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Ruf der Freiheit: Tipps und Gadgets für Backpacker

Gruppe Backpacker auf Reisen beim Wandern
Reisen mit Rucksack: Mehr Flexibilität und Spontaneität geht nicht ∙ © Shutterstock/Studio Romantic

Wer einen Backpacker-Urlaub plant, sollte sich genau überlegen, was in den Rucksack kommt, denn jedes Gramm zählt. Was unbedingt mit muss und woran man vorher denken sollte: Die wichtigsten Tipps und besten Gadgets.

Die Schulzeit ist vorbei, die Freiheit ruft: Jetzt erst mal die Welt erkunden oder zumindest den Teil der Welt, der in Corona-Zeiten erreichbar ist. Ob Deutschland, Europa oder (irgendwann auch wieder) Übersee, jede Trekking-Tour will gut geplant sein.

Daran sollte man denken:

  • Frühzeitige Buchung von Flügen, Zügen oder Bussen

  • Internationalen Führerschein besorgen und auch deutschen Führerschein mitnehmen

  • Infos über Prepaid-Sim-Karten für das Handy einholen (für ein Land außerhalb der EU)

  • Steckeradapter für das jeweilige Land kaufen

  • Übersetzungs- und Navi-App auf dem Smartphone installieren

  • Überprüfen der Visa-, Zoll- und Einreisebestimmungen (letztere nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen eventueller Dos and Don'ts in den bereisten Ländern) sowie der aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise

  • Auslandskrankenschutz abschließen

  • Impfschutz checken, Erste-Hilfe-Kit sowie Mückenspray einpacken

  • Um Kreditkarte bzw. Prepaid-Kreditkarte kümmern

  • Alle wichtigen Dokumente (Ausweis, Führerschein, Krankenversichertenkarte, Impfpass etc.) abfotografieren und in einem eigenen Account bzw. in der Cloud speichern, um sie bei Verlust abrufen zu können

Tagesrucksack

Sobald das erste Etappenziel erreicht und die Unterkunft bezogen ist, ist man froh, den großen Trekking-Rucksack erst mal abladen zu können. Um bei Erkundungen und Ausflügen vor Ort Utensilien wie Brotzeitmesser, Wasserflasche, Bluetooth-Lautsprecher oder Regenponcho sicher verstaut dabei zu haben, empfiehlt sich die Mitnahme eines kleineren, zusammenfaltbaren und wenn möglich wasserdichten Tagesrucksacks. Als Handgepäck leistet solch ein Daypack auch schon bei der Anreise gute Dienste, etwa wenn der große Rucksack im Flieger aufgegeben wird.

Wertsachengürtel

So nützlich ein kleiner Tagesrucksack ist: Kreditkarte, Bargeld, Smartphone und Ausweise gehören in die Bauchtasche. Am besten besorgt man sich eine mit so genanntem RFID-Schutz. Die Abkürzung steht für Radio-Frequency-Identification. Dabei handelt es sich um einen kleinen Chip, der mittlerweile an vielen Stellen im Einsatz ist, darunter auch in Kreditkarten und Handys, und der per Funk kontaktlos ausgelesen werden kann. Der RFID-Blocker sorgt dafür, dass genau dies nicht geschieht. Auch bei den so genannten Geldgürtel-Safes mit innen liegendem Geheimfach werden Modelle mit RFID-Schutz angeboten.

Packtaschen

Nichts nervt so sehr, wie den ganzen 85-Liter-Trekking-Rucksack auf der Suche nach einem bestimmten Gegenstand durchwühlen zu müssen. Für Übersicht sorgen schlichte, durchsichtige Zip-Beutel mit Reißverschluss oder Druckknöpfen, die es in unterschiedlichen Größen zu kaufen gibt.

Denselben Zweck erfüllen verschiedenfarbige Packtaschen oder Packwürfel aus Baumwolle, Jute oder Plastik. Transparente Beutel haben allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass auf einen Blick zu sehen ist, was sich darin befindet, ob Socken, Flip-Flops, Shirts, Slips, Haargummis etc. Wer Platz sparen will, kann auch zu Vakuum-Beuteln greifen.

Schlafsackinlay

Ein Schlafsackinlay ist im Prinzip nicht mehr als ein dünnes Tuch in Schlafsack-Form, das mal weiter, mal enger geschnitten ist. In jeder Unterkunft und unabhängig von der dort herrschenden Hygiene kann man darin quasi in der eigenen Bettwäsche schlafen.

Schlafsackinlays gibt es in unterschiedlichen Materialien: Baumwolle, Mikrofaser oder Seide. Letztere ist zwar am teuersten, doch Seide hat den Vorteil, dass sie in warmen Nächten kühlt und in kalten wärmt. Preiswerter und strapazierfähiger ist Mikrofaser, am schwersten ist Baumwolle. Übrigens: Richtige Schlafsäcke sind in den meisten Hostels verboten, um das Bettwanzen-Risiko möglichst gering zu halten.

Multitool

Schere, Feile, Flaschenöffner, Pinzette: Unentbehrlich für viele Alltags-Belange eines Backpackers ist ein handliches Multitool wie zum Beispiel das klassische Schweizer Messer. Sinnvollerweise sollte es so eingepackt sein, dass es jederzeit schnell griffbereit ist. Bei Rucksacktouristen besonders beliebt ist die mittlere Größe des Schweizer Taschenmessers (91 mm Reihe).

Stirnlampe

Der Vorteil einer Stirnlampe gegenüber einer Taschenlampe bzw. der Taschenlampenfunktion des Handys ist der, dass man sie nicht in der Hand halten muss und demzufolge auch nicht fallen lassen kann. Außerdem hat man die Hände frei, um beispielsweise etwas zu tragen oder nachts im Hostel etwas im Rucksack zu suchen. In aller Regel spendet die Stirnlampe ihr Licht in mehreren Helligkeitsstufen. Bei vielen Modellen lässt sich zudem von weißem auf rotes Licht umschalten, so dass die Lampe im Notfall in ein Signalinstrument umgewandelt werden kann.

Vorhängeschloss

Hat man im Mehrbettzimmer eines Hostels oder einer Jugendherberge eingecheckt, lernt man schnell die Vorzüge eines Vorhängeschlosses – am besten mit Stahlseil – kennen. Damit lässt sich nicht nur das zugewiesene Schrankfach verschließen. Zieht man das Stahlseil durch die Zipper des Reißverschlusses, sichert man gleichzeitig den Rucksack. Einen hundertprozentigen Schutz bietet ein Vorhängeschloss zwar nicht, doch Gelegenheitsdiebe dürfte es abschrecken. Wertsachen sollte man dennoch besser am Leib tragen oder im Hostel-Safe an der Rezeption deponieren.

Ohrenstöpsel, Schlafmaske, Nackenkissen

Diese drei Utensilien sind ein Muss in jedem Trekking-Rucksack. Schon bei der Anreise, ob im Flugzeug, im Zug oder im Bus, wird man möglicherweise froh darüber sein, ein paar Stunden Schlaf abzubekommen. Nicht zu reden von den Nächten im Mehrbettzimmer eines Hostels, wenn die Schlafgeräusche der Mitbewohner den letzten Nerv rauben können, falls man keine Ohrenstöpsel besitzt.

Auch ein Nackenkissen sowie eine Augenmaske zum Abdunkeln erhöhen den Schlafkomfort beträchtlich. Zwar sind aufblasbare Nackenkissen nicht die bequemsten, dafür jedoch platzsparend.

Regenponcho

Natürlich hofft jeder auf durchgehend gutes Wetter. Für den einen oder anderen Regentag bzw. Gewitterschauer sollte man dennoch gewappnet sein, denn nicht immer lässt sich rechtzeitig ein Unterstand finden. Besser als eine (meist kostspielige) Regenjacke ist ein leichter Regenponcho, den man sich schnell überwirft.

Es gibt Ponchos, die am Rücken eine Erweiterung für den Trekking-Rucksack besitzen – so genannte Kraxenponchos –, und die man mittels eines Knebels zwischen den Beinen befestigen kann, damit sie nicht vom Wind aufgebläht werden. Sieht zugegebenermaßen etwas seltsam aus, ist aber besser, als komplett durchnässt zu werden. Sinnvollerweise packt man den Poncho zuoberst in den Rucksack, insbesondere, wenn die Wetter-App Regen ankündigt.

Mikrofaserhandtuch

In den meisten Hostels und Jugendherbergen gibt es Handtücher gegen einen geringen Aufpreis zu mieten, doch sein eigenes dabei zu haben, ist unbedingt empfehlenswert. Am besten besorgt man sich ein Exemplar aus Mikrofaser. Das Material ist deutlich leichter als Frottee, außerdem saugfähiger, platzsparender und es trocknet schneller. Außerdem wirkt es antibakteriell und ist geruchsneutral. Die Vorteile von Mikrofaser überwiegen bei weitem das anfänglich etwas ungewohnte Empfinden beim Abtrocknen nach der Dusche: Es fühlt sich ein bisschen so an, als ob man ein Auto trocken ledert. Ebenso empfehlenswert, jedoch umweltfreundlicher, sind Mikrofaserhandtücher, die einen Anteil an Bambus-Aktivkohlefasern besitzen.

Kleidung

Die Frage, was man zum Anziehen mitnimmt, dürfte mit am schwierigsten zu entscheiden sein. Der Platz ist knapp, viele Lieblingsteile müssen also zwangsläufig daheim bleiben. Grundsätzlich sinnvoll sind farbige, leichte und schnell trocknende Klamotten. Ob man sich mit Funktionskleidung ausstattet, die beispielsweise auch gegen UV-Strahlung und Mückenstiche schützen kann, ist letztendlich eine Frage des Budgets. Empfehlenswert sind Materialien wie Leinen oder Merino, da sich beide sowohl für warmes als auch kaltes Klima hervorragend eignen.

Ein Muss für alle Backpacker ist eine unverwüstliche Zip-Hose mit diversen Taschen, die sich dank Reißverschlüssen auf Oberschenkelhöhe kürzen lässt. Sie sollte bequem, leicht (beispielsweise aus Nylongewebe), abriebfest, atmungsaktiv und schnell trocknend sein. Ein zusätzliches Muss für Backpackerinnen ist ein Sarong. Er wiegt quasi nichts, ist preiswert, platzsparend und vielseitig einsetzbar als Kleid, Rock, Schal, Sonnenschutz oder Decke.