Tirol: Vollsperrung am Fernpass wegen Demonstration auch im August?
Von Katharina Dümmer

Wegen einer Demonstration war die Fernpass-Route in Tirol am letzten Juni-Samstag für Stunden gesperrt. Das befürchtete Stauchaos blieb zwar aus, aber Anfang August könnte es wieder soweit sein. Alle Infos zur nächsten Vollsperrung und die besten Alternativen.
Fernpass-Route voraussichtlich am 1. August von 10 bis 12 Uhr dicht
Welche Ausweichrouten sich eignen
Tipp: Fernpass ganztags großräumig umfahren
Nach der großen Brenner-Blockade Ende Mai wurde Ende Juni die nächste wichtige Alpenroute im österreichischen Bundesland Tirol dichtgemacht. Die Fernpass-Route zwischen Füssen/Reutte und Nassereith (B179) war am Samstag, 27. Juni, für zwei Stunden wegen einer Demonstration nicht befahrbar. Ein Stauchaos blieb zwar aus, aber die nächste Aktion lässt voraussichtlich nicht lange auf sich warten. Und das an einem der verkehrsreichsten Wochenenden der Sommerferien.
Vollsperrung am Fernpass wegen Demonstration
Die Fernpass-Route (B179) soll auch am Samstag, 1. August, von 10 bis 12 Uhr nicht befahrbar sein. Die Demonstration für diesen Tag ist bislang aber noch nicht genehmigt. Die Landesregierung von Tirol wollte zunächst die Erfahrungen der ersten Demo abwarten und dann über den 1. August entscheiden. Sollte die Demo am 1. August stattfinden, dürfte es weniger glimpflich abgehen für Autofahrer: Der erste Samstag im August dürfte einer der staureichsten Tage des Jahres sein, da alle deutschen Bundesländer Sommerferien haben. Gut zu wissen: Der ADAC Südbayern hat unabhängig von der Blockadeaktion am 1. August Stauberater im Einsatz.
Wichtige Autofahrerinfos: ADAC Verkehrsinfos und die Wochenendprognose
Land Tirol rät: Fernpass großräumig umfahren
Aufgrund des erwarteten Reiseverkehrs empfehlen das Land Tirol und auch das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, während der Demonstration den Fernpass großräumig zu umfahren. Auch in den Stunden vor und nach der Demonstration ist die B179 staugefährdet.
Die wichtigsten Ausweichrouten
Wer eine Fahrt über den Fernpass vermeiden will, hat je nach Start und Ziel die folgenden Möglichkeiten.
Bei einer Anreise über die A7 Ulm – Füssen/Reutte kann man auch großräumig ausweichen:
Ab dem Kreuz Memmingen über Lindau (A96) und die österreichische Rheintalautobahn (A14) zur Arlbergschnellstraße S16
Ab dem Kreuz Ulm über München (A8, A99) zum Inntaldreieck (A8/A93) bei Rosenheim und von dort über Kiefersfelden zur Inntalautobahn A12
Beide Routen sind für die Gegenrichtung ebenfalls als Alternative geeignet.
Die nächstgelegene Ausweichstrecke für den Fernpass führt über die Route Mittenwald – Seefeld – Zirler Berg zur Inntalautobahn (A12). Für Reisende über Füssen (A7) ist sie aber nur bedingt geeignet. Wichtig: Für Gespanne ist eine Fahrt über den Zirler Berg in Richtung Norden verboten. Auch auf der Route über den Zirler Berg ist die Staugefahr hoch.
Hahntennjoch als Umfahrung nicht möglich
Eine Umfahrung des Fernpasses über das Hahntennjoch war zumindest am 27. Juni nicht möglich. Zum Schutz der Bevölkerung vor möglichem Ausweichverkehr und der Aufrechterhaltung der Verkehrs- und Versorgungssicherheit waren neben dem Fernpass auch die L 246 Hahntennjochstraße für den gesamten Verkehr gesperrt. Ob es eine ähnliche Regelung am 1. August geben wird, ist bisher offen.
Zu den Demonstrationen am Fernpass hat eine Bürgerinitiative aufgerufen, die sich unter anderem gegen den Bau des geplanten Fernpass-Tunnels wehrt. Die Initiative fordert etwa eine Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn und eine KI-gesteuerte Dosierung des Verkehrs an der Grenze.
Es gibt Befürchtungen, dass es nicht bei dieser einen bzw. zwei Demonstrationen inklusive Sperren bleibt. Anwohnende drohten in letzter Zeit öfter damit, an mehreren Samstagen den Fernpass zu blockieren.
Fernpass: Bis zu 30.000 Fahrzeuge am Tag
Die Fernpass-Route (B179) ist die wichtigste Durchgangsstrecke für Autoreisende, die über die A7 und den Grenztunnel Füssen nach Tirol bzw. Italien weiterfahren wollen. Sie ist auch deswegen stark belastet, weil bislang auf diesem Weg die Möglichkeit besteht, mautfrei durch Österreich nach Italien zu gelangen. An Spitzentagen fahren bis zu 30.000 Fahrzeuge über den Pass.