Grödner Joch: Geplantes Fahrverbot vorerst abgesagt

• Lesezeit: 2 Min.

Von Lorenzo Walcher

Feedback

Das Grödner Joch in Südtirol soll nun doch nicht gesperrt werden! Das ursprünglich zum 1. September 2026 geplante Fahrverbot tritt nicht in Kraft.

  • Vorerst nur digitale Testphase, kein Fahrverbot

  • Ergebnisse sollen Grundlage für weitere Prüfung sein

  • Durchfahrtsverbot hätte alle motorisierten Fahrzeuge betroffen

An Sommertagen fahren bis zu 11.000 Fahrzeuge über den Grödner Pass in Südtirol. Um der Verkehrsbelastung in den Dolomiten entgegenzuwirken, sollte eine Durchfahrtssperre kommen. Das Fahrverbot kommt jetzt aber doch nicht – zumindest vorerst.

Grödner Joch: Vorerst keine Durchfahrtssperre

Konkret geht es um die Passstraße zwischen den Gemeinden im Grödner- und Gadertal. Die dazwischenlaufende Strada Statale 243 führt auf das Grödner Joch (italienisch: Passo Gardena) und ist Teil der beliebten Sella-Runde – einer Rundfahrt um das Sella-Gebirge mit insgesamt vier Gebirgspässen.

Eigentlich sollte die Straße zum 1. September 2026 für alle motorisierten Fahrzeuge gesperrt werden. Ausgenommen von dieser Regelung wären Anlieger, Übernachtungsgäste und Lieferanten. Wie Medien berichteten, kam die verkehrsberuhigte Zone vorerst doch nicht. Statt einer tatsächlichen Sperre findet lediglich ein "virtueller" bzw. digitaler Testlauf statt. Es gibt also keine physischen Straßensperren und auch keine Strafen für Fahrzeuge, die die vorgesehene Beschränkung nicht beachten.

Während dieser Testphase sollen die Verkehrsbewegungen genau erfasst und ausgewertet werden. Die gewonnenen Daten dienen dann als Grundlage für spätere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf den Dolomitenpässen. Im Anschluss könnte ein saisonales Fahrverbot von Mai bis Oktober folgen.

Auch interessant: Silvretta-Hochalpenstraße für Jahre gesperrt

Maßnahmen gegen Massentourismus in Südtirol

Um die Besucherströme zu regulieren, erlassen immer mehr Hotspots in Südtirol Zugangs- bzw. Mengenbeschränkungen für Touristen. Ein paar Beispiele.

Time-Slots für die Seceda

Die markante Seceda bei Sankt Ulrich: Für die Bergbahn des 2519 Meter hoch gelegenen Gipfels soll eine Besucherobergrenze von 3000 bis 4000 Besuchern und ein Zeitfenster-Buchungssystem eingeführt werden: Wer keinen Slot mehr bekommt, muss auf einen anderen Tag ausweichen.

Pragser Wildsee verschärft Zufahrtsregelung

Die Zufahrtsregelung zum Pragser Wildsee wird in Sommermonaten ausgeweitet. Er ist in der Regel vom 1. Juli bis 15. September von 9 bis 16 Uhr nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder gegen Vorweis einer Online-Reservierung bzw. einer gültigen Durchfahrtsgenehmigung erreichbar.

Die Drei Zinnen haben eine ähnliche Regelung.

Alle Infos zu Alpenstraßen, Sehenswürdigkeiten und Routenplanungen finden Sie in ADAC Maps.