Treppenlift und Sitzlift fürs Haus: Die Kosten und Modelle

Eine KI generierte Aufnahme eines Treppenlifts
Die Auswahl an Treppenliften ist groß. Deshalb sollte man Angebote von verschiedenen Unternehmen vergleichen© stock.adobe.com/kilimanjaro [KI]

Ein Treppenlift ermöglicht es Menschen mit Mobilitätseinschränkung, sich barrierefrei im Haus zu bewegen. Welche Modelle es gibt und was sie kosten.

  • Je nach Modell und Treppe variieren die Kosten um Tausende Euro

  • Pflegekassen und KfW-Bank können Zuschüsse und Kredite geben

  • Sparen lässt sich mit gebrauchten Treppenliften und Kurzzeitmiete

Die Anschaffung eines Treppenlifts kann sehr teuer sein. Welcher der richtige ist und wie hoch die Kosten sind, richtet sich nach Ihren individuellen Bedürfnissen und den räumlichen Gegebenheiten im Haus. Wichtig ist, sich im Vorfeld über die unterschiedlichen Modelle und Preise zu informieren und verschiedene Optionen miteinander zu vergleichen. Zudem haben Mobilitätseingeschränkte und Pflegebedürftige mehrere Möglichkeiten, Finanzierungshilfen in Anspruch zu nehmen.

Diese Modelle von Treppenliften gibt es

Ein Ehepaar das die Treppen mit einem Treppenlift runter fährt
Am häufigsten werden Sitzlifte installiert© stock.adobe.com/Ingo Bartussek

Es gibt unterschiedliche Arten von Treppenliften, je nachdem, wo im Haus sie installiert werden und über welche Funktionen sie verfügen sollen. Die am meisten verbreiteten Modelle sind der Sitzlift, der Plattformlift, der Stehlift und der Hublift. Die Tabelle unterhalb gibt einen schnellen Überblick über die Besonderheiten sowie die Vorteile und Nachteile der einzelnen Versionen.

Sitzlift, Plattformlift, Stehlift und Hublift

Kosten der verschiedenen Treppenlifte

Aufnahme einer Frau die gerade die Treppe mit dem Lift hoch fährt
Je mehr Anforderungen, desto höher die Kosten© Shutterstock/Ingo Bartussek

Die Kosten für die Anschaffung und Montage eines Treppenlifts sind von mehreren Faktoren abhängig. Mobilitätshilfen für Treppen werden in der Regel exakt an die Lebenssituation und an die baulichen Voraussetzungen im Haus angepasst. Deswegen handelt es sich um maßgefertigte Anschaffungen, die ihren Preis haben. Je mehr Anforderungen es gibt, desto teurer wird es.

Modellart

Ob Sitzlift, Plattformlift, Hublift oder Stehlift – jedes Modell bringt unterschiedliche technische Spezifikationen und damit verbundene Anschaffungs- und Montagekosten mit sich.

  • Die Preisspanne für einen Sitzlift, der im Haus über eine gerade Treppe eine Etage nach oben verläuft, beträgt etwa 3000 bis 10.000 Euro.

  • Die durchschnittlichen Preise für Stehlifte im Hausinneren beginnen bei rund 4000 und gehen bis 12.000 Euro.

  • Für rollstuhlgeeignete Hublifte und Plattformlifte sollte man mindestens mit 9000 Euro rechnen, je nach Anforderungen auch mit dem Doppelten.

Treppenkonfiguration

  • Gerade Treppen sind in der Regel einfacher und kostengünstiger zu bestücken als kurvige oder gewendelte Treppen.

  • Noch mehr als die Kurven fällt die Anzahl der Etagen bei der Preiskalkulation ins Gewicht.

  • Verläuft die Treppe kurvig, können die Preise zum Beispiel für einen Sitzlift auf 8000 Euro bis 15.000 Euro steigen.

  • Um einen Sitzlift bis in das zweite Stockwerk zu befördern, können 10.000 bis 17.000 Euro fällig werden.

  • Bei drei Stockwerken kann der Einbau eines Sitzlifts über 20.000 Euro kosten.

Installationsbereich

Die Installation in Innen- oder Außenbereichen sowie die Unterscheidung zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern können aufgrund unterschiedlicher technischer Anforderungen und Vorschriften die Kosten variieren.

Sonderwünsche

Farbwahl, Designvorlieben und zusätzliches Zubehör sorgen für eine ansprechende Optik und mehr Komfort, führen aber auch zu einem Preisanstieg. Auch ein kurzfristig gewünschter Installationstermin kostet bei den Anbietern oft extra.

Wartungskosten

Unabhängig vom Modell sind bei der Kostenplanung auch Wartungs- und Reparaturkosten zu beachten, die bei etwa 200 bis 300 Euro jährlich liegen können.

Anbieter von Treppenliften vergleichen

Unabhängige Beratung ist schwer zu finden, gegebenenfalls können lokale Wohnberatungsstellen* weiterhelfen. Daher ist es essenziell, Angebote mehrerer Anbieter zu vergleichen, um eine fundierte Wahl zu treffen und erst nach gründlicher Überlegung einen Auftrag zu vergeben.

Den schnellsten Überblick bringen Vergleichsplattformen für Treppenlifte im Internet. Nach der Auswahl Ihrer gewünschten Kriterien und dem Ausfüllen der Anfrageformulare erhalten Sie kostenlose und unverbindliche Angebote, die Ihnen helfen, die Machbarkeit zu prüfen und die besten Konditionen für Ihre Situation zu identifizieren.

Da Treppenlifte individuell angefertigt werden, sind Ortsbesuche von Vertretern üblich. Hier sollte man darauf achten, sich nicht zu früh zu einem Vertragsabschluss überreden zu lassen, sondern den Kostenvoranschlag genau zu überdenken und zu vergleichen. Bei dem Termin sollte man nie allein sein, um bessere Absprachen treffen zu können und Missverständnissen vorzubeugen.

Hier gibt es Förderung für den Treppenlift

Pflegekasse und andere Kostenträger

Ein älterer Herr fährt mit einem Treppenlift
Es gibt verschiedene Zuschüsse und Kredite© stock.adobe.com/Ingo Bartussek

Pflegebedürftige, die einen anerkannten Pflegegrad zwischen 1 und 5 haben, können von ihrer Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro für die Anschaffung eines Treppenlifts erhalten. Er wird im Rahmen der Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds gewährt. Voraussetzung: Der Treppenlift erleichtert die häusliche Pflege oder trägt zur Wiederherstellung einer selbstständigen Lebensführung bei. Der Antrag für diesen Zuschuss muss bei der Pflegekasse gestellt werden, bevor ein Vertrag für einen Treppenlift abgeschlossen worden ist.

Bevor man die Pflegekasse anfragt, sollte abgeklärt sein, ob nicht auch ein anderer Träger die Kosten anteilig übernehmen kann. Das ist insbesondere der Fall, wenn Fremdverschulden für die Mobilitätseinschränkung vorliegt. So kann bei einem Arbeitsunfall die Unfallversicherung oder die Berufsgenossenschaft zuzahlen. Bei privatem Fremdverschulden ist die Haftpflichtversicherung des Verursachers der richtige Ansprechpartner. Sofern alle Optionen ausgeschöpft sind und kein eigenes Geld vorhanden ist, unterstützen mitunter örtliche Sozialämter den Einbau finanziell.

KfW-Bank

Kredite und Zuschüsse "für den Abbau von Barrieren und mehr Wohnkomfort" sind auch über die staatliche KfW-Bank möglich. So gibt es unter dem KfW-Programm 159* einen zinsvergünstigten Förderkredit bis 50.000 Euro für einen altersgerechten Umbau des Wohnraums beziehungsweise Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung. Und über das KfW-Programm 455-B* kann man Zuschüsse von 10 bis 12,5 Prozent der gesamten Investitionskosten, maximal allerdings 6250 Euro, für entsprechende Baumaßnahmen für ein "altersgerechtes Haus" beantragen.

Die Anschaffung und der Einbau eines Treppenlifts sind übrigens als "außergewöhnliche Belastung" steuerlich absetzbar, sofern eine Bescheinigung vorliegt, dass der Lift medizinisch notwendig ist.

Treppenlift gebraucht kaufen oder mieten

Man kann einen Treppenlift auch gebraucht kaufen. Im Privatverkauf lassen sich Sitzlifte zum Beispiel schon ab 1000 Euro erwerben. Die Ersparnis bezieht sich aber meist nur auf Sitz und Antrieb. Einbau und Installation müssen auch hier von Fachkräften erledigt werden. Dabei müssen in der Regel das Schienensystem und Verschleißteile erneuert werden. Eine Garantie ist bei einem Gebrauchtkauf in der Regel nicht mehr gültig. Da Transport und Montage bei einem Privatkauf selbst zu organisieren sind, muss hier ebenfalls die Kostenfrage im Vorfeld geklärt sein.

Das Mieten eines Treppenliftes ist ebenfalls möglich. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn die Mobilitätseinschränkung nur vorübergehend ist, etwa nach einer Verletzung. Kurzfristig ist das Mieten günstiger als ein Neukauf, allerdings meist nur, wenn die Mietdauer maximal ein Jahr beträgt. Bei einem Sitzlift mit gerader Schiene und einem Stockwerk wären etwa 3500 Euro Grundpreis und 150 Euro monatliche Mietkosten fällig. Gemietete Treppenlifte können ebenfalls von der Pflegekasse bezuschusst werden, wenn ein ärztlicher Befund zum Pflegegrad vorliegt.

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Text: Roman Maas