Oldtimer kaufen: Tipps für Einsteiger

22.10.2019

Was ist der richtige Oldtimer für mich? Was darf er kosten? Wo bekomme ich einen Überblick über den Markt? Kann man Oldtimer auch im Alltag fahren? Neulinge haben beim Start ins Hobby Oldtimer viele Fragen. Hier gibt es Tipps und Infos.

Oldtimer Fahrt
Start ins Oldtimer-Hobby: Für Einsteiger bietet der ADAC viele Informationen
  • Infos bei Märkten, Messen und Treffen
  • Oldtimer sind als Geldanlage selten geeignet, fürs Leasing manchmal
  • Klassiker fahren im Alltag und im Winter: Nur mit Vorsicht

Welcher Oldtimer ist der Richtige?

Einen Überblick über das riesige Angebot erhalten Neulinge in Oldtimer-Fachzeitschriften. Hier werden Modelle vorgestellt und es gibt eine Kaufberatung. Im Anzeigenteil warten Tausende von Automobilen und Motorrädern von privat oder von Händlern auf neue Besitzer, teils mit Fotos und Preisvorstellungen. Ebenso in Tageszeitungen oder Gebrauchtwagenbörsen im Internet. Wer Näheres über ein Modell wissen möchte, findet im Buchhandel für nahezu jede Marke das passende Typenbuch. Immer hilfreich ist auch der direkte Kontakt zu Oldtimer-Besitzern.

Gute Infos bei Messen und Clubtreffen

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Oldtimer Messe
Zahlreiche Oldtimer-Messen bundesweit bieten einen Überblick
An jedem Wochenende von Frühjahr bis Herbst finden bundesweit mindestens ein Dutzend Teilemärkte, Ausfahrten oder Clubtreffen statt. Da die Besucher und Teilnehmer meist sehr offen und auskunftsfreudig sind, bieten sich hier gute Ansatzpunkte für Gespräche und Tipps. Mit Rat und Tat stehen – zum Teil sogar kostenlos – die Typreferenten der Markenclubs und Verbände zur Seite. Einen idealen Einstieg in das Hobby rund um klassische Fahrzeuge bieten die zahlreichen Oldtimer-Messen über das ganze Jahr verteilt, insbesondere die Bremen Classic Motorshow, die Techno Classica Essen, die Motorworld Classics Berlin, die Retro Classics in Stuttgart sowie die Hamburg Motor Classics. Abonnieren Sie die Oldtimer-Rubrik unseres kostenlosen ADAC Newsletters und bleiben Sie stets informiert, wann welche Messe stattfindet.

Was darf ein Oldtimer kosten?

Sind Oldtimer nur teure Edelobjekte für Betuchte? Bilder von Großereignissen wie der "Mille Miglia" können diesen Eindruck vermitteln. Doch das Gros der Oldtimer besteht hierzulande eher aus Alltagsautos der sechziger und siebziger Jahre: Kadett und 2CV, Mini und Isetta, Buckel-Volvo und Fiat Spider. Selbst bei den stark vertretenen Mercedes-Benz-Freunden laufen deutlich weniger exklusive 300 SL Flügeltürer als "normale" 180er oder 220er. Klassiker in gutem Zustand lassen sich schon für kleinere Geldbeutel finden.

"BMW 1602, Baujahr 1971, Zustand 2 - 3, VB 6.400 Euro": Teuer oder Schnäppchen? Einen Überblick über das durchschnittliche Preisniveau kann man sich bei den jeweiligen Markenclubs verschaffen.  Ein Verzeichnis gibt es z.B. bei Oldtimer Markt*

Preisübersichten veröffentlicht z.B. monatlich auszugsweise auch die Zeitschrift Motor Klassik*.

Oldtimer als Geldanlage?

Einige Modelle erzielen beachtliche Preissteigerungen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und zu einem günstigen Preis gekauft wurden. Das trifft aber nicht auf die Mehrheit der Fahrzeuge zu. Es gibt eine ganze Reihe an Klassikern, die sich preislich kaum bewegen, wenn man den Kaufkraftverlust berücksichtigt. Bei einer Vollkostenrechnung müssen Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung, Reifenersatz, Garagen-Miete usw. beachtet werden – Wertsteigerungen sind dann schnell passé. In erster Linie sollte also der Spaß am Hobby Oldtimer im Vordergrund stehen.

Oldtimer als Leasingfahrzeug

Wer seinen Oldtimer nicht nur in der Freizeit bewegen, sondern auch bei dienstlichen Fahrten klassisch unterwegs sein will, kann über Oldtimer-Leasing nachdenken. Denn dann sind die Leasingraten steuerlich abzugsfähig und am Ende des Vertrages kann das Fahrzeug bei den spezialisierten und zuverlässigen Anbietern übernommen werden. Außerdem wird für die Besteuerung der privaten Nutzung nicht der heutige Kaufpreis, sondern der meist viel geringere historische Listenpreis angesetzt.

Klassiker im Alltag fahren?

Den Oldtimer täglich fahren – warum eigentlich nicht? Vor 30, 60 oder 100 Jahren waren diese Wagen übliche Fortbewegungsmittel bei jeder Witterung und schwierigen Straßenverhältnissen. Es gibt Besitzer, die ihre Klassiker so bewegen und teils erstaunliche Jahres-Fahrleistungen zurücklegen. Wäre dann das Alltagsauto überflüssig? Das fragen sich manche Oldtimer-Einsteiger. Sie sollten bedenken, dass sich das Auto über die Jahrzehnte ständig weiterentwickelt hat. Auf technologische Errungenschaften wie etwa Airbag, ABS, ESP oder ASR muss man verzichten. Auch Helfer und Sicherheitsstandards wie Servolenkung, Gurte, Halogenlicht oder Bremskraftverstärker sind bei Oldtimern meist nicht mit an Bord. So kann man einerseits die Technik von damals hautnah erleben, es erfordert im Vergleich zum modernen Auto aber auch Kompromisse und Vorsicht.
Das gilt auch für den Wartungsaufwand: Ein- bis zweijährige Inspektions-Intervalle waren früher nicht vorstellbar. Ein Blick in alte Bedienungsanleitungen zeigt: Das Thema Pflege hat bei manchen Modellen das Ausmaß eines umfangreichen Werkstatt-Handbuchs.

Probleme im Winter

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Käfertreffen der Käfer Ultima Edition am Großglockner
Im Winter unterwegs: Käfertreffen am Großglockner

Oldtimer im Winter zu nutzen bringt einige Probleme. Wer keine Winterreifen montiert, muss sein Auto bei Eis und Schnee stehen lassen, um kein Bußgeld zu riskieren. Die Teilnahme an Winterrallyes muss man entsprechend planen. ADAC Tests zeigen, dass Winterreifen bei entsprechenden Straßenverhältnissen erheblich sicherer sind.

Auch das Material wird im Winter stärker beansprucht, die Korrosions-Gefahr steigt. Das selbsttragende Karosserieprinzip ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bietet mit seinen vielen unzugänglichen Hohlräumen reichlich Angriffspunkte. Nachträglich eingebrachte Versiegelungen können das nicht immer vollständig verhindern.

Katalysator nachrüsten

Soll der Oldtimer oder Youngtimer regelmäßig im Alltag eingesetzt werden, ist schon aus Umweltschutz-Gründen, aber auch um Fahrverboten zu entgehen, eine Kat-Nachrüstung nach wie vor empfehlenswert – soweit dies technisch machbar und konform ist.

Mehr Infos, Adressen und Tipps rund ums Thema Oldtimer ADAC Oldtimer Ratgeber

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Fotos: Arturo Rivas, imago images/Manfred Segerer, Cristian Dirva

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