Kratzer in der Windschutzscheibe selbst ausbessern

Scheibe eines Autos wir mit einer Poliermaschine bearbeitet
Oberflächliche Kratzer kann man leicht selbst ausbessern. Tiefe sind Sache der Fachwerkstatt. ∙ © Fotolia/bhakpong

Schmutz auf der Fahrbahn, defekte oder verschmutzte Scheibenwischer und das alljährliche Eiskratzen können Autoscheiben nach und nach beschädigen. Und dies schränkt auf Dauer die Sicht ein. So können Sie kleine Kratzer selbst entfernen.

  • Bei Schäden außerhalb des Sichtbereichs bietet sich die Kunstharz-Methode an

  • Zahnpasta oder Scheuermilch sind nicht zu empfehlen

  • Tiefe Kratzer nur in der Werkstatt entfernen lassen

Kratzer in der Windschutzscheibe können zu einer schlechteren Sicht führen. Besonders im Dunkeln, bei tiefstehender Sonne oder bei schlechtem Wetter werden sie zur Gefahr. Auch die Blendwirkung entgegenkommender Fahrzeuge kann durch einen solchen Schaden verstärkt werden. Außerdem können bereits kleinste Kratzer beim Überfahren eines Schlaglochs oder einer Bodenwelle zu einem Riss in der Scheibe führen. 

Leichte Kratzer lassen sich entfernen

Leichte und oberflächliche Spuren können Sie selbst entfernen. Bei tiefen Kratzern oder nach Steinschlägen bleibt Ihnen der Weg in eine Autowerkstatt nicht erspart. Diese Reparatur gehört in die Hand von Profis. Bei Schäden, die nicht im Sichtbereich liegen, bietet sich unter anderem die Kunstharz-Methode an. Aber in vielen Fällen muss die Scheibe gegen eine neue ausgetauscht werden. Doch auch bei kleinen Kratzern sollte man nicht zu lange warten mit der Reparatur. Die Poliermethode dauert rund eine Stunde.

Die Poliermethode

Das benötigen Sie dazu:

  • Spezial-Politur für Autoglas aus dem Fachhandel

  • Poliermaschine zum Entfernen von Rückständen (wichtig: Drehzahl sollte nicht über 600 UPM liegen, da sonst die Schleifstelle zu heiß wird und die Gefahr besteht, dass das Glas reißt)

  • Eimer mit warmem Wasser

  • spezieller Glasreiniger für Autoscheiben

  • fusselfreies Tuch, Trockenreibetuch

So gehen Sie vor: 

  • Reinigen Sie die Windschutzscheibe grob. Es dürfen keine harten Partikel und kein Schmutz auf der Scheibe zurückbleiben. 

  • Befüllen Sie einen Eimer mit warmem Wasser. Geben Sie den Glasreiniger für Autoscheiben in das Wasser. Säubern Sie die Scheibe mit dem Gemisch sowie einem weichen, fusselfreien Tuch. Trocknen Sie dann die Scheibe mit einem sauberen Tuch.

  • Geben Sie die Politur auf den Politurfilz der Poliermaschine. Das Gerät zuvor nach Anweisung des Herstellers einstellen.

  • Tragen Sie die Politur mit kreisrunden Bewegungen auf die Scheibe auf. Üben Sie nicht viel Druck auf die Scheibe aus. Ein ganz leichter, sanfter Druck reicht aus. Gehen Sie so auf der gesamten Frontscheibe vor, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten.

  • Der Filz der Maschine sollte während der Arbeit nicht austrocknen, da andernfalls noch mehr Kratzer auf der Windschutzscheibe entstehen. Geben Sie bei Bedarf noch ein wenig Politurmittel auf den Filz. Abhängig vom Mittel ist es nötig, den Filz vorab etwas anzufeuchten. Beachten Sie hierbei die Angaben des Herstellers.

  • Sind Sie fertig mit dem Auftragen, entfernen Sie die Politur mit einem sauberen und weichen Tuch von der Scheibe. Achten Sie auch hierbei auf kreisende Bewegungen. 

  • Falls erforderlich, säubern Sie die Scheibe noch einmal nass nach.

Andere Entfernungsmethoden

Hausmittel wie z.B. Zahnpasta oder Scheuermilch sind nicht zu empfehlen. Auch bei kleineren Kratzern können Fehler und falsche Methoden im Zweifel alles nur schlimmer machen. Für das Polieren von Glas ist eine besonders feine Körnung der Poliermittel erforderlich. Bei Zahnpasta mit Nanopartikeln oder Scheuermilch wird diese regelmäßig weit überschritten. Wenn Sie diese nutzen, um aus der Autoscheibe Kratzer zu entfernen, kann die grobe Körnung weitere Kratzer erzeugen.

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