Fahrverbote in Tirol: Wie viele Autofahrende erwischt wurden

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Von Sabrina Doschek

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Polizeikontrolle in Österreich
Für Stau-Ausweichrouten entlang wichtiger Routen in Tirol gelten an bestimmten Wochenenden Fahrverbote© imago images/Harald Dostal

Im österreichischen Bundesland Tirol gelten an bestimmten Tagen Beschränkungen für den Reiseverkehr: Wer kein regionales Ziel ansteuert, muss auch bei Stau auf den Autobahnen und Hauptstraßen bleiben. Jetzt haben die Behörden Bilanz gezogen – die Zahl der erwischten Autofahrenden ist hoch.

  • Bilanz der Verstöße gegen die Abfahrtssperren im Winter 2025/2026

  • Ziel der Fahrverbote: Anwohnende schützen

  • ADAC sieht Fahrverbote kritisch

Fahrverbote Tirol: So viele Autofahrende wurden erwischt

Jetzt ziehen die Behörden Bilanz! In der zurückliegenden Wintersaison 2025/2026 sind im österreichischen Bundesland Tirol rund 411.000 Autofahrende registriert worden, die verbotenerweise Staus umfahren wollten. Besonders betroffen war die stark befahrene Transitstrecke am Fernpass: Dort wichen laut Angaben des Landes Tirol etwa 173.000 Fahrzeuge auf Nebenstraßen aus.

Acht Jahre Fahrverbote: Manche landen auf der Langlaufloipe

Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) verweist auf Erfahrungen aus inzwischen acht Jahren Fahrverboten im Straßennetz: Viele Durchreisende landeten aus Unwissenheit auf Gemeindestraßen, teilweise sogar auf Forstwegen oder Langlaufloipen. Positiv sei nun, dass Navigationsdienste die gesperrten Ausweichstrecken künftig nicht mehr anzeigen sollen. Wie schnell diese Änderungen tatsächlich greifen, werde sich im Sommer zeigen.

Abfahrtssperren & Fahrverbote in Tirol

Um Anwohnende vor zu starkem Reiseverkehr zu schützen, haben die Tiroler Behörden für den überregionalen Durchgangsverkehr Abfahrtssperren bzw. Fahrverbote entlang wichtiger Stau-Ausweichrouten verhängt. Dadurch soll der Verkehr im Falle eines Staus auf den Autobahnen und Hauptrouten gehalten werden.

Die Fahrverbote galten vom 20.12.2025 bis 6.4.2026 jeweils Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 7 bis 19 Uhr. Die Sommerfahrverbote sollen in den kommenden Wochen in Kraft treten. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Tirol: Personen vor Ort haben freie Fahrt

Von den Fahrverboten nicht betroffen sind übrigens Urlauberinnen und Urlauber vor Ort. Wer seine Ferien in den genannten Regionen verbringt oder dort Freunde und Verwandte besuchen will, darf die für den Ausweichverkehr gesperrten Strecken zu jeder Zeit befahren.

Wichtig: Im Falle einer Kontrolle muss man dies den österreichischen Beamten gegenüber glaubhaft machen können. Hilfreich sind dabei zum Beispiel Buchungsbestätigungen oder genaue Angaben zum Ziel der Fahrt.

ADAC Stauprognose: Immer gut informiert

Überwachung durch die Polizei

Die Sperren werden vor Ort von der Polizei und privaten Sicherheitsdiensten überwacht. Wer sich den Anordnungen der Beamten widersetzt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Österreich: ADAC sieht Fahrverbote kritisch

Der ADAC tritt für einen freien und ungehinderten Reiseverkehr ein und sieht die Fahrverbote in Tirol kritisch. Auch wenn Tirol sehr unter der Belastung durch den Transitverkehr leidet, seien die Verbote für Reisende ein Ärgernis.

Der Club empfiehlt allerdings grundsätzlich, bei Stau auf der Autobahn bzw. Hauptroute zu bleiben und nicht auf Ausweichrouten auszuweichen, denn diese sind dann ebenfalls schnell verstopft.

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ADAC Verkehrsinfo Österreich

Wichtige Information für Urlauber in Vorarlberg: Auch hier gibt es Abfahrtssperren.

Mit Material von dpa.