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VW Grand California: Bullis großer Bruder

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Volkswagen

Der VW Grand California ist eine Nummer größer als der klassische T6 California, der mit 175.000 verkauften Fahrzeugen das erfolgreichste Reisemobil der Welt ist. Eine erste Testfahrt und dazu Daten, Bilder, Preise. 

  • VW bringt die Studie des California XXL nun in Serie

  • Der Grand California wird ab 54.990 Euro verkauft

  • Der VW Campingbus überzeugt mit guten Fahreigenschaften und cleverer Raumnutzung

Die Sache mit den Passstraßen ist ein genialer Schachzug. Ein bisschen gemein, aber ungemein effektiv: Wer bislang Berührungsängste mit richtigen Wohnmobilen hatte ("zu lang, zu hoch, zu behäbig"), wird bei dieser von VW organisierten Testfahrt schnell eines Besseren belehrt. Drei Tage dürfen wir den VW Grand California auf Gran Canaria ausprobieren. Unser Roadbook sieht vor, dass die Strecke in weiten Teilen über aussichtsreiche, aber anspruchsvolle Passstraßen der drittgrößten Kanareninsel führt.

Der Campingbus fährt sich angenehm dynamisch

Mit gewissem Respekt nehme ich Platz auf dem Fahrersitz: Der Grand California – Einstiegspreis: 54.990 Euro – ist auf Basis des Crafters gebaut, knapp sechs Meter lang, drei Meter hoch und zwei Meter breit (ohne Außenspiegel). Unter der Motorhaube brummt angenehm dezent ein 177 PS starker Vierzylinder-Turbodiesel, der im Schnitt 13,5 Liter auf 100 Kilometern verbraucht. 

Schon nach den ersten Kilometern auf der Passstraße im Presa de Las Niñas-Gebiet macht sich das gutmütige 8-Gang-Automatikgetriebe positiv bemerkbar. Sanftes Anfahren, aber auch schnelles Beschleunigen sind selbst bei größeren Steigungen kein Problem. Geht es bergab, lässt sich der Schaltknauf bequem in den manuellen Modus schieben, so dass der Fahrer die Motorbremse nutzen kann. 

Schießt plötzlich Gegenverkehr aus einer der felsigen Kurven, greift die Bremse des 3,1 Tonnen schweren Wohnmobils zuverlässig und prompt. Gilt es, ein kniffliges Ausweichmanöver hinzukriegen zu müssen, steht der Fahrer nicht alleine da: Parkpilot und Rückfahrkamera machen sogar Wendemanöver zu einer beherrschbaren Angelegenheit. Sorgt die Größe des Grand California zumindest am Anfang für etwas Skepsis beim Fahren, überzeugt sie spätestens im Stehen: Der signifikante Unterschied zum klassischen T6 California ist die eigene Nasszelle. Die Toilette lässt sich leicht bedienen, für die Dusche kann man im Vorfeld die Wasserversorgung auf 40 oder 60 Grad einstellen. Ein klappbares Waschbecken macht die sauber verarbeitete und mit einer Dachluke versehene Nasszelle komplett.

So schneidet der California T6 im Vergleichstest ab

Wir haben die fünf gängigsten Campingbus-Modelle verglichen. Das Ergebnis: zweimal vergaben die Tester die Note "gut", dreimal "befriedigend".

ADAC Vergleich fünf gängige Campingbusse

Deutlich mehr Platz als im VW California T6

Vier Personen können im Grand California wohnen, zwei Betten liegen quer im Heck (1,93x1,36 m), zwei über Fahrerhaus und Wohnraum. Hier allerdings findet die zweite Person nur eine Bettlänge von 1,60 m vor. Kleines Manko: Der Einstieg ins hintere Doppelbett verlangt ein wenig Akrobatik, hier wären – insbesondere im Hinblick auf eine Zielgruppe 50+ – eine Halteschlaufe oder eine Trittstufe wünschenswert.

Der Camper-Innenraum ist in frischem Weiß gehalten. Die Küchenzeile mit zwei Gasflammen, Spüle und 70-l-Kompressor-Kühlschrank ist praktisch und funktionell, jeder verfügbare Zentimeter wird genutzt. Typisch für VW Camper sind ein gutes Beleuchtungskonzept, solide Verdunkelungen und durchdachte Details wie etwa sechs USB-Schnittstellen und vier Steckdosen. Die Gasheizung sorgt schnell und relativ geräuscharm für Wärme im Innenraum. Über ein gut angeordnetes digitales Bedienfeld lassen sich die Camperfunktionen steuern, es gibt außerdem Übersicht über Ladezustand der Batterien, Wasservorrat etc.

Grand California: Auto für die großen Reisen

Das Fazit nach drei Tagen Camping und Kurven auf Gran Canaria: Trotz seiner Größe ist der Grand California selbst auf schwierigem Terrain gut zu handeln. Aufgrund seiner Maße eignet er sich zwar nicht als Alltagsfahrzeug, aber dank seiner Zusatzausstattung ist man auf Campingreisen autonomer unterwegs als im klassischen California. Ob man sich für den Grand California 600 oder das 80 cm längere Modell mit zwei Längsschlafplätzen entscheidet: Das Reisemobil von Volkswagen ist ein zuverlässiger, gut aussehender Reisebegleiter – genauso, wie man sich einen großen Bruder vorstellt.

Technische DatenGrand California 600Grand California 680

Motor

Vierzylinder-Diesel, 1968 cm³, 177 PS/130 kW, 410 Nm bei 1500 U/min, Achtgang-Automatikgetriebe

Vierzylinder-Diesel, 1968 cm³, 177 PS/130 kW, 410 Nm bei 1500 U/min, Achtgang-Automatikgetriebe

Fahrleistungen

k. A.

k. A.

Verbrauch

k. A.

k. A.

Maße

L 5,98 / B 2,04 / H 2,97 – 3,09 m, Stehhöhe: 2,18 – 2,20 m

L 6,83 / B 2,04 / H 2,83 – 2,96 m, Stehhöhe 1,97 – 2,03 m

Stauraum im Heck

800 l

800 l

Leergewicht

k. A.

k. A.

Preis

54.990 € / 59.310 € (4Motion)

57.100 € / 63.652 € (4Motion)

Das hat uns gefallen: Gelungene Raumaufteilung. Sicheres Handling trotz der fast sechs Meter Länge. Viele Staufächer.

Das hat uns nicht gefallen: Relativ hoher Einstieg ins hintere Bett – hier fehlt eine Trittstufe. Verdunkelung der Frontscheibe für nachts recht aufwendig. Ladestation fürs Handy auf dem Armaturenbrett blendet bei Anwendung den Fahrer.

Hier finden Sie viele weitere Tests und Fahrberichte.