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Fahrverbote in Tirol: Ausweichrouten bis Ostern gesperrt

Polizeikontrolle in Österreich
Die Stau-Ausweichrouten in Tirol sind an den Wochenenden bis Ostern gesperrt ∙ © dpa/Jakob Gruber

Hiobsbotschaft für Urlauber: Wie bereits im Sommer sperrt das österreichische Bundesland Tirol Ausweichrouten für den überregionalen Durchgangsverkehr auch während der Skisaison bis Ostern.

Autofahrer, die Tirol als Durchgangsstrecke in die Ferien nutzen wollen, müssen sich an den Wochenenden bis Ostermontag, 13. April 2020, darauf einstellen, dass sie bei Stau nicht auf Landstraßen ausweichen können.

Die Sperren gelten an Samstagen jeweils von 7 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 17 Uhr. Das betrifft unter anderem auch den Ostermontag (13. April).

Die gesperrten Strecken

Raum Innsbruck:

  • L38 Ellbögener Straße zwischen km 10,250 und km 22,578

Raum Schwaz:

  • L7 Jenbacherstraße ab km 6,131 (Abzweigung von der B181 in Fahrtrichtung Jenbach)

Raum Reutte:

  • L69 Reuttener Straße ab Km-Tafel 9,750 (Bereich Anschlussstelle Vils) in Fahrtrichtung Pflach bis zum Kreisverkehr Wiesbichl in Pflach

  • L288 Pinswanger Straße wird ab der Abzweigung von der L396 Weißhausstraße (km 6,250 + 35 m) in Fahrtrichtung Pinswang und Pflach

  • L288–0–A1 Zufahrtsstraße nach Pflach ab der Einmündung der Abfahrtsrampe von der B179 Fernpassstraße (Abfahrt Reutte Nord) in Fahrtrichtung Pflach bis zum Kreisverkehr Wiesbichl in Pflach

Raum Kufstein:

  • L211 Unterinntalstraße ab "Kreisverkehr M-Preis" (Kirchbichl/Langkampfen) in Fahrtrichtung Kufstein – ausgenommen Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr Bezirk Kufstein

  • L295 Buchberger Straße ab km 3,0 bis km 2,750 in Fahrtrichtung Niederndorf

  • Gemeindestraße Endach/Kufstein ab "Kreisverkehr Kufstein Süd/B173/Krankenhaus" in Fahrtrichtung Krankenhaus – ausgenommen Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr Stadt Kufstein

  • Alte Erler Straße (Niederndorf) nach Abzweigung von der L209 in Fahrtrichtung Niederndorf – ausgenommen Anrainerverkehr Gemeinde Niederndorf

Polizei überwacht Fahrverbote

Die Fahrverbote werden von der Polizei überwacht. Dafür werden sowohl mobile als auch stationäre Einheiten eingesetzt. Wer sich den Anordnungen widersetzt, muss mit Strafen von bis zu 60 Euro rechnen.

Frei befahrbar sind alle Autobahnen sowie die Brennerbundesstraße (B182), die Fernpassroute (B179) und der Zirler Berg (B177).

Wichtiger Hinweis!

Von den Fahrverboten ausgenommen sind Gäste, die im Bereich der gesperrten Straßen gebucht haben, Anwohner und Besucher von Anwohnern.

Keine Sperren in Salzburg

Im Gegensatz zu Tirol hat das Bundesland Salzburg keine Sperren für die Wintersaison verhängt. Im Sommer durften Autofahrer, die ein überregionales Ziel ansteuern, die Tauernautobahn A10 an den Ausfahrten zwischen den Anschlussstellen Puch/Urstein und St. Michael im Lungau nicht mehr verlassen. Dies galt jeweils an den Wochenenden von Samstag, 6 Uhr, bis Sonntag, 20 Uhr. Davon ausgenommen waren Anwohner und Gäste, die in der Umgebung eine Unterkunft gebucht hatten.

Umsetzung durch Navigationssysteme

Inzwischen wird der Ausweichverkehr auch mit Hilfe der Navigationssysteme unterbunden. Die Fahrverbote habe man an die Betreiber übermittelt, so Tirols Landeshauptmann Platter. Dadurch würden die gesperrten Straßen nicht mehr als Ausweichrouten angezeigt.

Für eine Übergangszeit kommen zusätzliche Polizeistreifen zum Einsatz. Diese sollen "mit dem nötigen Fingerspitzengefühl" entscheiden, ob ein Pkw weiterfahren darf oder wieder auf die Autobahn auffahren muss, so der Leiter der Verkehrspolizei.

ADAC kritisiert die Fahrverbote

Der ADAC tritt für einen freien und ungehinderten Reiseverkehr ein und kritisiert insofern auch die Fahrverbote in Tirol. Auch wenn das Bundesland sehr unter der Belastung
durch den Transitverkehr leide, seien die Verbote für Reisende ein Ärgernis, so
ein ADAC Sprecher.

Der Club empfiehlt allerdings grundsätzlich, bei Stau auf der Autobahn zu bleiben und nicht dem Navi auf Ausweichrouten zu folgen, denn diese sind dann auch schnell verstopft.

Deutschland droht mit Klage

Bundesverkehrsminister Scheuer hält die Fahrverbote für ungerechtfertigt und bereitet eine Klage gegen Österreich vor. Diese soll sich nicht nur gegen die aktuellen Sperren in Tirol, sondern auch gegen die Lkw-Blockabfertigung am Grenzübergang Kiefersfelden richten. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Der Klage müsste die Bundesregierung zustimmen.

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