Die Mercedes C-Klasse wird elektrisch: Alle Infos zur Limousine

• Lesezeit: 5 Min.

Von Andreas Huber

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Stück für Stück überführen die Automobilhersteller die Herzstücke ihrer Marken in die Elektro-Welt. So auch Mercedes: 2026 wird die C-Klasse ebenfalls endlich elektrisch. Alle Infos, Daten, Reichweite.

  • Erste Elektro-Version der C-Klasse

  • Bis zu 762 Kilometer Reichweite nach WLTP

  • Preise ab rund 70.000 Euro, günstigere Basis folgt noch

Vollgestopft mit moderner Technik, soll die Mercedes C-Klasse EQ zum Kassenschlager werden. Und das könnte gelingen: Die Mittelklasse-Limousine bekommt 800-Volt-Technik spendiert, soll bis zu 762 Kilometer nach WLTP erreichen und lädt ihren Akku am Schnelllader in kürzester Zeit wieder auf.

Wie man die Kunden überzeugt, haben der neue Mercedes CLA und der GLC gezeigt, die sich bereits jetzt vielversprechend verkaufen und den technologischen Grundstein für die elektrische C-Klasse gelegt haben.

Die elektrische C-Klasse macht auf protzig

Draufsicht auf das Heck einer Mercedes C-Klasse EQ
Das Heck der neuen C-Klasse erinnert stark an das SUV GLC© Mercedes

Mit der neuen Generation an Elektrofahrzeugen verabschiedet sich Mercedes von einer Designsprache, die sich vornehmlich der Aerodynamik gebeugt hat. Die C-Klasse wirkt deutlich harmonischer als EQE und EQS und dadurch gefällig. Wie der GLC trägt auch die C-Klasse Limousine eine massive, beleuchtete Maske in der Schürze, die den großen Mercedes-Stern beherbergt. Optional wird sie von 1050 einzelnen LEDs eingerahmt. Unter der Haube befindet sich ein 101 Liter großer Frunk als zusätzlicher Stauraum.

Die Scheinwerferform ist ebenso vom GLC bekannt, und auch bei der C-Klasse sind Teile der Tagfahrlicht-Signatur optional als beleuchtete Sterne in den Leuchten ausgeführt. Im Profil fallen die kurzen Überhänge der Limousine auf. Anders als beim Verbrenner-Pendant, bei dem potenziell auch ein Reihensechszylinder unter der Haube Platz haben muss, konnte der Vorderwagen der Elektro-C-Klasse deutlich kürzer gestaltet werden, was sich positiv auf den Radstand auswirkt (2,97 Meter).

Im Bereich der C-Säule erinnert der Benz dann doch der Aerodynamik wegen etwas an den EQE, das Heck ziert wie beim GLC ein schwarzes Band, das vier Rückleuchten samt Sternen beherbergt. Der Kofferraum soll 470 Liter fassen, die Anhängelast ist mit bis zu 1,8 Tonnen angegeben, bei einer Stützlast von 80 Kilogramm auf der Anhängerkupplung.

Ein Kombiableger, also ein "T-Modell" im Mercedes-Jargon, ist vorerst nicht geplant. Wer das Mehr an Nutzwert sucht, muss weiterhin zum Verbrenner greifen.

Riesiger MBUX Hyperscreen im Innenraum

Mercedes C-Klasse EQ
Gewohnter Arbeitsplatz: Im Innenraum unterscheiden nur Details die C-Klasse vom SUV© Mercedes

Innen erwarten einen keine Überraschungen, zumindest wenn man die aktuellsten Mercedes-Modelle kennt. Für C-Klasse-Fahrer dagegen ist die riesige Bildschirmlandschaft noch neu: Die C-Klasse erhält optional den neuen MBUX Hyperscreen, der sich über 39,1 Zoll zwischen den beiden Lüftungsdüsen erstreckt.

Die Darstellung ist gestochen scharf und endlich das, was Mercedes seiner Kundschaft schon seit dem EQS Hyperscreen verkaufen will: ein durchgängiges Display und nicht drei einzelne hinter Glas. Wer die Option mit dem durchgängigen Touchscreen nicht wählt, erhält zwei einzelne Bildschirme, optional gibt es hier auch ein Beifahrerdisplay.

Cockpit der Mercedes C-Klasse EQ
Fast einen Meter ist das optionale Display in der C-Klasse breit. Es vereint Infotainment- und Beifahrerdisplay© Mercedes

Gut: Die elektrische C-Klasse erhält wieder ein Lenkrad, das zumindest teilweise auf Rollen und physische Elemente setzt statt auf berührungsempfindliche Flächen. Die Ergonomie ist ansonsten aus anderen Mercedes-Modellen bekannt und macht einen guten Eindruck. Der Qualitätseindruck ist beim Erstkontakt im Fotostudio durchweg solide.

Vergleicht man die C-Klasse mit dem CLA, fällt sofort auf, dass sich der Wagen eine ganze Fahrzeugklasse oberhalb des Kompaktmodells befindet. Hartplastik findet man nur im unteren Bereich des Innenraums. Die Stellen, mit denen man regelmäßig in Berührung kommt, sind mit weichen Materialien bezogen oder unterschäumt.

Die Füße passen im Fond unter den Vordersitz

ADAC Redakteur Andreas Huber auf dem Rücksitz eines Mercedes C-Klasse EQ
Am Kopf ist genug Platz und die Füße passen unter den Sitz© Mercedes

An den Armen fühlt sich die Limousine aber etwas schmal an, besonders viel Platz für die Ellenbogen gibt es vorne nicht. Im Fond sitzt es sich auch mit 1,80 Meter grundsätzlich angenehm und die Beine sind nicht zu stark angewinkelt. Trotz Akku im Unterboden haben es die Schwaben also geschafft, die Rückbank so zu positionieren, dass sich Passagiere in der zweiten Reihe auch auf längeren Strecken wohlfühlen dürften. Um den Kopf herum ist es luftig. Einzig die stark abfallende C-Säule erschwert das Einsteigen etwas.

Elektrische C-Klasse: Akku, Antrieb, Reichweite

Mercedes C-Klasse EQ
Radstand wie beim GLC: Die C-Klasse teilt sich die Technik mit dem SUV© Mercedes

Unter der Karosserie befindet sich die neueste E-Auto-Technik von Mercedes. Die Plattform bietet 800-Volt-Komponenten, was kurze Ladezeiten am Schnelllader ermöglicht.

Zum Markstart bietet Mercedes die Limousine als C 400 4Matic an. Hier kommt ein 94,5 kWh großer Akku zum Einsatz, der eine WLTP-Reichweite von bis zu 762 Kilometer ermöglichen soll. Serienmäßig verbauen die Stuttgarter ein 11-kW-AC-Ladegerät für den Einsatz an öffentlichen Ladepunkten, optional gibt es auch ein Upgrade auf 22 kW.

An der DC-Schnellladesäule zieht sich die C-Klasse Strom mit bis zu 330 kW. Wer dem 400-Volt-Ladenetz hier noch nicht traut, kann gegen Aufpreis einen Wandler für 400-Volt-Säulen ordern. 325 Kilometer soll der neue Mercedes in 10 Minuten wieder aufladen können.

Motoren: Fast 500 PS zum Marktstart

Der C 400 4Matic hat eine Systemleistung von 360 kW (489 PS) und beschleunigt in 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Wie beim CLA kommt an der Hinterachse eine permanentmagneterregte Synchronmaschine (PSM) mit Zweiganggetriebe zum Einsatz. An der Vorderachse ist ebenfalls eine PSM verbaut, die aber von der Achse abgekoppelt werden kann. Das steigert die Effizienz des Antriebs, indem es Schleppverluste vermeidet. Später soll auch ein Einstiegsmodell mit Hinterradantrieb und kleineren Akkus verfügbar sein.

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C-Klasse EQ mit Luftfederung

Anders als ihr Bruder mit Verbrennungsmotor lässt sich die elektrische C-Klasse mit einer "intelligenten" Luftfederung bestellen: Sie verarbeitet die Daten vorausfahrender Mercedes-Modelle, weiß dadurch, wo sich Bodenwellen oder Schlaglöcher befinden, und stellt sich darauf ein. Eine Hinterachslenkung ist ebenfalls optional erhältlich, was dem Wagen noch mehr Agilität im Alltag bescheren dürfte.

Marktstart und Preis: Ab Juli 2026 beim Händler

"Unter 70.000 Euro" soll die elektrische C-Klasse laut Hersteller zum Marktstart als C 400 4Matic kosten. Ab Mai öffnen die Bestellbücher, beim Händler steht sie ab Sommer. Ein späteres Einstiegsmodell dürfte bei rund 60.000 Euro liegen.

Im Sommer 2026 wird es dann also spannend, wenn die elektrische C-Klasse auf den Hauptkonkurrenten von BMW trifft: den i3 der Neuen Klasse.

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