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Testfahrt im Aston Martin DBX – Luxus trifft Landluft

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Aston Martin

Jetzt also auch Aston Martin: Weil eine Sportwagen-Firma ohne SUV offenbar nicht überleben kann, wagt sich nun auch diese Edelmarke in die Pampa. Testfahrt im neuen Aston Martin DBX, Daten, Bilder, Preis.

  • Aston Martin DBX als erster SUV der Sportwagenmarke

  • Als Motor dient ein V8 mit 550 PS

  • Sehr edler Anspruch, aber auch hoher Preis ab 193.500 Euro

Vermögende Sportwagenfahrer haben es nicht leicht. Eben noch im Vantage oder DB9 über die Rennstrecke gefegt, und jetzt zwingt einen die familiäre Pflicht in ein Fremdfabrikat. Denn weder zum Einkaufen noch zum Transport des Nachwuchses, geschweige denn für gewichtige Hobbys wie Segeln oder Reiten waren die Sportwagen aus Gaydon bislang zu gebrauchen.

Doch weil es die Briten leid waren, ihre Kunden in einen Range Rover oder schlimmer noch in einen Bentley Bentayga wechseln zu sehen, haben sie sich jetzt selbst auf die SUV-Welle gewagt und bauen mit dem DBX den ersten alltagstauglichen Aston. Im Herbst 2020 kommt er zu Preisen knapp unter 200.000 Euro in den Handel.

Auf gut fünf Metern Länge viel Platz

Anders als die Konkurrenz entfernt sich Aston Martin damit allerdings nicht ganz so weit von seinen Wurzeln. Denn auch wenn der DBX stolze 5,04 Meter misst und vor allem von hinten eher unkonventionell aussieht, wirkt er flacher und filigraner als ein Bentayga und um Längen eleganter als ein Lamborghini Urus – auch in Feld, Wald und Wiese bewahren die Briten ihren Stil.

Selbst wenn der DBX der zierlichste unter den luxuriösen Geländewagen ist, bietet er den Insassen mehr Platz als jeder andere Aston. Vorn steigt man bequem ein, und wo der Fond selbst im glücklosen Panamera-Konkurrenten Rapide nur ein schlechtes Alibi für Familienfreunde war, können hier bei 3,06 Metern Radstand auch Erwachsene gut sitzen. Und bei 632 Litern Kofferraum taugt der DBX auch als Einkaufswagen oder Urlaubsauto.

Multimedia und Motor stammen von AMG

Dass man den DBX trotzdem nicht mit anderen Familienkutschen vergleichen kann, liegt zum einen an der etwas eigenwilligen Ausstattung. Denn so liebevoll das Leder vernäht ist und so fantasievoll-luxuriös die Zubehörpakete für Hundehalter, Jäger oder Angler sind, so altbacken ist das Infotainment: Weil Aston vom Kooperationspartner AMG die vorletzte Generation der Mercedes-Multimedia auftragen muss, fehlt dem DBX ein Touchscreen, es gibt keine Online-Anbindung und der kleine Bildschirm wirkt wie aus der Zeit der Tastentelefone – das kann schon ein Ford Fiesta viel besser.

Es liegt aber auch am unvergleichlichen Antrieb, der von AMG kommt. Der vier Liter große V8 aus dem AMG GT leistet bei den Briten 550 PS, entwickelt 700 Nm und veranstaltet einen Kraftakt, der kultiviert und kolossal zugleich ist: Von den gut 2,2 Tonnen völlig unbeeindruckt, mal flüsterleise und mal brüllend laut, katapultiert er den edlen Brocken in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und stürmt danach munter weiter, bis völlig irrsinnige 291 km/h erreicht sind.

Kombiniert mit einer 9-Gang-Automatik von AMG, einer Luftfederung und einem halben Dutzend Fahrprogrammen wird der DBX zum vielseitigsten Modell der Marke. Denn obwohl der Wagen schnell mal 2,5 Tonnen wiegt, kann man mit ihm überraschend flott über den Formel 1-Kurs von Silverstone fegen und dabei dem Allradantrieb zum Trotz sogar ein wenig das Heck kommen lassen, bevor die Elektronik interveniert.

Rennstrecke und Kiesbett – der DBX kann beides

Falls es einen ins Kiesbett trägt, wechselt man einfach in den Offroad-Modus und sucht sich seinen eigenen Weg: Mit aufgebockten Luftfedern und mehr Freigang im Allrad wühlt sich der DBX überraschend tapfer durch den Dreck. Zugegeben: Der Alltag eines DBX dürfte anders aussehen.

Vor allem wird er sich in der Stadt bewähren müssen, auf der Autobahn und der Landstraße. Und auch dort macht er seine Sache gut: Denn für einen SUV dieser Größe ist der DBX halbwegs übersichtlich und fährt so flott, wie man es von einem Aston Martin erwartet. Und dabei so komfortabel, dass auch die Hinterbänkler nach Stunden noch entspannt aussteigen.

Natürlich lässt sich Aston den Ausflug auf die Buckelpiste teuer bezahlen, steigt mit knapp 200.000 Euro ganz selbstbewusst über dem Bentley Bentayga ein und kommt dem Lamborghini Urus überraschend nahe. Für die Kundschaft ist das Auto trotzdem ein gutes Geschäft. Schließlich sparen sie sich damit den Range Rover und bekommen Sportwagen und Alltagsauto in einem.

Technische Daten Aston Martin DBX

Technische Daten (Herstellerangaben)Aston Martin DBX

Motor

V8-Zylinder-Turbobenziner, 3982 cm³,

405 kW/550 PS, 700 Nm bei 2200 U/min

Fahrleistungen

4,5 s auf 100 km/h, 291 km/h Spitze

Verbrauch

14,3 l Super Plus/100 km, 269 g CO₂/km

Maße

L 5,04 / B 2,00 / H 1,68 m

Kofferraum

632 l (+ 62 l im Unterfach)

Leergewicht

2245 kg

Preis

ab 193.500 €

Text: Thomas Geiger