Ungeziefer im Haus: So bekämpfen Sie Ameisen, Silberfische, Motten & Co.
Von Christoph Henn , Daniela Zimmer

Ameisen im Haus, Kakerlaken in der Wohnung, Silberfische im Bad und andere ungewünschte Mitbewohner sind eklig und manchmal sogar schädlich. Wie Sie dagegen vorgehen können.
Wie sie in Haus und Wohnung gelangen und welche Gefahren das mit sich bringt
Wie man Ameisen, Silberfische, Motten, Fruchtfliegen und Kakerlaken los wird
Mieter oder Vermieter: Wer bei Schädlingen in der Wohnung zuständig ist
Ameisen, Silberfische, Motten, Fruchtfliegen oder Kakerlaken im Haus oder in der Wohnung können Lebensmittel verunreinigen, Materialien beschädigen oder gesundheitliche Beschwerden auslösen. Wie gelangen die Tiere ins Zuhause, und wie lassen sie sich wirksam bekämpfen? Im Folgenden erhalten Sie Tipps zu fünf häufigen Schädlingen und Lästlingen im Haushalt.
Welche Ungeziefer gibt es im Haus und in der Wohnung?
In Wohnungen leben zahlreiche Insekten, Spinnentiere und andere Kleintiere. Nicht alle sind Schädlinge: Manche sind lediglich lästig oder verirren sich nur vorübergehend ins Haus. Andere können Lebensmittel und Materialien beschädigen oder Krankheitserreger übertragen. Neben unliebsamen Mitbewohnern wie Mäusen und Ratten, Ameisen, Silberfischen, Motten, Bettwanzen, Hausstaubmilben oder Kakerlaken gibt es auch nützliche Arten wie Spinnen, Fliegen oder Bienen.
Schädlinge gelangen durch offene Fenster, Ritzen oder Leitungen ins Haus oder werden mit Lebensmitteln, Verpackungen, Reisegepäck und gebrauchten Gegenständen eingeschleppt. Nahrung, Wärme und Feuchtigkeit bieten ihnen günstige Bedingungen.
Ameisen im Haus: So finden Sie das Nest

Wie Ameisen ins Haus kommen
Ameisen gelangen auf der Suche nach Nahrung durch Ritzen, Fugen, Türen und Fenster ins Haus.
Sichtbare Ameisenstraßen führen meist zur Futterquelle; das Nest liegt häufig außerhalb des Gebäudes.
Häufige Arten sind vor allem lästig, einzelne Arten können jedoch Bauteile besiedeln.
Gefahren durch Ameisen
Ameisen können Lebensmittel verunreinigen.
Bestimmte Arten können vorgeschädigtes Holz oder andere Bauteile besiedeln.
Ameisen loswerden und vorbeugen
Lebensmittel dicht verschließen, Essensreste entfernen und Ameisenstraßen feucht abwischen.
Laufwege zurückverfolgen und mögliche Zugänge wie Ritzen und Fugen abdichten.
Bei stärkerem oder wiederkehrendem Befall geeignete Köderdosen nach Gebrauchsanweisung einsetzen oder einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Silberfische bekämpfen: Tipps und Tricks

Wo Silberfische auftreten
Silberfische bevorzugen warme Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, etwa Bad, Küche oder Waschküche.
Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen, Fugen, hinter Sockelleisten oder losen Tapeten
Gefahren durch Silberfische
Silberfische sind für Menschen grundsätzlich ungefährlich.
Ein stärkerer Befall kann auf dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit oder einen Feuchtigkeitsschaden hindeuten.
Silberfische loswerden und vorbeugen
Regelmäßig lüften und Feuchtigkeitsursachen beseitigen.
Ritzen und Fugen abdichten; Klebefallen können helfen, den Befall zu kontrollieren.
Bei starkem oder anhaltendem Befall die Feuchtigkeitsursache prüfen lassen.
Motten in Haus oder Wohnung bekämpfen

Woher Motten kommen
Lebensmittelmotten werden häufig mit befallenen Vorräten wie Mehl, Müsli, Nüssen oder Tierfutter eingeschleppt.
Kleidermotten gelangen unter anderem über Textilien ins Haus; ihre Larven befallen vor allem Materialien tierischen Ursprungs wie Wolle oder Seide.
Gefahren durch Motten
Kleidermotten können Löcher in Textilien verursachen.
Lebensmittelmotten verunreinigen Vorräte und machen sie unbrauchbar.
Motten loswerden und vorbeugen
Befallene Lebensmittel entsorgen und Vorratsschränke einschließlich Ritzen und Bohrlöchern gründlich reinigen.
Vorräte in dicht schließenden Behältern lagern und neu gekaufte Lebensmittel kontrollieren.
Befallene Textilien nach Pflegeetikett waschen oder für mehrere Tage tiefkühlen.
Pheromonfallen dienen vor allem der Befallskontrolle; Schlupfwespen können bei der biologischen Bekämpfung helfen.
Schnelle Hilfe gegen Fruchtfliegen

Woher Fruchtfliegen kommen
Fruchtfliegen werden von überreifem oder gärendem Obst und Gemüse, Säften und Küchenabfällen angelockt.
In warmen Räumen können sie sich in Biomüll und anderen gärenden Resten schnell vermehren.
Gefahren durch Fruchtfliegen
Fruchtfliegen sind im Haushalt vor allem lästig.
Sie können Hefen, Bakterien und Pilzsporen übertragen; eine unmittelbare Gesundheitsgefahr besteht bei einem üblichen Befall in der Regel nicht.
Fruchtfliegen loswerden und vorbeugen
Überreifes Obst und Küchenabfälle entfernen und mögliche Brutplätze beseitigen.
Obst abgedeckt oder im Kühlschrank lagern, Biomüll möglichst täglich leeren und Behälter heiß ausspülen.
Eine Falle aus Essigwasser und einem Spritzer Spülmittel kann die Zahl der Fliegen reduzieren.
Wirksame Mittel gegen Kakerlaken (Schaben)

Woher Kakerlaken kommen
Schaben werden häufig mit Waren, Verpackungen oder Reisegepäck eingeschleppt oder wandern aus angrenzenden Bereichen ein.
Sie verstecken sich tagsüber in warmen, dunklen Ritzen, hinter Geräten oder in Leitungsschächten und werden meist nachts aktiv.
Gefahren durch Kakerlaken
Schaben können Lebensmittel mit Krankheitserregern wie Salmonellen oder Schimmelpilzsporen verunreinigen.
Ihre Ausscheidungen und Häutungsreste können Allergien auslösen.
Kakerlaken loswerden und vorbeugen
Bei Verdacht auf einen Schabenbefall einen professionellen Schädlingsbekämpfungsbetrieb einschalten.
Lebensmittel und Abfälle verschlossen halten sowie mögliche Nahrungs- und Wasserquellen beseitigen.
Klebefallen können der Befallskontrolle dienen, ersetzen aber keine professionelle Bekämpfung.
In Mietwohnungen den Vermieter unverzüglich über den Befall informieren.
Tabelle mit Tipps für Schädlingsbekämpfung
| Ungezieferart | Das hilft |
|---|---|
Ameisen | Nahrungsquellen entfernen, Ameisenstraßen feucht abwischen und Zugänge abdichten; bei stärkerem Befall geeignete Köderdosen einsetzen |
Silberfische | Luftfeuchtigkeit senken, Feuchtigkeitsursache beseitigen und Ritzen abdichten; Klebefallen zur Kontrolle nutzen |
Motten | Befallene Vorräte entsorgen oder Textilien behandeln, Schränke gründlich reinigen; Pheromonfallen nur zur Kontrolle nutzen |
Fruchtfliegen | Brutplätze beseitigen, Obst abdecken oder kühlen und Biomüll häufig leeren; Essig-Spülmittel-Falle ergänzend einsetzen |
Kakerlaken | Befall dem Vermieter melden und einen professionellen Schädlingsbekämpfungsbetrieb einschalten; Lebensmittel und Abfälle verschlossen halten |
Mieter oder Vermieter: Wer ist zuständig?
Wer die Kosten einer Schädlingsbekämpfung trägt, hängt von der Ursache des Befalls in der Wohnung ab. Liegen bauliche Mängel vor oder war der Befall bereits beim Einzug vorhanden, ist grundsätzlich der Vermieter zuständig. Hat der Mieter den Befall nachweislich selbst verursacht, kann er die Kosten tragen müssen. Sie sind verpflichtet, die Wohnung in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten und Ungeziefer durch hygienische Maßnahmen vorzubeugen.
Mieter sollten einen Schädlingsbefall unverzüglich dokumentieren und dem Vermieter melden, um unnötige Kosten und Konflikte zu vermeiden. Ein Fachbetrieb kann bei Bedarf feststellen, um welche Tiere es sich handelt und woher der Befall kommt. In manchen Fällen hilft auch das örtliche Gesundheitsamt weiter, insbesondere wenn sich das Schädlingsproblem auf das gesamte Gebäude ausweitet.