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Carsharing-Städteranking: Tops und Flops 2019

Rotes Auto von stadtmobil Carsharing fährt durch die Stadt
Karlsruhe ist derzeit Deutschlands Carsharing-Hauptstadt ∙ © imago images/Arnulf Hettrich

Der Bundesverband CarSharing e.V. ermittelt alle zwei Jahre, in welcher Stadt es die meisten Carsharing-Fahrzeuge gemessen an der Einwohnerzahl gibt. Wie schon beim Test 2017 führt Karlsruhe auch dieses Jahr das Ranking an. Alle Ergebnisse im Überblick.

Mit 3,23 Carsharing-Fahrzeugen pro 1000 Einwohner verteidigt Karlsruhe seine Spitzenposition und verweist München (2,13) und Hamburg (1,61) auf die Plätze zwei und drei, gefolgt von Berlin (1,60) auf dem vierten Rang. Bemerkenswert: In die Top Five hat es neben den vier genannten Metropolen auch die Stadt Freiburg im Schwarzwald (1,59) geschafft, womit bewiesen wäre, dass eine dichte Carsharing-Versorgung sich nicht nur auf Großstädte beschränken muss.

Insgesamt befinden sich unter den 20 Besten des aktuellen Städterankings acht Städte mit weniger als 250.000 Einwohnern. Zu den Schlusslichtern zählen mit Dinslaken, Rheine, Marl und Moers kleinere Städte im ländlichen Umfeld sowie mit Gelsenkirchen eine Ruhrgebietsstadt (alle 0,01 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner).

So wird gemessen

Der Bundesverband CarSharing e.V. erhebt alle zwei Jahre die Zahl der Carsharing-Fahrzeuge in deutschen Städten und Gemeinden und errechnet, wie viele Fahrzeuge für
jeweils 1000 Einwohner verfügbar sind. In die Zahlen fließt sowohl stationsbasiertes Carsharing ein, bei dem die Autos an festen Stationen stehen, als auch das sogenannte Free-Floating-Carsharing, bei dem die Fahrzeuge im gesamten Geschäftsgebiet verteilt auf Kunden warten.

Berücksichtigt werden alle Carsharing-Orte mit mindestens 50.000 Einwohnern. In Deutschland gibt es insgesamt 740 Städte und Gemeinden mit einem Carsharing-Angebot. 151 davon haben mehr als 50.000 Einwohner.

Karlsruhe punktet mit stationsbasiertem Carsharing

Karlsruhe profitiert vor allem von einem großen Angebot an stationsbasierten Diensten: 2,96 der 3,23 in Karlsruhe verfügbaren Autos pro 1000 Einwohner befinden sich an festen Orten – das ist mit Abstand die höchste Dichte in Deutschland. Insgesamt stehen 927 stationsbasierte Fahrzeuge zur Verfügung.

Unter den Top Ten: Sechs Städte mit Free Floating

In den Millionenstädten München, Hamburg – beide Städte 2017 noch nicht in den Top Five –, Berlin und Köln sowie in Stuttgart und Düsseldorf dominieren die Free-Floating-Anbieter. Im Gesamtranking finden sich in der Top Ten sechs Städte mit großem Free-Floating-Angebot, vier meist kleinere Kommunen eroberten sich ihre Position mit stationsbasierten Diensten.

Im Kommen: Carsharing-Kombinationen

Zugenommen hat die Zahl der Städte mit kombinierten Angeboten. Hier stellen einzelne Anbieter parallel zum stationsbasierten Angebot auch Free-Floating-Fahrzeuge zu Verfügung. Neben Karlsruhe sind in sieben weiteren Städten der Top 20 kombinierte Angebote zu finden. Diese Städte sind Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig, Mannheim und Mainz. 

Zahlen und Fakten zum Carsharing

Nach Angaben des Bundesverbands gab es Anfang 2019 deutschlandweit 20.200 Carsharing-Fahrzeuge (2250 mehr als im Vorjahr) und 2,46 Millionen Menschen, die für Fahrten damit registriert waren. Die meisten Fahrer nutzten Free-Floating-Carsharing (1,81 Millionen), bei den Fahrzeugen entfiel mehr als die Hälfte des Angebots (11.200) auf das stationsbasierte Carsharing. Von den 9000 Fahrzeugen des Free-Floating verkehrten 890 in kombinierten Angeboten.

Carsharing: Das sagt der ADAC dazu

Carsharing hat in den letzten Jahren einen starken Bedeutungszuwachs erfahren. Es stellt
für Wenigfahrer bis etwa 10.000 Kilometer pro Jahr, die überwiegend den ÖPNV benutzen und somit das Auto nur gelegentlich benötigen, eine kostengünstige Alternative zum Pkw-Besitz dar, ist aber auch für Familien interessant, die aus Kostengründen auf einen Zweit- oder Drittwagen verzichten wollen.

Stationsbasiertes Carsharing ist ein sinnvoller Baustein eines nachhaltigen Stadtverkehrs. In Kombination mit einem leistungsfähigen ÖPNV und einer guten Radinfrastruktur schafft es die Voraussetzung, auf das eigene Auto verzichten zu können und damit den öffentlichen Parkraum zu entlasten. Die verkehrlichen und ökologischen Wirkungen sind allerdings als gering einzustufen, wenn man die wenigen Carsharing-Fahrzeuge ins Verhältnis zur gesamten Pkw-Flotte setzt.

Noch geringer sind die Effekte des Free-Floating-Carsharing, weil es nur in wenigen Städten verfügbar ist. Zudem wird es primär auf Kurzstrecken in der City genutzt, oft als Ersatz für die Fahrt mit dem ÖPNV oder Fahrrad. Weil das Free-Floating-Carsharing nahezu keine Auswirkungen auf die Abschaffung von privaten Pkw hat, führt es auch nicht zu einer Parkraumentlastung.

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