Reform: So soll der Führerschein günstiger werden

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Von Lorenzo Walcher

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FAhrschulzeichen auf einem FAhrschulauto
Der Führerschein soll billiger werden – wie Fahrschülerinnen und -schüler künftig sparen können© imago images/Chromorange

Der Führerschein soll günstiger werden. Eine Reform der Bundesregierung sieht umfangreiche Maßnahmen vor, um die stark gestiegenen Preise abzufedern. Ein wichtiger Schritt ist nun getan.

  • Mehr digitaler Unterricht und weniger Sonderfahrten

  • Praxisfahrten mit vertrauten Begleitpersonen

  • Günstigerer Führerschein: Keine Entlastung vor 1. Januar 2027

Einen Führerschein zu machen soll für Fahrschülerinnen und Fahrschüler günstiger und flexibler werden. Darauf zielen Gesetzespläne von Verkehrsminister Patrick Schnieder, die das Bundeskabinett am Mittwoch, 20. Mai, auf den Weg gebracht hat.

Der CDU-Politiker sagte mit Blick auf Kosten für Fahrerlaubnisse von oft einigen Tausend Euro, Mobilität dürfe kein Privileg sein. Mit der Reform solle der Weg zum Führerschein einfacher und bezahlbarer gemacht werden. Dabei würden auch die Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau gehalten.

Führerschein soll ab 2027 günstiger werden

Konkret sollen Fahrschulen unter anderem mehr digitalen Unterricht anbieten und frei über Lehrmethoden entscheiden können. Der Katalog mit inzwischen mehr als 1100 Fragen für die theoretische Prüfung soll um ein Drittel verkleinert und die Zahl der Sonderfahrten bei Dunkelheit oder auf Autobahnen soll reduziert werden. Praktische Fahrprüfungen sollen künftig einige Minuten kürzer sein als bisher üblich.

Die Führerschein-Reform im Detail
  • Nach österreichischem Vorbild soll es erlaubt werden, Fahrpraxis auch mit vertrauten Begleitpersonen zu sammeln. Damit wären – im Gegensatz zum Begleiteten Fahren ab 17 – bereits vor der praktischen Prüfung mehr als 1000 Kilometer private Übungsfahrten erreicht. Das Modell soll zunächst für fünf Jahre getestet werden. Alle Anforderungen finden Sie hier.

  • Neben zusätzlichen Übungsfahrten mit erfahrenen Begleitpersonen – auch bekannt als "Laienausbildung" – sollen auch Simulatoren eingesetzt werden, um günstig zu mehr Fahrpraxis zu gelangen. Sonderfahrten dürfen jedoch weder mit "erfahrenen Begleitern" noch mit Simulatoren absolviert werden. Außerdem sollen die für den Autoführerschein verpflichtenden 12 Sonderfahrten signifikant reduziert werden. Dann wären jeweils nur eine Überland-, Autobahn- und Nachtfahrt nötig.

  • Außerdem sollen zahlreiche Vorgaben für Schulungsräume und Lehrmittel gestrichen werden. Durch niedrigere Kosten für Fahrschulen sollen sich auch die Preise für Schülerinnen und Schüler reduzieren. Zusätzlich soll der Theorie-Fragenkatalog um etwa 30 Prozent schrumpfen. Der Umfang des geforderten Wissens bleibt jedoch unverändert, da er EU-weit vorgegeben ist.

Der Entwurf kommt nun in den Bundestag und den Bundesrat. Angestrebt wird, dass die neuen Regeln Anfang 2027 in Kraft treten. Dazu gehören soll auch mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu den Leistungen von Fahrschulen. Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen sollen künftig online veröffentlicht werden.

ADAC begrüßt Reform des Führerscheins

Aus Sicht des ADAC greift das Vorhaben des Verkehrsministeriums ein wichtiges Thema auf. Die Reform könnte nicht nur Führerscheinanwärterinnen und -anwärter finanziell entlasten, sondern auch die Verkehrssicherheit erhöhen.

Mehr Fahrpraxis senkt nachweislich das Unfallrisiko. Die Möglichkeit zu Übungsfahrten mit erfahrenen Begleitpersonen noch vor der Prüfung wäre daher eine sinnvolle Ergänzung zu den unersetzbaren, qualitativ hochwertigen Fahrstunden. Die Vorschläge sind als Erweiterung des bisherigen Unterrichts zu verstehen und bieten aus Sicht des Clubs mehr Flexibilität für alle Beteiligten.

Eine ADAC Umfrage zeigt übrigens: Der Führerschein in Deutschland ist bei jungen Erwachsenen nach wie vor sehr gefragt. Der Hauptgrund, keinen Führerschein zu machen, sind laut der Erhebung die hohen Kosten.

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