Umweltplaketten: So kommen Sie in die Umweltzonen

15.1.2019

Zu welcher Schadstoffgruppe gehört Ihr Auto? Gibt es Ausnahmen vom Fahrverbot? Und wo kann man die Umweltplakette kaufen? Wir geben Tipps zu den innerstädtischen Umweltzonen und beantworten die wichtigsten Fragen.

Fahrende Autos in Umweltzone
Hier dürfen nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren
  • Grün, Gelb, Rot: Die Farbe der Plakette entscheidet über die Einfahrt in eine Umweltzone
  • Auch ausländische Autos brauchen eine Umweltplakette
  • Freie Fahrt haben unter anderem Motorräder und Oldtimer

Wer mit seinem Fahrzeug in eine deutsche Innenstadt fahren will, die ganz oder teilweise durch das entsprechende Verkehrszeichen als Umweltzone gekennzeichnet ist, braucht an der Windschutzscheibe eine Umweltplakette. Sie wurde vor einigen Jahren als "Feinstaubplakette" eingeführt und erlaubt das Einfahren in diese Zone. Pkw und Lkw mit schlechteren Abgas-Standards müssen dagegen draußen bleiben. 

Wo, in welchen Städten gibt es Umweltzonen?

In Deutschland gibt es nunmehr 58 Umweltzonen. In 57 davon sind nur Fahrzeuge mit grüner Plakette zulässig. In die Umweltzone Neu-Ulm darf man noch mit gelber Plakette einfahren.

Das Umweltbundesamt stellt die von den Ländern und Kommunen gemeldeten Informationen über die Umweltzonen in einer Kartendarstellung für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik zusammen. Für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben sind die jeweiligen Kommunen verantwortlich.

Hier die Übersichtskarte der Umweltzonen*

 

Welche Plakettenfarbe bekommen die Autos?

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Umweltplaketten Trippel rot gelb grün
Diese Verkehrszeichen markieren Anfang und Ende einer Umweltzone

Der Beginn von Fahrverbotszonen wird durch das Zeichen 270.1, das Ende durch Zeichen 270.2 gekennzeichnet (siehe Abbildung). Auf Zusatzzeichen werden jene farbigen Plaketten dargestellt, deren Schadstoffgruppen vom Fahrverbot ausgenommen sind. Denn jede Stadt kann individuell festlegen, in welche Zonen Fahrzeuge mit welcher Plakette einfahren dürfen.

Gekennzeichnet werden Pkw, Nutzfahrzeuge und Busse von Euro 2 bis Euro 6 (Pkw) und Euro II bis Euro VI (Lkw, Busse).

Dieselfahrzeuge mit Abgasstandard Euro 1 oder schlechter und Fahrzeuge mit Ottomotor ohne geregelten Katalysator bzw. zum Teil auch mit geregeltem Katalysator der ersten Generation erhalten keine Plakette. Durch eine technische Nachrüstung der Abgasregelung bzw. -reinigung kann man aber vielfach auch für diese Autos eine Plakette erhalten. 

Aktuell sind die Plaketten in vier Kategorien aufgeteilt: Schadstoffgruppe 1 erhält keinen Aufkleber, 2 einen roten, 3 einen gelben und 4 als aktuell beste Einstufung einen grünen.

Die viel diskutierte "Blaue Plakette" für Diesel mit geringer NOx-Emission wurde noch nicht eingeführt.

Wie hängen Emissions-Schlüsselnummer und Schadstoffgruppe zusammen? 

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Fahrzeugschein
Die Emissions-Schlüsselnummer steht in der Zulassungsbescheinigung

Doch welche Farbe und Nummer bekommt das Auto? Die Zuordnung der Fahrzeuge zu den Schadstoffgruppen erfolgt nach der in den Zulassungspapieren eingetragenen Emissions-Schlüsselnummer.

Die Schlüsselnummer für Ihr Auto finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I, die für jedes neue Fahrzeug nach dem 1. Oktober 2005 ausgestellt wurden, unter Punkt 14.1. Die letzten beiden Ziffern des abgedruckten Codes (im Bild eingekreist) verrät die Emissionsklasse. 

Bei Fahrzeugpapieren, die vor dem 1. Oktober 2005 ausgestellt wurden, finden Sie die zweistellige Zahl (im Bild eingekreist) unter "Schlüsselnummer zu 1".  

Wenn Sie die Emissions-Schlüsselnummer wissen, können Sie in unserem PDF-Dokument ermitteln, welcher Schadstoffgruppe Ihr Fahrzeug zugeordnet ist: Schadstoffgruppen/Plaketten und Emissions-Schlüsselnummern, 412,17 KB.

Brauchen auch ausländische Autos Plaketten?

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Umweltzone Straßenschild
Verbotsschilder stehen auch an innerstädtischen Autobahnen

Fahrverbote in Umweltzonen betreffen auch Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen sind. Wenn sie in Umweltzonen unterwegs sein wollen, müssen sie daher ebenfalls eine Plakette zur Kennzeichnung der Schadstoffklasse tragen. 

Ausländische Autofahrer, die in Deutschland ohne Plakette in einer Umweltzone erwischt werden, riskieren ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Wenn das Fahrzeug im Ausland zugelassen und die erreichte EG-Abgasrichtlinie aus den Fahrzeugpapieren nicht ersichtlich ist, muss ein entsprechender Nachweis (z.B. Hersteller-Bescheinigung) vorgelegt werden. Ist dies nicht möglich, richtet sich bei ausländischen Fahrzeugen die Einteilung in die Schadstoffgruppe nach dem Jahr der Erstzulassung.

Hier finden Sie eine Zuordnung der zu erfüllenden Abgasrichtlinien bzw. die Erstzulassungszeiträume von Fahrzeugen aus dem Ausland (in Deutsch), 120,7 KB.

Tourists need them as well: Stickers for foreign-registered verhicles (english), 120,55 KB.

Umgekehrt brauchen deutsche Autofahrer im Ausland auch die dort vorgeschriebenen Plaketten, wenn Sie in Innenstädte mit Umweltzonen wollen. Hier finden Sie weitere Informationen über Zufahrtsbeschränkungen in EU-Innenstädten.

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Wo bekommt man die Plaketten?

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grüne Plakette klebt an Windschutzscheibe
Aufkleber an der Scheibe: Alles im grünen Bereich

Die ca. 5 bis 20 Euro teuren Plaketten dürfen in Deutschland nur von den Zulassungsbehörden sowie den gemäß § 47a Abs. 2 StVZO zur Durchführung von Abgasuntersuchung anerkannten Stellen ausgegeben werden. Also den technischen Überwachungsvereinen wie Dekra, GTÜ, KÜS oder TÜV und den über 30.000 AU-berechtigten Werkstätten in Deutschland. 

Die technischen Überwachungsvereine bieten ausländischen Fahrzeugbesitzern auch die Möglichkeit, die Umweltplakette über ihre ausländischen Niederlassungen zu beziehen oder online zu bestellen. Hier kommen Sie direkt zu Dekra*, GTÜ*, TÜV-Nord* und TÜV-Süd*.

Auch Städte wie Berlin*, Köln* und Stuttgart* bieten Online-Bestellmöglichkeiten an.

ADAC Geschäftsstellen dürfen die Plaketten leider nicht vertreiben, da der Club keine "zur Durchführung der Abgasuntersuchung zugelassene Stelle" ist.

Anders im benachbarten Ausland: Der österreichische Automobilclub ÖAMTCbietet die Plakette an seinen Dienststellen an. Schweizer Fahrzeugbesitzer können die Plakette bei den Geschäftsstellen des TCS* bestellen. Der slowenische Automobilclub AMZS bietet die Plakette in seinen Dienststellen an.

Bei kurzfristigen Reisen sollte man sofort nach Grenzübertritt in die nächstgelegene Prüfstelle (TÜV, Dekra usw.) fahren und dort die Plakette kaufen.

Wichtig: Die Plakette an der Windschutzscheibe ist "kennzeichengebunden". Das bedeutet: Ändert sich das Kfz-Kennzeichen des Fahrzeugs zum Beispiel nach einem Verkauf, muss eine neue Plakette gekauft werden. Gemäß § 3 der "Kennzeichnungsverordnung" muss die Plakette auch so beschaffen und angebracht sein, dass sie sich beim Ablösen von der Windschutzscheibe selbst zerstört. Ablösen und Umkleben ist also nicht möglich. Wird die Windschutzscheibe z.B. nach einem Steinschlag erneuert, muss daher ebenfalls eine neue Plakette erworben werden.

Wer braucht keine Umweltplakette?

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Ausnahme für Umweltplakette grün
Auch Elektroautos müssen eine (grüne) Plakette haben

Folgende Fahrzeuge sind von den Verkehrsverboten ausgenommen und brauchen deshalb keine Plakette: Motorräder (auch dreirädrig), mobile Maschinen und Geräte, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen sowie Arbeitsmaschinen

Die Ausnahmen gelten ebenfalls für Fahrzeuge für die medizinische Betreuung oder den Transport von Behinderten (Eintrag "aG", "H" oder "Bl" im Schwerbehindertenausweis) sowie für Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Militär.

Auch Oldtimer mit deutscher Zulassung, die ein "H"-Zulassungskennzeichen (H = historisch) bzw. ein rotes "07"-Kennzeichen führen, dürfen wegen einer generellen Ausnahmegenehmigung Umweltzonen ohne Plaketten befahren.

Diese Ausnahme gilt auch für Oldtimer mit ausländischer Zulassung. Die Fahrzeuge sollten dann ähnliche Anforderungen erfüllen, die für die Zuteilung des deutschen "H"-Kennzeichens bzw. der roten "07"-Zulassungsnummer gelten. Als Grundvoraussetzung gilt hier ein Fahrzeug-Mindestalter von 30 Jahren und ein guter Erhaltungszustand.

Der Oldtimerstatus eines ausländischen Fahrzeuges wird auch durch den international anerkannten Oldtimer-Fahrzeugpass des Oldtimer-Weltverbandes FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) belegt. Zu bekommen ist dieser bei den jeweiligen FIVA-Clubs* in den entsprechenden Ländern.

Eine Kopie der nationalen Zulassungsbescheinigung, aus der das Fahrzeugalter ersichtlich ist, sowie ggfs. den FIVA-Pass sollte man im geparkten Fahrzeug deutlich sichtbar auslegen.

Keine Ausnahme macht die Plakettenverordnung übrigens für Elektrofahrzeuge: Auch wenn sie durch ein E-Kennzeichen als Stromer eindeutig erkennbar sind, benötigen sie zusätzlich eine (natürlich grüne) Umweltplakette, um in Umweltzonen einfahren zu dürfen. Das vollständige Kennzeichen inkl. „E“ muss auf der Plakette eingetragen sein. 

Gasfahrzeuge haben einen Ottomotor und benötigen daher eine Plakette. Es gelten die Einstufungen wie für einen Benziner. 

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Themen Fahrverbote, Abgas- und Dieselproblematik.

Fotos: Martin Hangen, Fotolia (3), Wolfgang Groeger-Meier

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