Bester Zeitpunkt für den Autoverkauf?

Manchmal lohnt sich die Reparatur eines Autos nicht mehr und ein neues muss her.
Manchmal lohnt sich die Reparatur eines Autos nicht mehr und ein neues muss her.© Fotolia/Tomasz Zajda

Millionen Autofahrer stehen jedes Jahr vor der gleichen Frage: Noch eine Reparatur machen lassen oder sich vom alten Auto trennen? Wir geben Ihnen den richtigen Rat und viele Tipps, wann sich ein Autokauf lohnt und wie Sie das meiste Geld für Ihren Alten herausholen.

Wann sich vom Gebrauchten trennen?

Jedes Jahr wechseln in Deutschland mehr als zehn Millionen Pkw den Besitzer, davon etwa 3,5 Millionen Neuwagen und 7 Millionen Gebrauchtwagen. Stets eine schwierige Entscheidung: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Autotausch? Wo bekomme ich das meiste Geld für meinen Gebrauchten? Die Zeiten ändern sich: Noch in den 1970er-Jahren lag das Durchschnittsalter der Pkw-Flotte bei ungefähr fünfeinhalb Jahren. Inzwischen ist es auf über zehn Jahre angestiegen. Das mag auch daran liegen, dass manchen Menschen das Geld für den Neuwagenkauf fehlt. Vor allem aber zeigt es, wie zuverlässig die meisten aktuellen Fahrzeuge sind: 150.000 bis 200.000 Kilometer Laufleistung sind heute die Regel. In den 60ern gaben Autos teilweise bereits nach etwa 100.000 Kilometern endgültig den Geist auf.

Heutige Fahrzeuge haben kaum typische Schwachpunkte

Die ADAC Gebrauchtwagenexperten beobachten den Pkw-Markt seit Jahren. Regelmäßig testen sie beliebte Gebrauchte und analysieren Mängel. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kann man sein Auto heute sehr lange fahren, typische Schwachstellen gibt es eigentlich nicht mehr, haben die Fachleute herausgefunden. Eher sorgen vereinzelte Fehler in der Produktion oder mangelhafte Bauteile für die Probleme, denn: Bei 20.000 Einzelteilen, die meist auch noch vom jeweils billigsten Anbieter kommen, kann immer was schiefgehen. Solche Fehler oder Rückrufaktionen der Hersteller findet man auf unserem Gebrauchtwagenportal.

Betrachtet man den durchschnittlichen Wertverlust eines Pkw, kann man Folgendes erkennen: Unmittelbar nach der Erstzulassung stürzt der Restwert regelrecht ab und geht nach etwa zwei Jahren in einen gleichmäßigen Sinkflug über. Die Zahlen zeigen: Wer seinen Neuwagen schon nach fünf Jahren ersetzt, macht ein ziemlich schlechtes Geschäft, etwa 65 Prozent Verlust sprechen eine deutliche Sprache. Zum Vergleich: In den folgenden fünf Jahren beträgt der Wertverlust insgesamt nur noch 25 Prozent.

Meist lohnen sich Reparaturen auch bei älteren Autos

Irgendwann steigen die Reparaturkosten spürbar. Für viele Autobesitzer ein Anlass, an einen Neuen zu denken. Ein typischer Denkfehler, beobachten Experten, denn: Auch wenn es Nerven und Geld kostet, in aller Regel rechnen sich auch bei acht Jahre alten Autos Reparaturen für ein paar hundert Euro. Wird es deutlich teurer, lohnt es sich nachzurechnen. Denn: Reparaturen erhöhen den Verkaufswert des Wagens nicht.

Die Faustregel lautet: Sollte die Reparatur mehr als die Hälfte des Restwerts ausmachen, ist es besser, den Schaden nicht zu beseitigen, sondern den Wagen abzustoßen. Wer trotzdem noch viel Geld in den Alten steckt, sollte ihn auch wirklich bis zum bitteren Ende behalten.

Ein frischer TÜV bringt beim Verkauf richtig Geld

Regelmäßige Inspektionen sind immer wichtig. Darauf aus Sparsamkeit bei alten Autos zu verzichten - davon halten die ADAC Technikexperten nichts. Einerseits, weil Inspektionen für die Sicherheit des Autos unverzichtbar sind. Andererseits, weil ein Gespräch mit dem Automechaniker Hinweise auf anstehende, wirklich teure und unwirtschaftliche Reparaturen liefern kann. Genau wie der ADAC Gebrauchtwagen-Check.

Was Käufer immer schätzen: eine frische Hauptuntersuchung. Selbst wenn der Restwert laut Tabelle an der Nulllinie kratzt: Das kann bis zu 2000 Euro bringen. Keinen Einfluss auf den Wert haben dagegen Schönheitsreparaturen. Kratzer im Lack oder Steinschläge in der Motorhaube sind in den Richtpreisen einkalkuliert.

Hier lesen Sie, wie Sie den richtigen Preis für Ihren Gebrauchten ermitteln.

Sieben Tipps zum Autoverkauf

Ein Auto verkaufen – eine heikle Angelegenheit. Nur mit entsprechender Vorbereitung und unter Berücksichtigung einiger Ratschläge bekommen Sie einen fairen Preis und tätigen einen rechtssicheren Verkauf. Diese sieben Tipps helfen, ein Auto zu verkaufen.

1. Guter Zustand

Für einen Verkauf sollte Ihr Auto in einem einwandfreien technischen Zustand sein. Den technischen Zustand eines Autos kann man sich in einer Autowerkstatt oder in ADAC Prüfstellen bescheinigen lassen. Schönheitsmängel, die den Preis nur unnötig drücken, sollten ausgebessert werden. Idealerweise werden die Felgen gereinigt, Kratzer im Lack entfernt und das Auto vor dem Verkauf poliert. So macht es auch auf Fotos eine gute Figur.

2. Wo verkaufen?

Beim Händler geht es am schnellsten, allerdings werden Sie dort nicht den besten Preis erzielen. Wer ein Auto privat verkauft, kann mehr Geld rausschlagen. Hierzu können online oder in der Zeitung Inserate aufgegeben werden. Zusätzlich kann ein ausgedrucktes Inserat im Auto aufgehängt werden. So sehen auch Passanten, dass Sie verkaufen wollen.

3. Der Wert eines Autos

Ein guter Anhaltspunkt sind ähnliche Gebrauchtwagen, die auch hinsichtlich Motorisierung, Baujahr, Laufleistung und Ausstattung vergleichbar sind.

4. Das perfekte Inserat

Die Ausstattung des Autos sollte so exakt wie möglich angegeben werden. Ein kurzer, aussagekräftiger Text betont die Vorteile des Autos, beispielsweise: top gepflegt, wenige Kilometer, umfangreiche Ausstattung, besondere Felgen etc. In der Beschreibung werden aber auch Mängel und Schäden klar und deutlich angegeben. Die Information, wann die letzte Hauptuntersuchung war, ist Pflicht. Wenn das Auto kurz vor Verkauf in der Werkstatt war, sollte dies ebenfalls mit angeben werden. Details wie neue Bremsen steigern den Wert. Viele Bilder vermitteln potenziellen Käufern einen guten Eindruck vom Fahrzeug.

Infos zu häufigen Betrugsmaschen beim Autoverkauf finden Sie hier.

5. Aussagekräftige Fotos

Bilder sagen mehr als tausend Worte: Für gute Fotos muss Ihr Auto sauber und der Lack am besten poliert sein. Fotografieren Sie das Auto aus unterschiedlichen Perspektiven. Vom Innenraum sollten einige Detailaufnahmen gemacht werden, ebenso von hochwertigen Ausstattungsdetails und dem Kilometerstand. Wenn das Auto Mängel hat, sollten diese fotografiert werden. Das ist ehrlich und schafft Vertrauen beim Käufer.

6. Die Probefahrt

Einen potenziellen Käufer sollten Sie eine Probefahrt machen lassen. Stellen Sie dazu bei Ihrer Versicherung sicher, dass der potenzielle Käufer mitversichert ist. Bevor es losgeht, sollten Sie sich den Führerschein des Käufers zeigen lassen. Fahren Sie bei der Probefahrt mit oder lassen Sie sich ein Pfand für die Dauer der Probefahrt geben. Wenn das Auto schon abgemeldet ist, erhalten Sie an der Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen.
Mit der ADAC Mustervereinbarung können Sie alle Regelungen für die Probefahrt schriftlich festhalten:

Laden Sie sich hier die ADAC Mustervereinbarung für eine Probefahrt herunter
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7. Der Verkauf

Wenn Sie einen Käufer gefunden haben, wird ein Kaufvertrag abgeschlossen. Den ADAC Musterkaufvertrag gibt es zum Ausdrucken. Üblicherweise meldet der neue Besitzer Ihr altes Auto ab. Wenn Sie sichergehen möchten, melden Sie das Auto vor dem Verkauf ab. Der Käufer kann es dann entweder auf einem Anhänger oder mit Überführungskennzeichen mitnehmen.

ADAC Autoberater

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Gebrauchtwagenkauf: Diese Daten zum Auto gibt es kostenlos

Valide Daten zum Gebrauchtwagen können sowohl für den Käufer ein Stück Sicherheit bieten als auch dem Verkäufer dabei helfen, Vertrauen in sein Angebot zu schaffen - auch wenn sich aus Sicht des ADAC so Tacho-Betrug nicht zuverlässig aufdecken lässt.

Was viele nicht wissen: Neben den kostenpflichtigen Services von privaten Anbietern lassen sich auch folgende Daten zum eigenen Fahrzeug kostenlos abrufen:

  • Kennzeichen

  • Hersteller, Modell, Fahrgestellnummer, Versionsbezeichnung

  • Schlüssel- und Typnummer

  • Datum der Erstzulassung und Zahl der Vorbesitzer, nächste Hauptuntersuchung

  • technische Daten wie Maße, Leer- und Gesamtgewicht, Achslasten, Bereifungsgröße

  • Anhängelast, Zahl der Sitzplätze, Kraftstoff, Hubraum (bei Verbrennern), Nennleistung, Höchstgeschwindigkeit, Stand-/Fahrgeräusch, Emissionsklasse, CO2-Wert, für Steuerklasse wichtige Zusatz-Information, Nummer der Typgenehmigung und deren Datum (wichtig zur Beurteilung, ob ein Auto schon den neuen Bestimmungen zum Schutz des Kilometerstandes gemäß EU 2017/1151 genügen muss)

  • Hinweise zu Wechsel-, Saison-, Oldtimer-, Elektro- oder grünem Kennzeichen

  • Halter- und Versicherungsdaten

  • Umschreibungen auf andere Halter

  • abgelesene Kilometerstände bei den jüngsten Haupt-Untersuchungen und ob Prüfplakette zugeteilt wurde

Und so gehts:

1. Möglichkeit: Mit elektronischem Personalausweis
Wer über den Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion verfügt, kann für alle auf ihn zugelassenen Fahrzeuge einen mehrseitigen Daten-Auszug kostenlos vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) anfordern. Erforderlich sind dazu der Personalausweis und die AusweisApp2. Das dauert nur wenige Minuten.

2. Möglichkeit: Anfrage an die Fahrzeug-System-Daten GmbH
Wem die Daten der letzten Hauptuntersuchungen, dort abgelesene Kilometerstände, Messwerte der Bremsenprüfung sowie dabei fest gestellte Mängel und erteilte Hinweise genügen, kann bei der Fahrzeug-System-Daten GmbH (FSD) gemäß § 15 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anfragen. Dazu die Anfrage in das Kontaktformular auf www.fsd-web.de* eintragen und Kopie/Scan des eigenen Personalausweises sowie von Zulassungsbescheinigung Teil eins oder zwei des eigenen Autos beifügen. Per Brief ist die Anfrage zu richten an : Fahrzeug-System-Daten GmbH , Wintergartenstraße 4 , 01307 Dresden.

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