75 €)

Wenn Sie durch die Führerscheinprüfung fallen

Das Urteil „Durchgefallen“ kann sich für Sie rasch als relevanter Kostenfaktor entpuppen. Sollten Sie durch die theoretische Prüfung gefallen sein, kann die Fahrschule für die Weiterführung der Ausbildung den sogenannten „Teilgrundbetrag“ in Rechnung stellen. Aber nur dann, wenn dieser „Teilgrundbetrag“ in Ihrem Ausbildungsvertrag, den Sie mit der Fahrschule abgeschlossen haben, festgehalten ist und die Fahrschule diesen auch in ihrer Preisinformation ausgewiesen hat.

Auch die oben erwähnten Gebühren für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Prüfung sowie die Prüfungsgebühren bei TÜV oder DEKRA werden bei einer weiteren Prüfung erneut fällig.

Sollten Sie durch die Prüfung fallen, müssen Sie weitere Fahrstunden nehmen. Das kann im Einzelfall sehr teuer werden – es gibt Fahrschulen, die diese „Nachschulungsstunden“ mit einem höheren Satz berechnen.

Folgende Richtwerte bieten Ihnen laut Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. eine erste, grobe Einschätzung des finanziellen Gesamtpakets einer Fahrschule:

 

  • Der Grundbetrag sollte nicht mehr als das Zehnfache einer Normalfahrstunde kosten.
  • Eine Sonderfahrt sollte nicht mehr als das Eineinhalbfache einer Normalfahrstunde kosten.
  • Die Gebühren für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Prüfung sollten insgesamt nicht mehr als das Fünffache einer Fahrstunde kosten.
  • Der Teilgrundbetrag (sofern eine Fahrschule diesen nach nicht bestandener Theorieprüfung verlangt), sollte nicht mehr als das Fünffache einer Fahrstunde kosten.

Sonstige Kosten

Neben den bereits genannten Kosten stehen vor Beginn der eigentlichen Ausbildung weitere Ausgaben an, die mit Ausnahme des Sehtests abhängig vom jeweiligen Anbieter sind.

 

  • Sehtest: 6, 43 € gesetzliche Gebühr
  • Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort“
  • Passbilder 
  • Verwaltungsgebühren der Straßenverkehrsbehörde für den Führerscheinantrag – abhängig vom Bundesland und der Führerscheinklasse.

Wie Sie "Ihre" Fahrschule finden

Unsere Experten empfehlen auf jeden Fall einen Kostenvergleich zwischen mehreren Fahrschulen. Die Preise lassen sich auf den Webpräsenzen der Fahrschulen teilweise einfach einsehen. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Vergleich und lassen Sie sich die Kosten anschließend detailliert erläutern. Sie werden rasch feststellen, dass (übertriebene) Werbung nicht immer das hält, was sie verspricht.

Die billigsten Anbieter sind nur selten auch fachlich gute Fahrschulen. Je mehr Transparenz Ihnen der Fahrschulleiter schon zu Beginn bietet, desto sicherer können Sie sein, dass Sie „Ihre“ Fahrschule gefunden haben. Wer „versteckte Kosten“ im Angebot hat, wird diese kaum ungefragt offenlegen.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Fahrschule finden.