Test 2017: Sommerreifen 195/65 R15 V

21.02.2017

16 Sommerreifen der weit verbreiteten Dimension 195/65 R 15 91 V für Pkw der unteren Mittelklasse hat der ADAC in diesem Jahr eingehend getestet. Fünf Reifenmodelle empfehlen sich mit dem ADAC Urteil „gut“. Ein breites Mittelfeld von zehn Testkandidaten mit mehr oder minder ausgeprägten einzelnen oder mehreren Schwächen erntet das Urteil „befriedigend“. Das Reifenmodell mit den deutlichsten Unzulänglichkeiten schließt den ADAC Sommerreifentest mit dem Urteil „ausreichend“ ab.

0,6 bis 1,5
sehr gut
1,6 bis 2,5
gut
2,6 bis 3,5
befriedigend
3,6 bis 4,5
ausreichend
ab 4,6
mangelhaft

Fazit

16 Sommerreifen für Golf-Klasse

In diesem Jahr hat der ADAC 16 Sommerreifen in der gängigen Dimension 195/65 R 15 V für die untere Mittelklasse getestet. Der Load-Index von 91 entspricht dem Standard dieser Dimension, der Speed-Index V erlaubt Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h. Getestet wurden die Reifen auf einem VW Golf 7.

Fünfmal „gut“, zehnmal „befriedigend“, einmal „ausreichend“

Fast ein Drittel der Testkandidaten schaffen das ADAC-Urteil „gut“, zehn Modellen attestiert der ADAC ein „Befriedigend“, mit dem Endurteil „ausreichend“ schließt ein Testteilnehmer ab.

Nicht nur Markenprodukte in der Spitzengruppe

Zu der Spitzgruppe mit dem ADAC Urteil „gut“ zählen die ausgewogenen Reifenmodelle    

  • Pirelli Cinturato P1 Verde,
  • Bridgestone Turnza T001,
  • Continental Conti PremiumContact 5,
  • Goodyear EffecientGrip Performance und
  • Esa-Tecar Spirit 5 HP.

Sie sind alle frei von nennenswerten Schwächen. Zu den besonderen Stärken des Continental-Reifens zählen seine guten Nässeeigenschaften. Der Pirelli-Reifen sticht mit relativ guten Verschleißeigenschaften hervor. Neben den bekannten Markenprodukten von Pirelli, Bridgestone, Continental und Goodyear fällt der eher unbekannte Esa-Tecar-Reifen in dieser Spitzengruppe auf.

Das Mittelfeld: Überwiegend wegen der Nässeeigenschaften „befriedigend“

Das breite Mittelfeld, dem der ADAC das Urteil „befriedigend“ anheftet, besteht aus fast zwei Drittel des gesamten Testfeldes. Es umfasst folgende Produkte (Reihenfolge entsprechend der Endnote von besser nach schlechter, bei gleicher Endnote gilt die Alphabetische Reihenfolge):

  • Dunlop Sport BluRespose
  • Nokian Line
  • Vredestein Sportrac 5
  • Aeolus PrecisionAce 2 AH03
  • Kumho Ecowing ES01 KH 27
  • Michelin Energy Saver+
  • Sava Intensa HP
  • Semperit Comfort-Life 2
  • Hankook Ventus Prime 3 K125
  • Maxxis Premitra HP5

Die neuen Reifenmodelle von Aeolus und Maxxis wären mit ihren Qualitäten auf trockener und nasser Fahrbahn Kandidaten für die Spitzengruppe, wenn ihre geringe Verschleißfestigkeit keine Abwertung rechtfertigen würde. Die Reifen von Nokian und Dunlop verfehlen das ADAC Urteil „gut“ wegen der leichten Schwächen auf nassem Untergrund nur knapp. Gleichzeitig präsentiert der Dunlop die besten Leistungen auf trockener Fahrbahn. Den Kumho-Reifen lassen die etwas schwachen Nässeeigenschaften und das Verschleißverhalten in das Mittelfeld rutschen. Die Reifen von Michelin, Sava und Hankook werden allein wegen der deutlichen Schwächen bei Nässe ins hintere Mittelfeld geschoben. Der Michelin tut sich zumindest bei den Verschleißeigenschaften unter allen Testteilnehmern besonders hervor. Die Modelle von Vredestein und Semperit zeigen Schwächen auf trockener sowie nasser Fahrbahn und werden deswegen mit dem Urteil „befriedigend“ bedacht.

„Ausreichend“ wegen geringer Nässequalitäten

Der GT Radial Champiro FE1 erhält das ADAC Urteil „ausreichend“ wegen der schwachen Nässeeigenschaften.

Tipps für den Reifenkauf

Neben der Ausgewogenheit der guten Reifen, zeigen einzelne Reifen auch besondere Qualitäten in einzelnen Kriterien.

Wer besonderen Wert legt auf

  • gute Fahreigenschaften bei Nässe, sollte den Continental Conti PremiumContact 5 wählen.
  • gute Fahreigenschaften auf trockener Fahrbahn, dem kann der Goodyear EffecientGrip Performance oder der Bridgestone Turanza T001 empfohlen werden.
  • sehr gute Verschleißeigenschaften, sollte den Pirelli Cinturato P1 Verde wählen.
  • Sehr hohe Laufleistungen bei gleichzeitiger Inkaufnahme von Schwächen auf Nässe, sollte den Michelin Energy Saver+ ins Auge fassen.

Für diese Automodelle passt die Größe 195/65 R15 V

Nachfolgende Fahrzeugmodelle (und zahlreiche weitere) sind – je nach Motorisierung und Ausstattung – mit der hier getesteten Reifengröße 195/65 R15 V bestückt. Je nach Motorisierung muss der Reifen den richtigen Geschwindigkeitsindex (bspw. T, Q oder S) tragen. Im Zweifelsfall finden Sie in der Zulassungsbescheinigung (Zeilen 15.1 und 15.2) oder aber in der EWG-Übereinstimmungsbescheinigung (auch CoC-Dokument genannt) Ihres Autos Details zu den zulässigen Reifen- und Felgendimensionen.

Hersteller Modell
Chevrolet Aveo
Chrysler PT Cruiser
Citroen Berlingo, C4
Fiat 500L, Bravo, Tipo
Ford C-Max, Focus, EcoSport
Hyundai i30, ix20
KIA Cee´d, Pro Cee´d, Soul, Venga
Lexus CT 200h
Mazda 3, 5
Mercedes Benz A-, B-Klasse, Citan
Opel Astra, Meriva, Zafira
Peugeot 308, 2008, Partner
Renault Capture, Megane, Scenic
Seat Altea, Leon, Toledo
Skoda Oktavia
Subaru Impreza
Toyota Aurist, Prius
VW Golf, Jetta, Beetle, Caddy, Touran
 

Übertragbarkeit der Reifen auf andere Dimensionen

Gesuchte Reifengröße nicht dabei?

Mit Einschränkungen lassen sich die Testergebnisse auch auf "benachbarte" Dimensionen übertragen. Dies gilt für Abweichungen von +10 / -10 Millimeter in der Reifenbreite, also bei der hier getesteten Dimension 195/65 R 15 V wären dies gleiche Reifenmodelle der Dimensionen 185/65 R 15 V bzw. 205/65 R 15 V. Dabei ist zu beachten, dass die Übertragbarkeit nur innerhalb einer Fahrzeugklasse also bei vergleichbaren Fahrzeuggrößen und -gewichten sinnvoll ist. Da in der aktuellen Golf-Klasse die Dimension 195/65 R 15 eher als klein gilt, ist die Übertragung der Ergebnisse auf Reifen der Dimension 185/65 R 15 nur sehr bedingt möglich.

Keine Übertragbarkeit der ADAC Reifentestergebnisse auf Runflat-Reifen

Soweit überhaupt angeboten, ist eine Übertragung der Reifentestergebnisse auf Runflat- oder Notlaufreifen mit gleich- oder ähnlich lautenden Modellbezeichnungen nicht möglich.

 

SUV-Reifen mit M+S-Kennzeichnung

Besonderheit bei SUV-Reifen mit M+S-Kennzeichnung: Sechs Reifenmodelle der Auswahl tragen auf der Seitenwand eine M+S-Kennzeichnung. Damit genügen diese Reifen theoretisch der aktuellen, situativen Winterreifenverordnung. Für eine grundsätzliche Einordnung der Wintertauglichkeit dieser Sommerreifen mit M+S-Symbol wurden mit diesen Modellen außerhalb des Standard-Sommerreifentestprogrammes Traktions- und Bremsmessungen auf Schnee durchgeführt. Die Messergebnisse, die nicht in die Wertung und nicht in die Ergebnistabelle einfließen, zeigen, dass in der Praxis nur zwei Reifenmodelle eine befriedigende Schneeeignung aufweisen. Deswegen empfehlen wir, bei der Auswahl von SUV-Reifen, die auch im Winter eingesetzt werden sollen, nur solche Modelle auszuwählen, die neben einer M+S-Kennzeichnung auch das sogenannte Schneeflocken-Symbol (Three-Peak-Mountain-Snowflake-Symbol) tragen.

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