Carsharing – Fahrzeuge gemeinsam nutzen

Auto gemeinsam nutzen: Beim Carsharing gibt es einiges zu beachten
Auto gemeinsam nutzen: Beim Carsharing gibt es einiges zu beachten© imago images/Westend61

Carsharing ist interessant für Gelegenheitsfahrer: Das Auto nutzen, wenn man es braucht, sich sonst um nichts kümmern. Tarife und Nutzungsbedingungen haben aber ihre Tücken. ADAC Clubjuristinnen zeigen, worauf Sie achten sollten.

  • Privates Carsharing: ADAC Mustervertrag verwenden

  • Eigenes Auto vermieten: Versicherungsschutz klären

  • Spezielle Verkehrsvorschriften für Carsharing-Autos

Kein eigenes Auto unterhalten zu müssen, sondern ein Auto zusammen mit anderen zu nutzen, das funktioniert in verschiedenen Spielarten. ADAC Clubjuristinnen erklären die Unterschiede und die Verkehrsregeln für Carsharing-Autos.

Privates Carsharing: Eigenes Auto mit anderen teilen

Wenn Sie Ihr Fahrzeug privat mit anderen teilen wollen, gibt es einiges zu bedenken. Überlegen Sie vor Vertragsschluss, wann Sie Ihr Auto selbst brauchen und stimmen Sie die Zeiten mit den Vertragspartnern ab. So vermeiden Sie Unstimmigkeiten.

Versicherung

Eine Haftpflichtversicherung ist für alle Fahrzeuge zwingend. Es ist ratsam, zusätzlich eine Vollkaskoversicherung abzuschließen, um selbst verschuldete Schäden abzusichern. Wer das Fahrzeug nicht ausschließlich selbst fährt, muss unter Umständen einen anderen Versicherungstarif abschließen.

Einnahmen versteuern

Einkünfte aus dem privaten Carsharing muss man dem Finanzamt melden. Wer sein Auto nur gelegentlich vermietet, zahlt auf diese Einnahmen in der Regel nur die Einkommenssteuer.

Hinweis: Die Finanzämter prüfen, ob eine gelegentliche oder eine gewerbliche Vermietung vorliegt. Bei letzterer muss der Anbieter eine Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen und Umsatz- und Gewerbesteuer zahlen. Holen Sie sich vorsichtshalber Rat beim Steuerberater.

Bußgelder für Verkehrsverstöße

Die Behörde macht Bußgelder für Verkehrsverstöße zunächst beim Halter des Autos, also beim Vermieter geltend. Er benennt dann den Fahrer. Kann bei einem Halte- oder Parkverstoß der Fahrer nicht ermittelt werden, können dem Vermieter die Verfahrenskosten auferlegt werden.

Mustervertrag Carsharing

Die notwendigen Vereinbarungen für das private Carsharing können Sie mit dem ADAC Mustervertrag festhalten.

Mustervertrag für privates Carsharing
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Privates Auto auf Vermittlungsplattform vermieten

Immer mehr Autofahrer verleihen ihr Auto über Carsharing-Anbieter im Internet. Bei dieser Form des privaten Carsharings kennen sich Vermieter und Mieter nicht, sondern finden über eine Internetplattform zusammen (sog. Peer2Peer).

Versicherung

Wer über ein Carsharing-Portal ein Privatauto mietet, schließt mit der Anmietung in der Regel eine Versicherung mit Haftpflicht, Teil- und Vollkaskoschutz ab. Im Schadensfall kann aber eine hohe Selbstbeteiligung fällig werden.

Als Vermieter sollte man vorab mit der Versicherung klären, ob man das Auto über eine Carsharing-Plattform vermieten darf. Ist es nur zur "privaten Nutzung" versichert und hat die Versicherung dem Carsharing nicht zugestimmt, besteht kein Versicherungsschutz.

Hinweis: Ein Restrisiko bleibt für den Vermieter immer. Beispiel: Das Verschulden an dem Schaden lässt sich nicht klären oder der Mieter zahlt nach einem Unfall die Selbstbeteiligung nicht. Erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Versicherung genau nach dem Umfang des Versicherungsschutzes des Autos.

Einnahmen versteuern und Bußgelder für Verkehrsverstöße

Hier gilt dasselbe, wie beim privaten Carsharing (siehe oben).

Carsharing-Auto vom gewerblichen Anbieter mieten

Bei gewerblichen Carsharing-Anbietern kommen vor allem zwei Formen vor:

  • Fahrzeuge, die an festen Stationen oder Standorten des Anbieters stehen

  • Fahrzeuge, die "frei" im Straßenraum abgestellt sind (sog. Free-Floater)

ADAC Checkliste

Die Nutzungsbedingungen gewerblicher Carsharing-Anbieter unterscheiden sich oft erheblich. Die ADAC Checkliste hilft, die wichtigsten Punkte zu beachten:

Checkliste für gewerbliches Carsharing
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Schaden am Carsharing-Fahrzeug - wer muss zahlen?

Beim Carsharing werden die Autos von unterschiedlichen Kunden genutzt. Die Rückgabe findet meist ohne Servicepersonal statt. Schauen Sie sich das Auto daher vor Antritt der Fahrt genau an, dokumentieren und melden Sie vorhandene Schäden.

Der Kunde haftet nur für einen Schaden, wenn ihm der Carsharing-Anbieter ein Verschulden nachweisen kann. Für die identische Situation bei beschädigten Mietwagen ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass der Mieter für unaufklärbare Schäden am Mietauto nicht haftet.

Man haftet auch dann nicht, wenn die Miete ordnungsgemäß beendet wird und man das Auto an einer öffentlich zugänglichen Stelle abgestellt hat. Denn in diesem Fall ist nicht auszuschließen, dass der Schaden durch einen Dritten (z.B. Parkunfall durch fremdes Fahrzeug) entstanden ist.

Kleingedrucktes enthält wichtige Regeln

In den sogenannten Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters steht zum Beispiel, wo man das Carsharing-Auto parken darf. Es ist wichtig, die Regeln des Carsharing-Anbieters zu kennen, denn so können Sie Probleme und Kosten vermeiden. Fragen Sie beim Anbieter nach, wenn Unklarheiten bestehen.

Besondere Verkehrsregeln für Carsharing-Autos

Carsharing-Fahrzeuge gewerblicher Vermieter haben ein Vorrecht beim Parken, wenn der Parkplatz entsprechend beschildert ist und man einen Ausweis für Carsharing-Fahrzeuge hinter die Windschutzscheibe legt. Die Regelung gilt nicht für privates Carsharing.

Das Carsharing-Schild wird als Zusatzzeichen zum Verkehrszeichen Parken verwendet, um Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge zu kennzeichnen © ADAC e.V.

Wer seinen Wagen unberechtigt auf einem Parkplatz für E-Autos oder Car-Sharing-Fahrzeuge abstellt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 55 Euro rechnen.

Angela Baumgarten
Angela Baumgarten
Fach-Autorin
Kontakt
Sabine Tabula
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