Auto polieren – das müssen Sie beachten

Ein Mann poliert sein Auto mit einem Lappen
Glänzend poliert wird ein Auto regelrecht zum Schmuckstück ∙ © iStock.com/DuxX

Ein perfekt gepflegtes Auto ist nicht nur ein schöner Anblick. Sein Lack schützt das darunter liegende Metall und trägt – auf Hochglanz poliert – zum Werterhalt bei.

  • Vor der Politur muss der Wagen gründlich gereinigt werden

  • Polieren lässt sich von Hand oder mit einer Poliermaschine

  • Zur Wahl stehen Do-it-yourself und die Autopolitur beim Profi

Glänzender Lack wirkt wie eine gut gemachte Visitenkarte des Fahrzeugs. Damit sich das Ergebnis der Autopolitur sehen lassen kann, sind hier die besten Tipps, Fragen und Antworten zusammengestellt:

Warum ist eine Autopolitur wichtig?

Ein gut gepflegter Lack ist nicht nur für die Optik des Autos wichtig, sondern auch für seinen Werterhalt und den Preis beim Verkauf. Er schützt es auch vor Umwelteinflüssen. Ist er angegriffen, können Feuchtigkeit und Verschmutzungen das Metall darunter zum Rosten bringen.

Dem Autolack selbst setzen Steinschlag, Streusalz, Insekten, Baumharz und das Wetter – etwa Sonne und Frost – zu. Sie lassen die oberste Lackschicht buchstäblich verwittern, und mit der Zeit verliert der Lack an Glanz. Polituren enthalten winzige Schleifpartikel, die die oberste, abgestumpfte Lackschicht und eventuelle Kratzer darin abtragen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Politur?

Am besten nutzt man trockenes Wetter mit mittleren Temperaturen. Bei Kälte kann die Politur nicht richtig austrocknen, auch hier können Schlieren entstehen. Bei Hitze würde die Politur zu schnell in den Lack einziehen, antrocknen und Streifen bilden. Wichtig ist, nicht in der prallen Sonne zu arbeiten. Das Auto im Frühling zu polieren hat den Vorteil, dass nicht so viele hartnäckige Insektenreste die Arbeit erschweren. Der Lack ist dann rechtzeitig gegen Baumharz und neue Insektenverschmutzungen geschützt.

Wie wird das Auto vorbereitet?

Ein Auto wird in einer Waschanlage poliert
In der Waschanlage wird das Auto vor dem Polieren gründlich gesäubert ∙ © Shutterstock/Virrage Images

Eine gründliche Reinigung des Fahrzeugs ist hier das A und O: Schmutz und Staub, die beim Polieren Kratzer verursachen könnten, müssen beseitigt werden. Spezielle Mittel wie Reinigungsknete gibt es zum Beispiel gegen Teer, Harz und Insektenreste. Wenn das Waschen nicht von Hand, sondern in der Autowaschanlage erfolgt, sollte ein Standardprogramm ohne Versiegelung (Hartwachs, Nanoversiegelung) – diese erschwert die anschließende Politur – gewählt werden.

Einige Kratzer im Lack auf der Türe eines schwarzen Autos
Vor dem Polieren müssen eventuell Kratzer im Lack behandelt werden ∙ © iStock.com/dimarik

Nun können eventuelle Kratzer und Steinschlagschäden von Hand beseitigt werden. Im Fachhandel sind dafür Reparatursets und Lackstifte erhältlich, die dem Farbcode des Autos entsprechen. Wie Sie Kratzer im Autolack richtig entfernen, lesen Sie hier. Nachdem das Auto trocken ist, erhalten bestimmte Oberflächen Schutz vor der Autopolitur: Kunststoff- und Gummiteile wie Stoßstangen und Scheibendichtungen werden mit einem geeigneten Pflegemittel vorbehandelt und das Glas von Scheiben und Scheinwerfern abgeklebt. 

Welche Politur braucht das Fahrzeug?

Mann schaut sich eine grüne Sprühflasche in einem Baumarkt an
Qual der Wahl: Die Auswahl an Autopflegemitteln ist riesig ∙ © stock.adobe.com/Sergey Ryzhov

Die Wahl der richtigen Autopolitur ist davon abhängig, um welchen Lack es sich handelt – zum Beispiel Metallic –, welche Farbe er hat und wie stark er strapaziert ist. Hartwachs-Polituren sind besonders für Neuwagen und gut vorgereinigte Fahrzeuge geeignet, Polituren mit niedrigerem Anteil an Schleifpartikeln für ältere Autos bzw. stärker verwitterte Lacke.

Wie poliert man das Auto richtig?

Ein Mann poliert mit einem Politur-Pad sein Auto
Mit einem Polierpad wird die Politur auf dem Lack aufgetragen ∙ © iStock.com/simonkr

Am besten teilt man die Lackflächen des Fahrzeugs in Partien auf und behandelt sie nacheinander. Das eigentliche Polieren erfolgt entweder von Hand oder mit einer Poliermaschine. Wer den ersten Weg wählt, trägt das Poliermittel auf Polierschwamm, -pad oder -watte auf und verteilt sie mit leichtem Druck auf der Partie.

Entweder führt man dabei kreisende Bewegungen aus oder den so genannten Kreuzstich, bei dem abwechselnd horizontal und vertikal aufgetragen wird. Eventuell ist mehr als ein Durchgang erforderlich, bis sich der Lack wieder glatt anfühlt.

Wie wird ein Auto mit der Maschine poliert?

Im Vergleich zum Polieren mit Hand ist die Politur des Autos mit Maschine zeitsparender. Wer die Technik beherrscht und sorgfältig arbeitet, erzielt ein hochglänzendes, glattes Ergebnis, vor allem, wenn ein speziell für die maschinelle Autopolitur entwickeltes Mittel zum Einsatz kommt. Es wird auf dem mit Wasser angefeuchteten Schwamm des Tellers verteilt, der nach dem Einschalten zu rotieren beginnt.

Damit der Lack nicht zu heiß wird, dürfen Sie beim Auftragen nicht zu viel Druck ausüben und die Maschine immer in Bewegung und nicht zu lange an einer Stelle halten. Kanten sollten Sie besonders vorsichtig, schwer erreichbare Ecken von Hand polieren.

Überschüssige Politur entfernen Sie am besten mit einem weichen Mikrofasertuch von der Oberfläche, bevor sie trocknet. Beim Verwenden reiner Schleifpolituren ohne Versiegelungszusätze sollte der Lack des Autos anschließend eine Konservierung erhalten. Den perfekten Glanz erreichen Sie mit Wachs aus natürlichen Rohstoffen, synthetischen Versiegelungen mit Polymeren und Nano- bzw. Keramikversiegelungen. Außerdem gibt es Autopolituren mit Wachsanteil, mit denen zwar ein Arbeitsschritt eingespart wird, die aber manchmal ein weniger glänzendes Ergebnis liefern.

Welche Auswirkungen hat die Politur auf den Lack?

Eine Politur ist im Prinzip nichts anderes als das Schleifen des Lacks, allerdings im Mikro- und Nano-Bereich. Autolack ist üblicherweise robuste 100 bis 140 Mikrometer dick. Davon werden bei einer Politur je nach Fein- oder Grobheit der Schleifkörner rund 0,1 bis 0,5 Mikrometer Lack abgetragen.

Wie oft soll man ein Fahrzeug polieren?

Das hängt davon ab, wie intensiv ein Auto beansprucht wird, ob es über Nacht im Freien oder in einer (Tief-)Garage parkt, vom Lacktyp und wie alt es ist. Als Faustregel gilt: eine Autopolitur nicht mehr als zweimal jährlich.

Was kann man beim Polieren falsch machen?

Ein Mann poliert sein Auto mit einer Poliermaschine
Beim Polieren – hier mit Maschine – darf nicht zu viel Druck ausgeübt werden ∙ © iStock.com/jackfoto

Der Einsatz falscher Polituren und Fehler beim Polieren können zu Schäden am Lack führen, zum Beispiel zu so genannten Hologrammen, also Schlieren oder runden Spiegelungen. Anfänger sollten daher nicht sofort zu einer professionellen Poliermaschine greifen, sondern zunächst das Polieren von Hand üben. Beschädigungen des Lacks riskieren Sie, wenn

  • Sie zu grobe Politur verwenden

  • Sie zu große Flächen auf einmal behandeln

  • Sie zu großen Druck ausüben

  • sich Verunreinigungen auf dem Lack, dem Polierschwamm oder Tuch befinden

  • Sie mit einer Poliermaschine zu lange auf einer Stelle arbeiten

Do-it-yourself oder Politur vom Fachmann?

Vieles spricht für die Politur des Autos in einer Werkstatt, Lackiererei oder beim Autopflegeservice, zum Beispiel die Kenntnisse und Erfahrung der Mitarbeiter, professionelle Poliermaschinen und -materialien. Die Profis arbeiten unter Dach und somit unabhängig von Regen, Wind oder starker Sonneneinstrahlung.

Was kostet eine Autopolitur beim Experten?

Die Kosten einer Politur beim Profi schwanken stark und hängen von der Größe des Fahrzeugs, dem aktuellen Zustand des Lacks und dem daraus folgenden Aufwand ab. Am besten holt man mehr als ein Angebot ein und vergleicht nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen. Diese beginnen bei einer Basispolitur mit Lackreinigung, Hochglanzpolitur und Versiegelung bei etwa 200 Euro. Kommen die Reinigung der Felgen und eine mehrstufige Politur – grob, auf Hochglanz und Anti-Hologramm-Behandlung – dazu, wird es langwieriger und entsprechend teurer.

Wer über die Politur des Lacks hinaus auch Felgen, Innen- und Kofferraum des Fahrzeugs aufbereiten möchte, findet hier viele Tipps.

Helmuth Meyer
Redakteur
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