Mercedes C-Klasse Facelift: Noch entspannter in der Mittelklasse
Von Redaktion

Mercedes überarbeitet die C-Klasse mit Benzin-, Diesel- und Plug‑in-Antrieb zur Halbzeit ihres Lebenszyklus. Gegenüber dem elektrischen Bruder behält die C-Klasse mit Verbrennungsmotor aber einen gewichtigen Vorteil. Erste Ausfahrt mit dem Facelift-Modell.
Facelift für die C-Klasse mit Verbrennungsmotor
Weiterhin als Benziner, Diesel und Plug‑in-Hybrid
Preise: ab 48.844 Euro
Mehr Ruhe an Bord, ein überarbeitetes Bediensystem und neue Akzente beim Design: Mercedes frischt die C-Klasse mit Benzin-, Diesel- und Plug‑in-Hybrid-Antrieb auf und macht sie fit für die zweite Hälfte ihres Lebenszyklus. Denn die aktuelle Generation W 206 ist mittlerweile rund fünf Jahre alt und wirkte vor allem mit Blick auf die nagelneue Elektroversion der C-Klasse dann doch etwas angestaubt.
Bereits nach den ersten Metern in der gelifteten C-Klasse fällt auf, wie leise es im Innenraum zugeht. Der Plug‑in-Hybrid startet im Elektrobetrieb nahezu geräuschlos. Aber auch die Vierzylinder-Benziner und Diesel halten sich akustisch zurück. Das passt neben den optischen Veränderungen gut zum Schwerpunkt der Überarbeitung: Mercedes hat an mehreren Stellen nachgebessert, um den Geräuschkomfort zu erhöhen.
Zum Facelift wird es ruhiger in der C-Klasse

Feintuning an Dämmung und Abstimmung hat der C-Klasse jetzt noch mehr Tugenden der größeren Brüder eingeimpft. Neu gestaltete Außenspiegel etwa, eine zusätzliche Dichtung an der Windschutzscheibe und eine geänderte Aufhängung der Abgasanlage bringen noch mehr Ruhe an Bord als bisher.
Schon im Benziner-Basismodell leistet der Vierzylinder 178 PS (130 kW) und 250 Nm Drehmoment. Das bringt die "kleinste" Motorisierung in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo – und auch bis Top-Speed 232 km/h geht es wie am Band gezogen durch die Neungang-Automatik locker voran.
Noch mehr Kurvenkünste liefert die optionale Hinterachslenkung, deren Räder um bis zu 2,5 Grad einschlagen und die Agilität des Benz auf den gefahrenen Schwarzwald-Serpentinen noch einmal eindrucksvoll erhöht haben. Freizeitsport, aber im Businessanzug. Den haben die Schwaben ja auch noch mal im Stil der größeren Geschwister E- und S-Klasse aufgebügelt.
Frische Optik für die Mercedes C-Klasse

Am offensichtlichsten ist das beim Grill: Der wächst und trägt nun einen Chromrahmen mit beleuchteter Umrandung, ganz wie die größere S-Klasse. In den USA und China leuchtet sogar der Stern in seiner Mitte, in Europa ist das nicht erlaubt. Neu ist auch das optionale Digital Light. Das leuchtet mit Micro-LEDs, also Leuchtdioden im Miniformat, und einem stärkeren Chip 40 Prozent mehr Fläche aus und spart laut Mercedes bis zu 50 Prozent Strom.
Bewährtes Cockpit behutsam überarbeitet

Wer den Blick übers Cockpit gleiten lässt, wird erst mal weniger Neues entdecken. Innen sitzt die Person am Steuer vor einem volldigitalen 12,3-Zoll-Kombiinstrument, in der Mittelkonsole steht ein 11,9 Zoll großes Hochkant-Display. Dahinter arbeitet aber jetzt die vierte Generation des Bediensystems MBUX. Sie bringt ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini an Bord, spricht über Aktienkurse, Urlaubswetter, erzählt was zu den Sehenswürdigkeiten an der Strecke oder sucht das Lieblingslied.
Am neuen Lenkrad kehren Wippen und Walzen mit klarer Rückmeldung zurück. Über Over-the-Air-Updates und einen App-Store können Kundinnen und Kunden später Funktionen wie die Alarmanlage oder Assistenzsysteme dazubuchen – gegen Bezahlung, versteht sich. Zu den digitalen Extras zählt unter anderem eine Rückfahrfunktion, die einen Teil der zuletzt vorwärts gefahrenen Strecke automatisch rückwärts fährt. Eine prima Sache in engen Sackgassen.
Wer es sich leisten mag, bekommt mit der optionalen Burmester-Soundanlage jetzt noch etwas mehr Wumms ins Ohr. Smart: Das System passt den Klang per Gurtschlosserkennung an die besetzten Sitze an. Das Air-Balance-Paket beduftet die Kabine zudem auf Wunsch.
Gewohnt viel Platz im Verbrenner

Beim Platz bleibt die Baureihe, wie man sie kennt: vor allem für die Frontpassagiere bequem und geräumig, auf den Rücksitzen mit ausreichend Platz für zwei. Die können ihre Beine zwar nicht so ausstrecken wie in der längeren Elektro-C-Klasse, dafür passen aber auch klobigere Schuhe im Fußraum unter den Vordersitz.
Im Kofferraum ist Platz für die Mitbringsel von vier Leuten: Die Limousine fasst 455 Liter, das T-Modell (Kombi) bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1510 Liter. Nur die Plug‑in-Hybride büßen spürbar Stauraum für ihren Akku ein. Auch darum hat der Diesel für die Langstrecken-Dauerfahrer nach wie vor seine Berechtigung. Davon sind sie bei Mercedes anders als mancher Premium-Konkurrent überzeugt.
Antriebe: Es bleibt bei Vierzylindern

Neue Verbrenner gibt es aber natürlich auch bei den Schwaben nicht mehr: Unter dem Blech arbeiten immer vier Zylinder mit zwei Litern Hubraum. Alle Motoren sind jetzt für die Euro-7-Norm vorbereitet. Benziner und Diesel sind Mildhybride. Der Startergenerator sitzt im Neungang-Automatikgetriebe, sammelt beim Bremsen Energie ein und schaltet den Motor in Rollphasen ab. Beim Beschleunigen steuert er bis zu 23 PS (17 kW) und 205 Nm bei.
Zu spüren ist von dem kleinen E-Motor nichts, alles läuft seidig und ohne fühlbares Ruckeln ab. Für eine bessere Ansprache bei niedrigen Drehzahlen sorgt beim Benziner ein elektrischer Zusatzverdichter. Per Overboost stehen für 20 Sekunden zusätzliche 27 PS (20 kW) bereit.
Und die beiden Diesel hat Mercedes auch für HVO100, B10 und B20 freigegeben. HVO100 ist ein Dieselersatz aus pflanzlichen Ölen oder Reststoffen, B10 und B20 sind Diesel mit bis zu 10 bzw. 20 Prozent Biodiesel.
Plug‑in-Hybride jetzt mit bis zu 394 PS Systemleistung

Die größte Überarbeitung haben die Plug‑in-Hybride erfahren, die den Benziner mit einem energischen Elektromotor koppeln. Bis zu 394 PS (290 kW) Systemleistung und 650 Nm Systemdrehmoment haben mit der C-Klasse leichtes Spiel. Beide Varianten fahren nach Norm bis zu 100 Kilometer rein elektrisch, der knapp 20 kWh fassende Akku lädt an der Wallbox mit bis zu 11 kW, am Gleichstrom-Schnelllader mit bis zu 55 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert das laut Mercedes 30 Minuten. Die Akkus an Bord gehen allerdings zulasten des Gewichts: Der C 400e wiegt leer schon 2140 Kilogramm – ein C 200 nur 1705 Kilogramm.
Apropos Kosten: Da sind natürlich Premium-typisch nach oben fast keine Grenzen gesetzt. Wer sich beispielsweise beim Topmodell des Kombis alle möglichen Wünsche erfüllen möchte, landet deutlich über der 100.000-Euro-Schwelle. Wahr ist aber auch, dass der Basis-C für weniger als 49.000 Euro ebenfalls schon das Mercedes-Erlebnis und eine gute Ausstattung garantiert. Der Einstiegspreis liegt für die gebotene Leistung sogar noch unter dem der schärfsten Wettbewerber. Wenn das kein Argument für die nächste Dienstwagen-Bestellung ist.
Mercedes C-Klasse Facelift: Daten und Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Mercedes-Benz C 200 Avantgarde 9G-TRONIC (ab 08/26) | Mercedes-Benz C 200 d Avantgarde 9G-TRONIC (ab 08/26) | Mercedes-Benz C 400 e Avantgarde 4MATIC 9G-TRONIC (ab 08/26) |
|---|---|---|---|
Motorart | Otto (Mild-Hybrid) | Diesel (Mild-Hybrid) | PlugIn-Hybrid |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 1.999 ccm | 1.992 ccm | 1.999 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 147 | 137 | 290 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 200 | 186 | 394 |
Drehmoment (Systemleistung) | 250 Nm | 380 Nm | 650 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 5.000 U/min | 3.200 U/min | 5.000 U/min |
Antriebsart | Hinterrad | Hinterrad | Allrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 8,5 s | 8,1 s | 5,3 s |
Höchstgeschwindigkeit | 232 km/h | 228 km/h | 240 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | - | - | 109 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 141 g/km | 117 g/km | 48 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 6,2 l/100 km | 4,5 l/100 km | 2,1 l/100 km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | - | - | 15,8 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | - | - | 25,4 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | - | - | 19,5 |
Ladeleistung (kW) | - | - | AC:1,8-11,0 DC:55 |
Kofferraumvolumen normal | 455 l | 455 l | 315 l |
Leergewicht (EU) | 1.705 kg | 1.805 kg | 2.140 kg |
Zuladung | 545 kg | 545 kg | 530 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 1.800 kg | 1.800 kg | 1.800 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.766 mm x 1.820 mm x 1.438 mm | 4.766 mm x 1.820 mm x 1.438 mm | 4.766 mm x 1.820 mm x 1.442 mm |
Grundpreis | 48.844 Euro | 53.336 Euro | 73.548 Euro |
Die C-Klasse vor ihrem Facelift im Test
Text: Peter Weißenberg/SP-X
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