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Güterverkehr: Warum nun auch sonntags Lkw rollen

Luftaufnahme einer Autobahn
Lebensmittel und Verbrauchsgüter werden meist auf Straßen transportiert ∙ © iStock.com/Bim

Lücken in Supermarktregalen – ein irritierendes Bild. Das liegt nicht an unterbrochenen
Lieferketten, sondern an der Vorratshaltung mancher Kunden. Um die Versorgung zu sichern, wurde in allen Bundesländern das Sonntagsfahrverbot für Lkw befristet aufgehoben.

  • Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gewicht dürfen nun auch an Sonn- und Feiertagen Waren ausliefern

  • Die Lockerung des Fahrverbots hilft, die Versorgung zu sichern

  • Der ADAC begrüßt die Maßnahme für den Zeitraum der Corona-Krise

Wann und wo gilt die aktuelle Ausnahmeregelung?

Um die Belieferung von Super- und Drogeriemärkten mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln sicherzustellen und um Liefer- und Versorgungsengpässe zu verhindern, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Verkehrsministerien der Bundesländer gebeten, die Einhaltung des Sonntagsfahrverbots nicht zu kontrollieren. Dies geht auf eine Initiative des Handels zurück und ist zeitlich befristet. So können Lkw ohne vorherige Ausnahmegenehmigung auch sonn- und feiertags fahren und Geschäfte beliefern.

Laut Auskunft des BGL, des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V., sind dem alle 16 Bundesländer gefolgt. In den einzelnen Ländern sind manchmal alle, manchmal nur bestimmte Güter befreit. Auch die Dauer der Befreiungen ist unterschiedlich. In Bayern zum Beispiel dürfen Lkw haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel zunächst bis zum 30. Mai 2020 auch sonntags befördern.

Der BGL mit seinen rund 7000 Mitgliedsunternehmen fordert darüber hinaus die Einrichtung von Notfallzentren, über die Transportkapazitäten koordiniert und Fahrer und Unternehmen aktuelle Informationen erhalten. Außerdem sollen Arbeitszeiten entlang der Lieferketten flexibel angepasst werden und Lkw-Fahrer Grenzen uneingeschränkt passieren können. Zudem ist beim Be- und Entladen das Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter zu minimieren. Aktuelle Informationen zum Thema Corona und Logistik* sind hier nachzulesen.

So war das Sonntagsfahrverbot bislang geregelt

Das Lkw-Sonntagsfahrverbot gilt laut Straßenverkehrsordnung an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr für Lkw im gewerblichen Verkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen. Ausnahmen gibt es für frische Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Fisch sowie leicht verderbliches Obst und Gemüse. Zuständig für die Überwachung und Durchführung sind die Bundesländer. Es soll Straßen im Wochenendreiseverkehr entlasten, Lärm an diesen Tagen reduzieren und den Fahrern Ruhepausen ermöglichen.

Die meisten Güter werden auf Straßen befördert

2017 wurden in Deutschland 4,3 Milliarden Tonnen Güter auf Straßen, Schienen und mit dem Binnenschiff transportiert. Der Anteil des Güterverkehrsaufkommens, der auf der Straße transportiert wurde, lag bei 86 Prozent. Bezieht man die Transportweite ein, ergibt sich die Güterverkehrsleistung. Bei dieser ist seit 1993 der Anteil der Straße von 67 auf 73 Prozent gewachsen. Besonders hoch ist er bei Konsumgütern zum kurzfristigen Verbrauch – darunter Mehl, Nudeln und eben Klopapier – und Holzwaren (92 Prozent) sowie bei land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Getreide und Kartoffeln.

An keiner Stelle der Lieferketten werden große Mengen gelagert, alles ist auf just-in-time-Lieferung ausgelegt. Wenn es im grenzüberschreitenden Güterverkehr – auf ihn entfiel 2017 ein Sechstel des Güterverkehrsaufkommens – zum Beispiel aus Italien über Österreich nach Deutschland zu Wartezeiten kommt, bleiben manche Regale vorübergehend leer. Hamsterkäufe verstärken diese temporären Engpässe.

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Plus: So unterstützt der ADAC seine Mitglieder auch in der Corona-Krise.

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Der ADAC befürwortet die Maßnahme

Der ADAC befürwortet für die Zeit des Corona-Krisenfalls die befristete Lockerung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen. Es hilft, die Versorgung der Bevölkerung über die bestehenden Ausnahmen hinaus lückenlos zu sichern. Nach Normalisierung der Lage sollte zur bisherigen Regelung des Wochenendfahrverbots für Lkw zurückgekehrt werden.

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