Motorradfahren bei Hitze: So bleiben Sie cool
Von Lorenzo Walcher

Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Ohne Klimaanlage und in dicker Schutzkleidung leiden Motorradfahrerinnen und -fahrer besonders unter den hohen Temperaturen. Was auf dem Zweirad hilft, um cool zu bleiben.
Seit Tagen hat eine Hitzewelle Deutschland fest im Griff. Temperaturen von bis zu 40 Grad können schnell zu einer gesundheitlichen Herausforderung werden. Im Verkehr sind Motorradfahrerinnen und -fahrer besonders gefährdet.
Motorradkleidung: Kühlung durch richtige Ausrüstung
Obwohl das nicht nach der besten Kombination klingt, ist auch im Sommer klar: Sicherheit darf bei hohen Temperaturen nicht leiden. Und das nicht nur wegen des erhöhten Verletzungsrisikos, sondern auch wegen möglicher Probleme im Versicherungsfall. Warum keine oder zu wenig Schutzkleidung auch bei Fremdverschulden zum Nachteil werden kann, sehen Sie im Video.
Trotzdem: Mit der richtigen Ausrüstung lässt sich auch bei hohen Temperaturen für Abkühlung sorgen. Darauf sollten Sie achten:
Helm: Ein Integralhelm bietet besseren Schutz als etwa ein Jet-Helm, der die Kinnpartie nicht abdeckt. Gute Helme verfügen aber auch über wirksame Belüftungssysteme. Alternativ gibt es Klapphelme, die zumindest im Stau oder bei niedriger Geschwindigkeit für mehr Durchzug sorgen können – bei höheren Geschwindigkeiten bieten sie geschlossen den vollen Schutz.
Sommerkleidung: Abriebfeste Schutzkleidung ist ein Muss. Trotzdem muss es nicht immer die Lederkombi sein – auch wenn es hier ebenfalls Modelle mit perforiertem Material gibt. Spezielle Sommerkleidung, etwa Mesh-Jacken, bietet mehr Luftigkeit durch luftdurchlässiges, aber abriebfestes Gewebe. Wichtig bleibt in jedem Fall ein ausreichender Protektorenschutz, vor allem an den typischen Sturzstellen.
Stiefel und Handschuhe: Auch hier gibt es Modelle mit besserer Belüftungstechnik. Am besten im Fachgeschäft informieren und anprobieren.
Kühlwesten: Spezielle Westen, die unter der Schutzkleidung getragen werden, können helfen, die Körpertemperatur zu senken. Unterschieden wird zwischen aktiver und passiver Kühlung. Passive Kühlwesten funktionieren ohne Strom. Die Kühlung erfolgt meist durch verdunstendes Wasser oder vorab gekühlte Materialien. Aktive Kühlwesten arbeiten dagegen mit Akku, Ventilator oder sogar Klimasystemen.
Trinksysteme: Ähnlich wie beim Wandern können Trinkrucksäcke und Wasserblasen kontinuierliches Trinken ermöglichen. Wer mit Rucksack reist, sollte sich Wasser einpacken, um gerade in Stausituationen nicht auf dem Trocknen zu sitzen.
Routenplanung: Bei Hitze Touren anpassen
Die richtige Tourenplanung ist an heißen Tagen besonders wichtig. Daher am besten auf Folgendes achten:
Lange Strecken vermeiden
Eher am Morgen oder Abend fahren
Stauanfällige Routen meiden
Viele Trinkpausen einlegen und bereits vorsorglich vor dem Durstgefühl trinken
Bei Zwischenstopps so viel Schutzkleidung wie möglich ausziehen, um bestmöglich abzukühlen
Ein kleines Tuch bei Pausen nass machen und in den Nacken legen
Keine alkoholische Getränke trinken und eher leichte Mahlzeiten wie Obst oder Müsliriegel zu sich nehmen
Mit dem Motorrad im Stau: Durchschlängeln ist verboten
Während rechts überholen verboten ist, ist das Überholen links generell erlaubt. In der Praxis ist das jedoch nicht unproblematisch, weil den Motorradfahrenden im Stau meistens nicht genug Platz bleibt, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Fahrzeugkolonne einzuhalten. Damit ist das Durchschlängeln im Sinne der Verkehrsordnung nicht möglich.
Mehr Infos zum "Lane-Splitting":
Fachliche Beratung: Felix Henning
